Über 30.000 Zuschauer saßen während Ubisoft Forward, Ubisofts erster digitaler Pressekonferenz, gespannt vor den Bildschirmen und warteten auf neue Informationen zu begehrten Spielen, als sich der Spielentwickler und Publisher die Zeit nahm, um „Danke!“ an 60 Millionen Rainbow Six Siege Spieler und dem Team hinter dem E-Sport-Titel zu sagen, der sich gut und gerne als „T1“ bezeichnen kann – oder zumindest auf einem guten Weg dahin ist.

Wir blicken zurück auf die fünfjährige Entwicklung des Taktik-Shooters und allem, was das Spiel seit dem Release am 15. Dezember 2015 prägte.

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Black Ice und die Ranked Beta

Die Reise von Rainbow Six Siege nahm am 02. Februar 2016 so richtig Fahrt auf. Dort erschien mit Operation Black Ice die erste Season und der erste damit verbundene DLC. Weshalb Ubisoft sich damals entschied den Titel der Season in der deutschen Fassung des Spiels zu übersetzen und In-Game „Schwarzes Eis“ zu schreiben, weiß niemand. Viele Spieler wünschten sich schon damals in der deutschen Fassung den englischen Titel.

Beinhaltet waren die Map „Jacht“ und die heute sehr gut bekannten kanadischen JTF-2 Operator Buck und Frost. Während der Rückstoß von Bucks C8-SFW bei vielen Spielern für Verzweiflung sorgte, überzeugte die Verteidigerin Frost mit ihrer halbautomatischen Schrotflinte – der Super 90. Mit dieser zu dem Zeitpunkt unglaublich starken Waffe konnte man einen Gegner gut und gerne mal über 15 Meter mit ein bis zwei Schüssen niederstrecken. Dazu kam, dass die Kanadierin bei Release über ein Nitrohandy als Secondary Gadget verfügte. Dieses verlor sie im Zuge eines Balancing Patches später und bekam stattdessen ein mobiles Schild. Das war die Zeit, in der das berühmte Schilder-in-Türen-Stellen begann, um dahinter die Bärenfallen der Verteidigerin zu platzieren.

Aber es gab in Black Ice nicht nur neuen Content, sondern auch neue Bugs. Der berühmteste dieser Fehler ist wohl der sogenannte Kupfer 1 Bug. Damals war Kupfer 1 noch der niedrigste Rang überhaupt im gewerteten Spielmodus. Kupfer 4 war demnach besser als Kupfer 1. Die selbe Reihenfolge galt in Gold, Platin, etc. Dieser Bug verursachte, dass der Spieler, welcher unter diesem Bug litt, trotz etlicher Siege nicht über den Kupfer 1 Rang hinaus kam. Der Ranked Modus war zu diesem Zeitpunkt allerdings noch in der Beta. Dies änderte sich, zum Erstaunen der Community, erst nach Jahren.

Unbalanced Operator und Bugs

Es folgten während des ersten Jahres weitere Operatoren, die selten unverändert blieben und teilweise eine Reihe von Fehlern mit sich brachten.

Mit Operation Dust Line, im Spiel unglücklicherweise erneut übersetzt (Staublinie), erschien am 10. Mai 2016 die zweite Season. Released wurden in jenem Mai, neben der Map „Grenze“, auch die Navy Seals Valkyrie und Blackbeard. Letztgenannter brachte damals ein 800 HP einsteckendes Schild mit. Mit diesem war er nicht nur viel zu stark, man bekam ihn auch sehr schwierig von einem Fenster weg. Deshalb nerfte Ubisoft das Schild seither zahlreich, wobei er mit den zwei heutigen Schilden endlich als ausgeglichen gilt. Aber auch Valkyrie erhielt eine Anpassung. Sie startete mit vier der sogenannten Black Eyes und verlor eines. Heute ist sie in genau dieser Form (und drei frei platzierbaren Kameras) bekannt.

