Elder Scrolls Online wie ein Einzelspieler-Rollenspiel spielen, geht das? Hierfür schauen wir uns diverse Einstellungsmöglichkeiten, nützliche Addons, Tipps für den Character-Build und ein Tool an, welches das Spiel grafisch in das Jahr 2021 hebt.

ESO ist ein MMO

The Elder Scrolls Online ist ein MMO. So viel steht schon mal fest. Das Ziel in einem MMO ist es, gemeinsam Abenteuer zu erleben und diese auch im späteren Spiel mit einem höheren Schwierigkeitsgrad zu meistern. Deshalb konfigurieren viele Spieler ihr Spiel so, dass sie sehr viele Informationen auf dem Bildschirm gleichzeitig dargestellt bekommen, um die bestmögliche Leistung zu erbringen.

Es entsteht also ein überladenes Effekt-Feuerwerk mit dutzenden Informationsfenstern und Zahlen, die für diese Art von Spiel zwar gut sind, aber eben nicht, um eine entschleunigte Einzelspieler- und Rollenspiel-Erfahrung zu erleben. ESO kann nämlich auch das sein: Eine schöne Einzelspieler-Rollenspiel-Erfahrung – und genau hierfür gibt es meine Handlungsempfehlung.

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Einstellungen

Viele Dinge lassen sich bereits in den Einstellungen von Elder Scrolls Online konfigurieren. Je nachdem, wie tief ihr in das Spiel eintauchen wollt, könnt ihr in den Unterpunkten „Spielablauf“, „Oberfläche“ und „Kampf“ viele Informationen ausblenden. Dazu gehören farbige Flächeneffekte, Questinformationen, einkommende und ausgehende Schadenszahlen und Zustände, die auf euch oder auf Gegnern wirken.

Außerdem könnt ihr eure Aktionsleiste ausblenden und für die ganz hartgesottenen sogar die Attributsleisten ganz deaktivieren. Damit sind die Lebens-, Ausdauer- und Manabalken gemeint. Somit muss sich also der findige Survival Spieler ganz auf den rot eingefärbten Bildschirmeffekt verlassen, wenn seine Spielfigur langsam zugrunde geht. Nicht zuletzt solltet ihr natürlich die Kamera in die Ego-Perspektive stellen und Spieler- und NPC-Namen ausblenden. Nur so kommt echtes Skyrim Gefühl auf!

Addons

Der nächste Schritt der Einzelspieler Immersion kann durch weitere AddOns erreicht werden. Hierfür brauchen wir das Programm „Minion“, welches wir kostenfrei beim Entwickler herunterladen können (https://minion.mmoui.com/). Minion ist, wie Curse, ein Programm zur Verwaltung unserer Addons in diversen Spielen, so auch für Elder Scrolls Online. Dort müsst ihr lediglich nach ESO suchen und das Addon-Verzeichnis ausfindig machen (i.d.R. unter „C:\Users\<USER>\Documents\Elder Scrolls Online\live\AddOns“).

Ich liste meine persönliche Auswahl an Addons auf, welche ich zurzeit nutze:

