Hamburg. Am gestrigen Montagabend, 25. März, fand zum achten Mal der deutsche Sportjournalistenpreis im Hotel Grand Elysée Hamburg statt. Neu war nicht nur das prominent besetzte Gremium (A. Brehme, P. Littbarski, Dr. M. Ilgner, E. Laaser, A. Draxler, A. Schaffelhuber und M. Zwiebler), welches erstmals die finalen Nominierten auswählte, für welche ab dem 28. Januar Deutschlands Spitzensportler abstimmen konnten, sondern auch die Kategorie eSport.

In neun regulären und einigen Sonderkategorien wurden ab 19.30 Uhr diverse Preise an verschiedene Kommentatoren, Moderatoren und Medien verliehen. Kurz vor dem Höhepunkt der Preisverleihung, der Auszeichnung des vom Verband Deutscher Sportjournalisten gewählten Preisträgers für das Lebenswerk, die in diesem Jahr an den mittlerweile 70-jährigen Gerd Rubenbauer ging, durfte sich auch der eSport präsentieren.

Aufklärungsarbeit vor der Verleihung

Neben dem Fachbereichsleiter für Markenkommunikation bei der Techniker Krankenkasse, Niels Möllgaard, wurden dafür auch die beiden Laudatoren, beide selbst im eSport aktiv und bekannt, auf die Bühne gebeten. Diese Rolle übernahmen die beiden League of Legends Spieler Finn-Lukas ‚Don Arts‘ Salomon des Berliner Teams BIG sowie Gerrit ‚Phrenic‘ Stukemeier aus dem SK Gaming Prime Roster.

Möllgaard und die Laudatoren mussten, bevor es zur Preisverleihung kommen konnte, jedoch erst einmal wieder etwas Aufklärungsarbeit leisten. Möllgaard räumte vor allem noch einmal mit den längst überholten Vorurteilen gegenüber eSportlern und ehemals einfach nur als „Gamer“ gescholtenen auf. Es sei nicht mehr der im Keller sitzende Zocker mit Cola und Chips, den man vor Augen haben sollte.

„Zwei bis drei Millionen Menschen in Deutschland sind richtig begeistert vom Thema eSports“, erklärte er. „Wenn so viele Menschen sich für ein Thema interessieren, dann interessieren wir uns auch als Krankenkasse dafür. Wir wollen uns vor allem mit den gesundheitlichen Aspekten eines solchen Sports auseinandersetzen.“

eSport sei indes weder gesund noch ungesund. Es gebe allerdings viele Aspekte, die direkt etwas mit Gesundheit zu tun hätten. Konzentration, Koordination, einseitige Belastung und vieles Sitzen seien nur Beispiele dafür. Entsprechend müsse man sich als Athlet einen richtigen Ausgleich verschaffen.

‚Don Arts‘ erklärte, dass es auch im eSport verschiedene Trainingsansätze und Einheiten gibt. Acht bis zehn Stunden am Tag seien für einen Profi insgesamt durchaus gängig. Auch die Frage nach der Reaktion aus dem Elternhaus auf das ‚besondere Hobby‘ blieb nicht aus. ‚Phrenic‘ betonte, dass seine Eltern ihn voll unterstützen, seitdem sie verstanden hätten, dass er nicht nur „daddle“.

„Die beste Berichterstattung im eSport“

Die Preisverleihung der besten Berichterstattung im eSport sei ein Meilenstein in Deutschland, so ‚Phrenic‘. „Besonders dass das Thema jetzt in so einem Rahmen an gesellschaftlicher Akzeptanz gewinnt, ist für mich ein besonderer Schritt“, führte er aus.

„eSport ist nicht nur die Sportart unserer Generation. Wie für den analogen Sport auch, erfordert es umfangreiches Training und Talent, um im Gaming erfolgreich zu werden“, verkündet er schließlich zum Start der eigentlichen Preisverleihung.

  • Platz 3: „Livestreams, alle aktuellen Matches, sämtliche Ligen. Deutschlands größte Szene-Seite für CS:GO“ – 99Damage
  • Platz 2: „Eine Frau, die ihr Hobby zum Beruf gemacht hat. Sie moderiert und kommentiert eSports und besticht mit makellosem Know-How.“ – Melek ‚m3lly Balgün
  • Platz 1: „Studierter Journalist, Entwickler mehrerer Youtube-Kanäle, Hochschuldozent. Die eSport-Athleten haben für einen Moderator gestimmt, der durch sein Fachwissen überzeugt und durch die Fähigkeit, echte Begeisterung auszulösen.“ – Nik ’njokde‘ Peters, Freaks 4U Gaming

Dank an Kollegen und Vorbilder

Peters bedankte sich bei seiner anschließenden Rede vor allem bei seinen (ehemaligen) Kollegen und Kolleginnen. Er wundere sich sogar darüber, dass er den ersten Platz belegt habe, und nicht Melek ‚m3lly Balgün, von der er in den vergangenen Jahren viel habe lernen dürfen. Da er zur Zeit bei Freaks 4U Gaming arbeitet, hat er auch direkten beruflichen Kontakt zu 99Damage, dem Drittplatzierten des Abends. Diese Kollegen seien die beste, die man sich vorstellen könnte, so Peters.

Eine besondere Ehre sei es für ihn, den Preis zusammen mit großen Vorbildern wie Oliver Kahn oder Frank Buschmann entgegennehmen zu dürfen, die jeweils in anderen Kategorien ausgezeichnet wurden. Diese seien für ihn schon lange Inspiration gewesen. „Ich habe gedacht: Wenn du irgendwann mal so etwas machst, willst du auch so sein!“, schwärmte er. Abschließend gab es nochmals für alle Beteiligten und jene, die für ihn gestimmt hatten.

Auch wir gratulieren herzlich zur ersten Auszeichnung der besten nationalen Berichterstattung im eSport!

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Jonas Walter

Spielejournalist bei gaming-grounds.de
Jonas 'Syncerus' Walter ist seit 2010 im eSport-Journalismus aktiv. Nach Beteiligungen an diversen eSport Projekten im redaktionellen Bereich wie MaseTV, ESC Gaming oder Team Vertex ist Gaming-Grounds.de nun die erste eigene Konzeption.

Diese hat die Vision aktuell relevante Themen aus dem Gaming- und eSport-Bereich aufzugreifen und für Videospielbegeisterte an einem Ort zu konzentrieren.
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