Die mit Operation Skull Rain (Release 02. August 2016) eingeführten Brasilianer der Spezialeinheit BOPE, Capitao und Caveira, blieben in ihrer Endfassung ebenfalls nicht unverändert. Neben zahlreichen Anpassungen der Schadenswerte glich Ubisoft auch mehrfach die Secondary Gadgets an. Capitao startete unter anderem mit Splittergranaten, welche er recht schnell verlor. Selbiges galt für Caveira und ihr Nitrohandy. Heute kann sich kaum ein Spieler Caveira mit C4 vorstellen. Desweiteren änderte Ubisoft den Farbton des mittels Capitaos Armbrust verschossenen Rauches von blau in das von den Rauchgranaten bekannte grau.

Doch all diese Unausgeglichenheit der Operator und die damit verbundenen Anpassungen sind nichts im Vergleich zu den Fehlern der am 17. November 2016 erschienenen Season – Red Crow. Die beiden japanischen Operatoren konnten jeweils einen gravierenden Bug auslösen. Wenn Hibana ihre X-Kairos schoss, stürzte das Spiel zu einer hohen Wahrscheinlichkeit für alle in dem Match befindlichen Spieler ab. Dies hatte unter anderem zur Folge, dass die Angreiferin zwischenzeitlich gesperrt war. Echo wiederum konnte – wenn ausgewählt – einen extrem langen, wenn nicht sogar endlosen Ladescreen, vor Beginn einer Runde auslösen. Dieser endete erst dann, wenn der Spieler – welcher Echo nahm – das Spiel verließ. Außerdem musste Ubisoft Echo und dessen Drohne mehrfach überarbeiten. Bis heute gilt er als sehr starker Operator. Vielleicht sogar zu stark. Ein Patch oder sogar ein Rework stehen weiterhin im Raum.

Doch wir sahen in Red Crow nicht nur Fehler. Es gab auch wieder eine Map: „Skyscraper“. Dies ist außerdem jene Map, von der wir nächste Season (Jahr 5, Season 3) ein Rework erhalten. Neben „Skyscraper“ fügte Ubisoft mit Patch 5.2 am 15 Dezember 2016 auch „Bartlett University“ in den Multiplayer Mappool hinzu.

Rainbow Six ohne Alpha Packs, Claymores und mehr

Blickt man auf die heutige Fassung des Spiels, würde man sich wundern, was Ubisoft alles erst nachträglich hinzufügte. Darunter zählt unter anderem ein Großteil der kosmetischen Inhalte. Talismane und Kopfbedeckungen waren ebensowenig Inhalt des Spiels, wie die Uniformen. Und ja, die Kopfbedeckungen und die Uniformen kamen zu unterschiedlichen Zeitpunkten in das Spiel. So sah man beispielsweise solch kuriose Zusammensetzungen wie einen dunkelblauen Mute in der Standarduniform mit weißer Black-Ice-Maske.

Auch gewisse Gadgets gab es damals nicht. Dazu zählen logischerweise die neuen Bewegungsmelder, aber auch Claymores und Kontaktgranaten. Für viele unvorstellbar und doch in Jahr 1 und 2 üblich, war auch das Fehlen separater Mappools für Ranked und Casual. Wer ein Ranked Match suchte, konnte durchaus auf Maps wie House, Favela, Präsidenten Flugzeug, Hereford Base, Jacht oder Bartlett University treffen.

Auch eine zeitliche Sperre für das Verlassen eines laufenden Matches oder das sogenannte Reverse Friendly Fire zählten nicht zu den Dingen, die Spieler in den Anfangsjahren von Rainbow Six erlebten. Ebensowenig wie Alpha Packs.

Jahr 2-4: Meta-Wechsel, Operation Health und die ACOGs

„Fixing and repairing the game“

Fixen und reparieren war das Kredo von Operation Health, einer dreimonatigen Phase, in der Ubisoft Fehler und Probleme anging. Die gesamte Performance des Spiels sollte verbessert werden. Das Update erschien am 07. Juni 2017. Hier wurde der Grundstein dafür gelegt, dass die Spielerzahlen weiter steigen konnten. Rainbow Six wuchs zu diesem Zeitpunkt extrem schnell, weshalb die Server auf den zugehörigen Ansturm vorbereitet sein mussten. Gratis Wochenenden wie in Skull Rain und Velvet Shell lockten massig Neulinge an.