  • Addon Selector – Praktisches Addon um zwischen einer Auswahl von aktiven Addons hin und her zu wechseln. Gerade wenn man zwischen „MMO“ und „Einzelspieler“-Modus wechseln hilft das Addon sehr.
  • AlphaGear 2 – Hiermit wechseln wir durch selbst erstelle Vorlagen unsere Ausrüstung und aktive Fähigkeiten. Auch das hilft beim schnellen Wechseln zwischen dem „MMO“ und dem „Einzelspieler“-Modus.
  • Bandits User Interface – Das Bandits User Interface bringt viele Einstellungsmöglichkeiten der Benutzeroberfläche mit, sodass ihr damit viele Oberflächenelemente wahlweise ein oder ausblenden könnt.
  • Clock 2.0 – Wer sich in der Zeitrechnung von Tamriel auskennt, dem wird mit Clock 2.0 eine Uhr geboten, die die aktuelle Welt-Zeit anzeigt.
  • harven´s Quest Journal – Hiermit wird die aktuelle Quest anhand einer klassischen Tagebuch-Seite angezeigt.
  • Slow Dialogs – Zeigt NPC Texte nicht sofort an, sondern lässt diese Stück für Stück einblenden. Dies erzieht uns Spieler dazu, die vertonten Dialoge zu hören, anstelle schnell vorzulesen.
  • ImmersiveHorseRiding – Pferde können dadurch in der Ego-Perspektive geritten werden.
  • Morrowind, Oblivion oder Skyrim Style UI – Leider fehlen deutsche Sonderzeichen in den Schriftarten, aber wer den Stil seines Lieblings-Elder-Scrolls haben möchte, kann zu den entsrechenden Addons greifen
  • PinKiller – In der Welt, auf der Weltkarte und im Kompass werden im Spiel viele verschiedene Dinge angezeigt. Wer zum Beispiel keine Quest-Brotkrumen bzw. Marker haben mag und sich die Quest-Ziele selbst erarbeiten möchte, kann dieses Addon nutzen.
  • SitOnBench – Gibt uns die Möglichkeit uns auf Bänke zu setzen. Yeah!
  • True Exploration – Verdeckt unbereiste Areale auf der Weltkarte, um den Erkundungsreiz zu erhöhen.
  • Votan´s Darker Nights – Nächte wie sie sein sollten. Dunkel.
  • Votan´s Search Box – Eine kleine Hilfe, um im eigenen Inventar nach Gegenständen zu suchen.
  • Wykkyd Full Immersion – Hiermit können weitere Elemente im Spiel ausgeblendet werden.

Für echte Rollenspieler gibt es noch Addons wie LovelyEmotes, Idle Animations oder Immersive Interactions, die uns weitere Aspekte des Rollenspiels vereinfachen. Schaut euch einfach bei Minion um und konfiguriert euer ESO so, wie ihr es haben möchtet.

Builds

In Elder Scrolls Online jagen wir gerade im Endgame Ausrüstungssets hinterher, die uns in richtiger Kombination extrem mächtig gegen den Großteil der Otto-Normal-Widersacher machen. Außerdem steigen wir ab der Maximalstufe im Champion-System auf, welches uns weitere Punkte in verschiedenen Aspekten des Spiels verteilen lässt.

Durch das Einsetzen dieser Champion-Punkte wird unser Held natürlich noch einmal mächtiger. Für echte „Progress-Endgame“-Spieler ist das auch gut so. Aber gerade, wenn es darum geht, eine ausbalancierte und fordernde Einzelspieler-Erfahrung zu haben, würde ich davon absehen die High-End-Ausrüstung und aktuelle Meta-Builds zu spielen. Ich würde sogar dazu raten bis maximal blaue Gegenstände zu tragen und eine Auswahl an Fähigkeiten auszusuchen, die nicht sofort alle Gegner in 100 Meter Reichweite beim alleinigen Anschauen ummäht.

Grafik-Shader

Zuletzt empfinde ich den Farbton des Grundspiels etwas matschig und leblos und deshalb habe ich mich persönlich dazu entschieden ein kleines Hilfsmittel zu installieren, damit die Farben und Texturen durch angepasste Shader besser zur Geltung kommen. An dieser Stelle sei eine Warnung ausgesprochen: Da das folgende Tool den Quellcode der ausgelieferten Bibliotheks-Dateien verändert, bin ich mir nicht sicher, ob ZeniMax diese Art von Tools erlaubt oder duldet. Ihr handelt also auf eigenes Risiko.

Die Rede ist vom Tool Reshade und von den Shadern „Neat Perfection Enhanced Edition“ (https://www.nexusmods.com/elderscrollsonline/mods/89). In dem Link findet ihr eine Beschreibung zur Installation. Sobald alles richtig eingerichtet ist, könnt ihr die Shader mit F11 bequem an und aus schalten. So sieht Elder Scrolls Online wieder zeitgemäß und vielerorts wirklich atemberaubend aus.

Zusammenspiel

Das Zusammenspiel der Einstellungen, der Addons und von Reshade erlaubt es eine stimmige Einzelspieler-Atmosphäre zu erschaffen, in der man sich durchaus verlieren kann. Natürlich laufen in der Welt weiterhin andere Spieler herum, die das Einzelspieler-Gefühl etwas dämpfen, aber wer es schafft diesen Aspekt zu ignorieren, der wird eine schöne entschleunigte Rollenspiel-Erfahrung erleben.

Im Video: So wird ESO zum echten Singleplayer Abenteuer