In diesem Beitrag erkläre ich mit der 72 Stunden Regel, wieso die meisten Vorhaben in den ersten drei Tagen scheitern und erläutere durch den Begriff der Volition, was wir dagegen tun können. Zuletzt nenne ich fünf Voraussetzungen, die für eine starke Volition notwendig sind.

Motivation

Versetzt euch mal in eine Situation zurück, in der ihr mit einem Freund, einer Freundin ein längst überfälliges Telefonat hattet, weil ihr euch schon ewig nicht mehr gesehen habt. Man tauscht sich aus, erzählt sich Dies und Das und am Ende fällt dann eine sehr häufige Floskel: „Wir müssten uns echt mal wieder treffen!“ Das wird dann einstimmig bejaht und das war es dann auch wieder. „Wir müssten uns echt mal wieder treffen“ endet darin, dass man sich nicht wirklich verabredet, sondern nur so tut als ob.

So verhält es sich mit vielen Dingen in unserem Leben. „Ich müsste endlich wieder sportlicher werden“ oder „ich müsste anfangen mich gesünder zu ernähren“. Welches Beispiel fällt euch ein?

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Da ich meinen Appell an die kreativen Köpfe da draußen nicht außer Acht lassen möchte, hätte ich folgendes Beispiel: „Ich müsste mal einen YouTube Kanal erstellen, um meiner Kreativität Ausdruck zu verleihen“. Genau, hätte, hätte Fahrradkette… du müsstest mal.

72 Stunden Regel

Die 72 Stunden Regel ist keine wissenschaftlich fundierte Aussage, viel eher eine allgemeine Beobachtung zwischen Vorsatz und tatsächlicher Handlung. Wenn wir aus einem Vorsatz nicht in 72 Stunden eine echte Handlung ableiten können, sinkt die Chance auf die Durchführung des Vorsatzes drastisch ab, die Idee gerät in Vergessenheit. Wenn wir Dinge also wirklich ernst meinen, dann sollten wir nicht lange zappeln, sondern die Dinge auch wirklich in die Tat umsetzen.

Man könnte sagen, dass wir bei den wirklich wichtigen Vorsätzen in unserem Leben schon genügend Motivation aufbringen könnten und sich das Thema dann von selbst erledigt. Aber ich behaupte, dass es viele Menschen da draußen gibt, die sich immer wieder etwas von vorne vornehmen und es dann doch nicht umsetzen. Und das nur, weil sie nun mal in ihrer Komfortzone festsitzen. Es ist einfacher in die Zukunft zu schwafeln, als mal wirklich Tacheles zu machen und die Dinge beim Schopf zu packen. Für all diese Menschen ist dieser Beitrag, denn hier möchte ich einen Begriff erläutern, der euch dabei helfen kann, die Dinge wirklich zu erledigen.

Volition

Die Volition ist die Fähigkeiten eines Menschen, sich für etwas zu entscheiden, und diese Entscheidung auch tatsächlich umzusetzen, trotz aller scheinbaren Widerstände, die es so geben kann. Sei es Angst, Zeitmangel oder eben die pure Faulheit. Anders bezeichnet ist Volition die Willensstärke, die sich aus Willenskraft und Umsetzungsstärke zusammensetzt. Es ist die Fähigkeit, die Dinge in die Tat umzusetzen.

*Willenskraft + Umsetzungsstärke = Willensstärke*

Wir unterteilen den Prozess der Willensstärke in zwei Phasen. Die Phase, in der die Willenskraft erzeugt wird (Willensbildung) und dann die Phase in der die Handlung durchgesetzt wird (Willensdurchsetzung).

Willensbildung

Das folgende mag für viele banal klingen, aber einzig das Wissen über die unterschiedlichen Phasen kann uns mehr Klarheit verschaffen und uns deutlich machen, dass jede Phase für sich wichtig und notwendig ist. Wenn wir eine dieser Phasen auslassen, sinkt die Chance auf die Durchführung unseres Vorsatzes drastisch.

Willensbildung

Alle fängt mit einer Idee an, einem inneren Wunsch etwas zu erledigen oder zu erreichen. Eine Idee ist notwendig, denn ohne Idee gäbe es das Thema natürlich nicht. Die Idee lässt sich einfach mit dem dadurch entstehenden Ziel verbinden.

  • Idee: „Ich würde gerne etwas Kreatives machen.“
  • Ziel: „Ich möchte regelmäßig Videos auf YouTube erstellen.“

Diese zwei Aspekte sind lediglich dazu da, unseren Willen zu bilden. Noch ist nichts Konkretes passiert, wir haben lediglich die Lust entwickelt etwas zu tun. Dies ist aber dennoch der wichtige Grundstein für die nächsten Schritte.

Willensdurchsetzung

Erst durch einen echten Plan können wir die tatsächliche Umsetzung vorbereiten. Erst wenn wir unser Vorhaben konkretisieren, können wir die einzelnen Schritte auch umsetzen. Hierbei gilt aber auch, dass wir uns nicht in der Planung verlieren sollten, sondern auch eine Abgrenzung finden. Das wichtigste ist nämlich, dass unsere Planung uns beim ersten Schritt in der Umsetzung unterstützen soll.

  • Plan: „Am Sonntag bereite ich das Thema vor und am Dienstag nehme ich das Video auf und mache es fertig.“
  • Umsetzung: Ich mache es auch wirklich.

Nach der Umsetzung ist es erledigt. Ob das Ergebnis perfekt ist oder nicht, spielt erstmal keine Rolle. Sobald wir aber lernen diese Schritte immer wieder durchzuführen, werden wir in einen Trott gelangen, der es uns ermöglicht auch nebenbei an unserer Qualität zu arbeiten.

Fünf Voraussetzungen für mehr Volition

Abschließend möchte ich noch fünf Voraussetzungen für mehr Volition aufzeigen:

  1. Fokus: Wir müssen konzentriert und ohne Ablenkung an einer Aufgabe arbeiten und auch Prioritäten befolgen können.
  2. Mentale Stärke: Wir müssen psychologisch bereit sein, in dem wir die Lust darauf entwickeln.
  3. Selbstvertrauen: Wir müssen überzeugt sein, dass wir es erledigt bekommen.
  4. Selbstdisziplin: Niemand wird uns zu unserem Glück treiben, dafür sind wir schon selbst verantwortlich.
  5. Problemlösungskompetenz: Nicht immer gestaltet sich der Weg als einfach. Wir müssen fähig sein, Probleme zu lösen und uns nicht davon abschrecken lassen.

Wrap-Up

Das nächste Mal, wenn ihr euch davon überzeugen möchtet, dass ihr etwas unbedingt angehen solltet, denkt an die 72 Stunden Regel. Nehmt es direkt in Angriff, bevor ihr es niemals tut. Wer sich hiervon motiviert sieht, lasst mich doch gerne wissen, welche Handlung ihr endlich durchgeführt habt und ob ihr etwas Kreatives erschaffen habt.

Im Video: Dinge erledigen in 72 Stunden, so gehts!