Außerdem erfuhren die Spieler, zunächst insbesondere die Profis, wie sehr ein einziger Operator – in dem Fall Mira – die komplette Meta und die Taktiken des Spiels verändern kann. Nach Mira folgte die Fallen-Meta, da in Blood Orchid mit Ela und Lesion zwei neue der sogenannten Fallen-Operatoren ins Spiel kamen. Häufig sah man die Kombination aus Ela, Lesion, Frost und Kapkan. Ela besaß damals noch eine enorm starke Scorpion, welche mit 50 Schuss und kaum Rückstoß die Maps dominierte. Außerdem war seit einigen Seasons das „Dropshoten“ in Rainbow auch bei der breiten Masse angekommen. Wo man auch hinblickte, lag eine Ela oder Ash, ein Jäger oder Bandit auf dem Boden.

Mit Operation Blood Orchid verloren jedoch die beiden deutschen, Bandit und Jäger, ihr ACOG-Visier. Die selbe Änderung machte bereits Smoke durch, welcher seit dem Release von Red Crow nicht mehr auf das ACOG seiner SMG-11 – liebevoll Pocket-Sniper genannt – zurückgreifen konnte. Aber es blieb nicht bei den Dreien. Ash verlor für ihr R4C während Burnt Horizon das ACOG-Visier und Maestro verlor es in Shifting Tides für seine ALDA.

Weitere Neuerungen waren das Wärmebild von Glaz und der lang ersehnte Dropshot-Nerf in Para Bellum. Doch die Season der italienischen Operator Alibi und Maestro brachte neben jenem Nerf und der Map Villa einen weiteren neuen Aspekt ins Spiel: Pick and Ban. Die Möglichkeit, jeweils einen Angreifer und einen Verteidiger für das Match bannen zu können, kam zunächst lediglich für Custom Games ins Spiel und war fortan fester Bestandteil der ProLeague, ehe sie mit dem Release von Phantom Sight auch in Ranked integriert wurde.

Kreativität und Strategien der Spieler

Der Charme und die Beliebtheit von Rainbow Six werden allerdings nicht durch die vielen Neuerungen, DLCs oder den E-Sport bestimmt. Auch die vorhandenen Bugs, Fehler, Probleme und Cheater schmälern nicht das, was Rainbow Six für viele ausmacht – Freiraum und Kreativität. Die Spieler finden immer wieder neue Möglichkeiten, Taktiken und Kniffe, mit denen sie ihre Kontrahenten überlisten. Wegbereiter und Innovatoren vieler dieser Dinge sind Content Creator wie ‚Macie Jay‘ oder ‚Coconut Brah‘.

Vieles fand die Community aber auch Stück für Stück selbst heraus. Dazu zählen nicht nur die verschiedensten und kreativsten „Spawnpeeks“, „Runouts“ und Positionen für Miras Fenster. Es gibt auch Tricks, die Spieler fanden, obwohl Ubisoft bei der Entwicklung nicht mal an die Möglichkeit einer derartigen Nutzung dachte. Das beste Beispiel ist der Active-Bandit/ Bandit-Trick. Ein weiteres Beispiel ist die Methode, mit welcher ein Spieler mit Maverick eine verstärkte Wand in eine sogenannte Softwall umwandelt – der Maverick-Trick. Aber auch gewisse Operatorkombinationen bilden einen wichtigen Part des Spiels. Die bekanntesten davon sind Thermite & Thatcher und Castle & Mute. Aber auch Ying & Glaz erfuhren in der nach dieser Kombination benannten Meta große Beliebtheit.

