Fast jedem PUBG-Spieler dürfte sein Name mittlerweile ein Begriff sein. Wer seinen Stream noch nie selbst gesehen hat, hat zumindest von einem Freund schonmal etwas erzählt bekommen oder einen Clip auf Youtube gesehen. Er ist einer der derzeit größten Streamer auf Twitch und man kann wohl auch mit gutem Gewissen sagen einer der besten PUBG-Spieler, die es gibt. Die Rede ist natürlich von Shroud.

Dieser Streamer und ehemalige CS:GO-Profi ist mittlerweile zu einem lebenden Mythos geworden. Nach eigener Aussage hing er seine Profi-Karriere als Counter-Strike Spieler für die Organisation Cloud9 an den Nagel, weil ihm das viele Reisen zu lästig wurde. Er probierte es deshalb mit einem Stream. Zum Release von PlayerUnknown’s Battlegrounds zur richtigen Zeit am richtigen Ort gewesen, war dieser Schritt für ihn ein voller Erfolg. Seine Zuschauerzahlen explodierten und schnell war klar, dass er auch das Streamen erfolgreich zu einer Vollzeitbeschäftigung machen könnte. Gesagt, getan.

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Die „Subscribe“-Funktion

Seither lebt der erst 23-Jährige von seinen fast täglichen Streams auf seinem Twitchkanal, wo ihm regelmäßig über 30.000 Menschen beim Zocken zugucken. Klingt absolut verrückt, ist aber so. Aber das war ja noch bei weitem nicht alles. Die Plattform Twitch hat eine sogenannte „Subscribe“-Funktion, mit der Zuschauer in mehreren Abstufungen Geld an ihre liebsten Channel geben können, um dafür diverse Vorteile zu bekommen. Seien es spezielle Emoticons im Chat, die Teilnahme an Verlosungen oder das berücksichtigt werden bei Interaktionen und Aktionen des Streamers mit seinen Zuschauern. Oder es kann eben auch einfach eine finanzielle Unterstützung für die tolle Leistung und/oder Unterhaltung des Streamers sein.

Die Abonnements sind grundsätzlich in drei Stufen unterteilt, wobei die erste 5 Dollar, die zweite 10 und die dritte 25 Dollar im Monat kostet. Genaue Zahlen sind nicht bekannt, aber nach Angaben verschiedener Streamer bleibt von dieser Summe ungefähr die Hälfte beim Besitzer des jeweiligen Kanals hängen. Von genau diesen Abos hat Shroud eine ganze Menge. Und stellt seinen Rekord dabei immer wieder selbst ein. Zuletzt ist dies am heutigen Donnerstag wieder geschehen: Die unfassbare Marke von 55.000(!!!) Abonennten ist zum ersten Mal für ihn geknackt. Puh. Wer jetzt nicht komplett den Mathematikunterricht in der Grundschule verschlafen hat, weiß, was Shroud alleine aus dieser Quelle an Geld verdient. Richtig… eine ganze Menge.

DAS REICHT UNS NICHT

Doch auch damit nicht genug! Zusätzlich zu den oben genannten Summen bekommen viele große Streamer auch regelmäßig Spenden aka „Donations“ von ihren Zuschauern, so auch Shroud. Donations sind einmalig gezahlte Geldbeträge, die meist groß im Stream angezeigt werden und mit einer Nachricht versehen werden können. Auch diese wird dann meist laut in der Live-Übertragung vorgelesen. Hier lässt sich eine regelmäßige Summe augenscheinlich schwer abschätzen, jedoch sind dreistellige Beträge in Shrouds Stream nicht gerade selten zu bestaunen.

Mittlerweile hat es für ihn sogar schon zu eigenem Merch gereicht. Diverse Shirts und Pullover mit Motiven und Schriftzügen, die sich auf Shroud und seinen Stream beziehen, sind über die Verkaufsplattform J!NX zu bekommen, die sich auf den Vertrieb von Gaming-zugehöriger Kleidung und Accessoires spezialisiert hat. Shrouds erste Artikel waren zwischenzeitlich sogar ausverkauft.

Auf dem Screenshot zu sehen: Die Nutzer, die Shroud am meisten Geld gespendet haben. Das hat wiederum nichts mit den Abonennten zu tun…

Die Mischung macht’s

Doch was steckt hinter den unvorstellbaren Summen, die ein junger Mann damit verdient, dass er Menschen dabei zusehen lässt, wie er einem Hobby nachgeht und Videospiele spielt? Theoretisch erklären lässt sich dieses Phänomen komplett sicherlich nicht. Aber es spielen verschiedene Aspekte in seinen Erfolg hinein. Zum einen ist es einfach sicherlich sein Erfolg und Können. In der Counter-Strike Community schon vorher bekannt, präsentiert er seinen „Skill“ auch in anderen First-Person-Shootern wie PUBG oder seit neuestem auch Rainbow Six: Siege. Egal was er spielt, er liefert ab. Und das nicht zu knapp. Wo andere über 5 oder mehr Abschüsse in einem Match froh wären, liefert er regelmäßig zweistellige „Kill-Counts“.

Ein weiterer Aspekt ist seine Ausstrahlung und die Gestaltung des Contents. Shroud wirkt auf dem Boden geblieben und sympathisch. Ein netter Typ von nebenan… Der eben verdammt gut zocken kann. Regelmäßig erzählt er im Stream mit Freunden über das Spiel, aber auch Gott und die Welt. Ab und an liefert er auch einfach kurzweilige Geschichten aus seinem Alltag. Die bei seinem bisherigen Lebensweg durchaus interessant sein können! Zusätzlich ist Shroud gut darin, Dinge zu erklären. Wer in einem der genannten Spiele an einem bestimmten Level nicht weiterkommt, dem mag es durchaus helfen sich ab und zu Shrouds Stream anzusehen.

Wo hört der Spaß auf?

Die Frage die ich mir stelle ist: Wohin führt das Spektakel? Nicht mehr und nicht weniger ist das Ganze für mich. Für wie lange kann ein Alleinunterhalter so viele Menschen an sich binden? Wie viel Geld kann selbst ein Streamer mit augenscheinlich nahezu perfekten Voraussetzungen durch dieses Unterhaltungsformat verdienen? Sind die 55.000 Subscriber erst der Anfang oder geht es nicht mehr viel höher? Ist es erstrebenswert einem solchen Vorbild nachzueifern? Wie viele Menschen scheitern bei dem Versuch in die gleiche Kerbe zu schlagen und was geben sie dafür auf? Wie ist es in anderen Branchen, wie zum Beispiel dem Fußball? Träumt da nicht auch jeder zweite Junge davon, mal einer von den ganz Großen zu sein?

Fragen über Fragen, die dieses vergleichsweise neue Genre mit sich bringt. Doch es ist ein äußerst Spannendes.

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