Im Review: Gaming & Esports Summit 2020

Unser freier Autor Timo Schöber war am Freitag, 25. September 2020, Teil des digital Gaming & Esports Summit 2020. Auch an der Organisation hat er stellenweise mitgewirkt. Im Nachgang an die Veranstaltung blickt er zurück, resümiert seine Erfahrung und zieht ein abschließendes Fazit. Auch zu gemeinsamer Diskussion wird angeregt.

Viel Spaß beim Lesen!


Am gestrigen Freitag fand via Zoom-Konferenz ein Gaming & Esports Summit statt, das als Economics & Business Conference konzipiert worden ist. Forschende konnten hier ihre Ergebnisse zu unterschiedlichen Themen in den Bereichen Gaming und E-Sport vorstellen. Auch ich durfte die Ergebnisse eines Papers präsentieren und war den gesamten Tag beim Summit anwesend, auch, weil ich im Vorfeld ein wenig bei der Organisation beteiligt gewesen bin – dementsprechend war ich besonders gespannt, wie das Summit angenommen werden würde.

Das Konzept dahinter

Ins Leben gerufen und organisiert hat das Summit Prof. Dr. Georg Stadtmann, der Lehrstuhlinhaber an der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder) ist. Die Universität arbeitet eng mit Hochschulen in Polen zusammen, die direkt auf der anderen Flussseite liegen. Man kennt sich dort also mit der Überwindung von Grenzen aus, was perfekt zu den Bereichen Gaming und E-Sport passt.

An der Viadrina hat man die Affinität zum E-Sport bereits in der Vergangenheit erfolgreich unter Beweis stellen können, unter anderem mit dem Masterkurs E-Sports: Economics & Management, bei dem rund ein Dutzend Studienarbeiten zu unterschiedlichen Teilaspekten des E-Sports erarbeitet und präsentiert worden sind.

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Es zeigte sich, dass die Forschung in diesen Bereichen erforderlich, sinnvoll und gewünscht ist. Wissenschaftliche Konferenzen zum E-Sport (und auch zum Gaming) sind noch Mangelware. Daher hat man an der Viadrina das Ganze selbst in die Hand genommen und ein Summit auf die Beine gestellt. Forschenden hat man so ermöglicht, wissenschaftliche Erkenntnisse und Forschungsarbeiten vorzustellen und zu diskutieren, auch, um Input und Verbesserungsvorschläge von Kollegen aus der ganzen Welt zu erhalten.

Es war jedem möglich ein Paper einzureichen. Dieses wurde dann entsprechend geprüft und, wenn die Qualität für das Summit gepasst hat, zur Vorstellung freigegeben. Darüber hinaus hatte jeder Interessierte die Möglichkeit sich für das Summit anzumelden.

Bunte Mischung

Schon zu Beginn des Summits wurde eine Sache deutlich, die für den E-Sport und das Gaming sehr typisch ist: Grenzen werden überwunden. Es fanden sich Forschende aus unterschiedlichen Ländern, etwa Malaysia, den USA, Südafrika, Irland, England, Finnland, Norwegen, Schweden, Dänemark, Russland und Deutschland. Das war sehr angenehm und hat einem viel an Wissen vermittelt, weil Eindrücke und Forschungsergebnisse aus allen Teilen der Welt zusammengeführt worden sind.

Eine bunte Mischung ergab sich aber auch aus den Forschungsthemen. Es fanden sich Arbeiten zu Geschäftsmodellen und anderen wirtschaftlichen Aspekten, welche zu soziologischen und psychologischen Erkenntnissen, als auch Präsentationen, die sich mit der Organisation von Turnieren beschäftigt haben.

Das Summit ging von 12 Uhr bis 17:30 Uhr. Trotz der sehr anspruchsvollen Themengebiete ist einem nie langweilig geworden, weil die vielfältige Zusammensetzung aus Themen immer wieder neue Aha-Erlebnisse freigesetzt hat. Darüber hinaus war die Stimmung beim Summit sehr freundschaftlich und hatte den Charakter eines Zusammentreffens von Gleichgesinnten, nicht den eines eher trockenen Forschungstreffens.

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Zusätzliche Bereicherung

Neben den eigentlichen Präsentationen zur Forschung, sind zusätzlich zwei Interviews ins Summit eingeflossen. Ralf Reichert, seines Zeichens Co-CEO und Gründer der ESL, ist von Dr. Peter Kreutter (WHU) und Prof. Dr. Georg Stadtmann zu unterschiedlichen Themen im Bereich E-Sport interviewt worden. So gab es spannende Einblicke zur Entstehung des E-Sports und der ESL, der Organisation von Wettbewerben und Prognosen.

Darüber hinaus haben Prof. Dr. Jens Junge (Institut für Ludologie) und Sebastian Steinbach (game-Verband) den Verband vorgestellt und Einblicke über den Status Quo zum E-Sport in Deutschland geliefert. Diese Form von Inhalt hat das ohnehin kurzweilige Summit zusätzlich aufgelockert.

Esports Research Network (ERN)

Das ERN ist im Jahr 2020 gegründet worden und hat zum Ziel, Forschende aus der ganzen Welt miteinander zu vernetzen. So waren beim Summit auch Mitglieder des ERN dabei, unter anderem Dr. Brian McCauley, seines Zeichens stellverstretender Vorsitzender des Netzwerks. Als Zuhörer war auch Dr. Tobias Scholz zugegen, der Vorsitzender des Netzwerks ist.

Durch die Einbindung und Bekanntmachung des ERN beim Summit sind zusätzliche Impulse freigesetzt worden, auch, was die Teilnehmer angeht. So konnten beide Seiten gut voneinander profitieren. Personen, die sich mit der Forschung im E-Sport beschäftigen möchten, kann ich einen genaueren Blick auf das ERN nur sehr empfehlen.

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Eigenes Paper

Prof. Dr. Georg Stadtmann und ich haben gemeinsam ein Paper zu Fortnite geschrieben und veröffentlicht. Dieses habe ich dann beim Summit vorgestellt. Bei unserer Forschungsarbeit geht es um den großen Erfolg von Fortnite und was diesem zugrunde liegt, mit einem besonderen Fokus auf Geschäftsmodellmuster. Zusätzlich fließen auch gesellschaftliche und soziologische Überlegungen in unsere Arbeit ein, als auch Gedanken zum E-Sport.

Durch die Präsentation des Papers beim Summit konnten wir für die eigene Forschungsarbeit ein paar sehr gute Impulse mitnehmen.

Wer zum Paper Näheres in Erfahrung bringen möchte, der findet das Diskussionspapier hier.

Fazit

Das Konzept einer Online-Konferenz via Zoom ist meiner Meinung nach gut aufgegangen. Das erkennt man schon an der breiten Aufstellung der Teilnehmer, wie ich finde. Ich freue mich daher bereits auf eine zweite Ausgabe und sehe vor allem dem Ende der Coronazeiten entgegen, sodass man sich auch physisch irgendwo auf der Welt zusammenfinden kann.

Es hat sich jedenfalls gezeigt, dass Forschung in den Bereichen E-Sport und Gaming bereits vielerorts und vielfach stattfindet. Daher wird auch der Bedarf an einem Austausch wie beim Summit immer mehr steigen. Ich freue mich drauf!

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Timo Schöber
Timo Schöberhttp://www.timoschoeber.com/
Timo Schöber ist Autor, Wissenschaftler und Hochschuldozent. Er ist Leiter der Denkfabrik Esportionary sowie als Berater unter anderem für Skillshot Consulting tätig. Er engagiert sich ehrenamtlich für den eSports Nord e.V.
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