Manche Tricks, welche sich Spieler aneigneten, sind heute noch beliebt. So kombinierten Spieler nicht nur mobile Schilder mit den Fallen von Frost oder Kapkan, sondern auch mit Lesion. Handelt es sich bei dem Schild um eines von Goyo, dann ist die Wirkung umso größer. Jene Schilder lassen sich übrigens sowohl von Kapkans Fallen, als auch von Maestros Evil Eyes auslösen. Eine von Lesions GUs kann wiederum den Tod eines in der Bärenfalle von Frost liegenden Gegners besiegeln. Die GUs werden neuerdings auch gerne mit den Banshees der neuen Verteidigerin Melusi kombiniert.

Der Großteil dieser Kniffe existiert mindestens genauso lange wie Pre-Placed-C4s oder der sogenannte Impact-Trick. Und das ist bei weitem noch nicht alles. Würden wir auf die Taktiken und Tricks der Profis eingehen, würde dieser Artikel nie enden. Dies zeigt genau das, wofür Ubisoft beim Ubisoft Forward dankte. Diese Kreativität, dieses Engagement der Spieler und die Spieltiefe zählen zu den Grundpfeilern, durch die 60 Millionen Spieler zu Ubisofts Taktik-Shooter fanden.

Danke an ein engagiertes Team!

Wir ergreifen an diesem Punkt das Wort für die Fans des Spiels und sagen Danke an das engagierte Team hinter Rainbow Six Siege. Auch wenn einige Probleme innerhalb des Spiels für Frustration sorgen, ist es der favorisierte Shooter vieler Spieler. Durch ihn entstanden Karrieren und Freundschaften wurden geknüpft. Und auch wenn nicht alles perfekt ist oder sogar vieles verbessert werden müsste: Die von Ubisoft in ein fünf Jahre altes Spiel investierten Ressourcen verdienen Anerkennung. Insbesondere in einer Zeit, in der es aufgrund einer globalen Pandemie schwierig ist, die üblichen Serverarbeiten, Patches oder Neuentwicklungen wie gewohnt fortzuführen.

In fünf Jahren erfreuten sich die Spieler bereits an 18 Seasons und 36 neuen Operatoren, ausgeprägten E-Sport-Events und -Ligen, die Möglichkeit ihre Lieblingsteams und -streamer im Spiel zu unterstützen sowie zahlreiche In-Game-Events. Letztere begannen in Jahr drei mit dem Outbreak Event. Seither sahen wir neben dem jüngsten Modus, Attrition, die verschiedensten Spielelisten, welche den investierten Aufwand verdeutlichen. Wir sagen danke für:

  • Attrition
  • Grand Larceny
  • Golden Gun
  • Road to S. I. 2020
  • Doctors Curse
  • Showdown in Fort Truth
  • Rainbow is Magic
  • Mad House
  • Outbreak

Wie freuen uns auf weitere fünf Jahre Rainbow Six Siege!

Ubisoft belässt es allerdings nicht bei den genannten Events. Sie versprachen, dass es mindestens weitere fünf Jahre Updates, Patches, neue Operator, neue Maps, Map Reworks, Operator Reworks, Arcade Spielelisten, Events und Battlepässe geben wird. Für den Rest des fünften Jahres sind unter anderem Überarbeitungen von den Maps „Chalet“ und „Skyscraper“ bekannt. Außerdem erwarten Fans sehnsüchtig das Rework des – als Lord bekannten – Kultoperators Tachanka.

Tom Clancy’s Rainbow Six Siege – Erst der Anfang

Über Rainbow Six Siege

Wer nicht auf schnelles, hektisches und teils chaotisches Gameplay steht, ist im Taktik-Shooter Tom Clancy’s Rainbow Six Siege genau richtig. Entwickler Ubisoft Montreal und Publisher Ubisoft bieten auf dem PC, der PlayStation 4 und Xbox One einen sehr balancierten und sich stetig weiterentwickelnden E-Sport-Titel mit einzigartigen Mechaniken an, der jährlich mit dem großen „Six Invitational“ seinen Höhepunkt findet.

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