Adam Pawlowski schreibt über seine eigenen Erfahrungen als Content-Creator und einen großen Fehler im Umgang mit Neid. Der Vergleich zu anderen liegt nahe, ist aber meist nicht sinnvoll.


Als Content-Creator lassen wir uns von vielen Faktoren beeinflussen. Ein Teil davon ist die Inspiration durch andere Content-Creator. Wir schauen auf zu denen, die in ihrer Karriere weiter sind als wir. Doch manchmal packt uns doch der Neid, wenn wir andere sehen, die auf ihrem Weg zum Erfolg scheinbar mühelos an uns vorbei düsen. Als Folge zweifeln wir an unseren eigenen Leistungen und wollen dann unter Umständen sogar selbst das Handtuch werfen.

Ja, vielleicht packt uns dann sogar die Missgunst und wir gönnen es der anderen Person gar nicht! Eines steht fest: Dieses Gefühl ist ganz normal und gehört auch zur persönlichen Ambition dazu. Denn wäre es nicht so, würde uns unsere eigene Karriere wohl doch nicht ganz so wichtig sein. In diesem Beitrag möchte ich euch einige Gedanken mitgeben, wie ich mit dem Thema Neid umgehe.

Anzeige

Persönliche Erfahrung

So ganz aus dem nirgendwo kommt mein Wunsch nach diesem Thema gerade in dieser Woche nicht, denn ich durfte mich erst vergangenes Wochenende genau damit selbst auseinandersetzen. Hier kommt ein ehrliches Geständnis. In meinem YouTube-Feed wurde mir der Kanal LEOsMIND vorgeschlagen, in welchem Leo sehr verwandte Inhalte zu meinen eigenen veröffentlicht. Sein Wachstum auf Twitch und YouTube ist sehr beeindruckend. Gerade einmal in einem Jahr konnte er seinen YouTube-Kanal von null bis auf 10.000 Abonnenten und seinen neuen Twitch-Kanal zum Partner-Status wachsen lassen.

Das ist eine ansehnliche Reichweite für diese kurze Zeit. Mein erster Gedanke war jedoch: “F***, jetzt kommt da so sein Typ daher und macht mit gleichen Inhalten mal eben richtig Karriere, während ich damit kämpfe, überhaupt Abonnenten zu halten.” Der Rest des Samstagvormittags war für mich erst einmal gelaufen. Ich bin davon überzeugt, dass ich nicht der einzige bin, dem es manchmal auch so geht. Und übrigens, der Kanal ist richtig gut, schaut gerne rein!

Vergleiche dich nicht

Wie gehe ich also mit diesem Gefühl um? Hier kommt mein wichtigster Tipp: Wir dürfen uns niemals mit anderen YouTubern und Twitch-Streamern vergleichen, denn jeder Mensch arbeitet mit seinen aktuellen Umständen und hat dadurch auch sein eigenes Tempo. Zu den Umständen gehören viele unterschiedliche Dinge:

  • Zeiteinsatz – Wieviel Zeit bist du bereit für deine Karriere zu investieren?
  • Vorkenntnisse – Wie gut kennst du dich bereits mit Video-Schnitt-Software oder anderen wichtigen Techniken zum Erstellen von Online-Inhalten aus?
  • Prioritäten – Welche Priorität bildet deine Karriere in deinem Leben?
  • Disziplin – Wie diszipliniert kannst du sein?
  • Netzwerk – Wie gut bist du in deiner Nische vernetzt?
  • Die Prise-Glück – Und, hier und da zählt auch etwas Glück dazu. Aber vergesst nicht: “Skill ist, wenn Luck zur Gewohnheit wird.”

Es gibt sicherlich noch eine Menge mehr Aspekte, die man nennen könnte, doch ich nehme an, dass mein Punkt rübergekommen ist. Je eher wir das verinnerlichen, desto besser.

Nutze deinen Neid richtig

Der Duden sag folgendes zum Wort Neid:

“Empfindung, Haltung, bei der jemand einem anderen einen Erfolg oder einen Besitz nicht gönnt oder Gleiches besitzen möchte.”

Wir können durchaus im letzteren Sinne der Definition neidisch sein. Wir dürfen gerne Gleiches besitzen wollen, denn das spornt uns an, uns konstruktiv zu verbessern. Wir sollten aber niemals missgünstig sein, indem wir es dem Anderen nicht gönnen. Missgunst hat etwas Destruktives an sich, und auf diesem dunklen Pfad wollen wir uns nicht bewegen.

Ich sagte, wir sollten uns auf keinen Fall mit anderen vergleichen, doch das bedeutet nicht, dass wir uns von anderen nicht inspirieren lassen können. Nehmt euch diese Beispiele zum Anlass daraus zu lernen. Stellt euch die Frage, was ihren Erfolg wohl ausmacht und schaut, ob ihr Dinge davon für euch selbst umsetzen könnt. Verbindet euch auch mit dieser speziellen Person, vielleicht kann sogar irgendwie eine Zusammenarbeit entstehen.

Am Ende seid ihr selbst für euren Auftritt verantwortlich und wollt eure ganz eigene Nachricht vermitteln. Bleibt euch treu und bleibt auch geduldig, während ihr auf dem Weg viele Fehler macht und aus ihnen lernt.

Fazit

Abschließend möchte ich noch Lionel Messi zitieren:

“I started early and i stay late, day after day, year after year… it took me 17 years, 114 days to become an overnight success.”

Seid euch immer im Klaren darüber, dass – auch wenn es manchmal so scheint – Erfolg nicht von irgendwo her kommt. Dieser muss sich immer erarbeitet werden. Für manche mag dieser Weg steiniger sein als für andere, aber so etwas wie einen Erfolg über Nacht gibt es nicht. Genau deshalb sollten wir uns von negativem Neid lösen und es allen um uns herum aus tiefster Überzeugung gönnen!

Im Video: Die größte Schwäche eines YouTubers