Berlin. Nachdem schon im September die Bundesregierung erste Schritte im Visumsrecht angekündigt hatte, bestätigte das Auswärtige Amt nun in einer Verwaltungsanweisung die Umsetzung der neuen Regelungen. Sie erlauben es ausländischen eSport-Athleten aus Drittstaaten, in einem vereinfachten Verfahren kurzzeitig für die Teilnahme an Turnieren, aber auch für Test- und Auswahlspiele, nach Deutschland einzureisen. Der Aufenthalt darf dabei 90 Tage im Jahr nicht überschreiten. Das geht aus einer Pressemitteilung des eSport-Bund Deutschland (ESBD) hervor.

„Die Umsetzung der angekündigten Verfahrenserleichterungen zur Einreise für eSport-Turniere begrüßen wir ausdrücklich“, kommentierte ESBD-Vizepräsident Jan Pommer. „Das ist ein wichtiger Schritt, um Deutschland als eSport-Standort zu stärken. Damit schafft die Bundesregierung die notwendige Planungssicherheit für Teams und Turniere.“

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„Veranstaltung mit sportlichem Charakter“

Publik wurde die Änderung der Verwaltungspraxis mit der Veröffentlichung des Visumhandbuch des Auswärtigen Amts in seiner aktuellen Auflage vom Juli 2018. Das Handbuch stellt auf über 500 Seiten eine interne Verwaltungsanweisung zur Handhabung von Einreiseverfahren dar und bindet Botschaften und beteiligte Behörden. Während in der Auflage des Vorjahres eSport noch nicht unter den Sportbegriff fiel, umfasst die Neuregelung nun folgenden Wortlaut: „Vor dem Hintergrund des sich wandelnden Sportbegriffs und der entsprechenden Vereinbarung im Koalitionsvertrag können E-Sportveranstaltungen […] jedoch nunmehr in Abgrenzung zu internationalen Sportveranstaltungen […] als „Veranstaltung mit sportlichem Charakter“ subsumiert werden.“

Das vereinfachte Verfahren für kurzzeitige Einreisen umfasst die Befreiung von einer anderweitig erforderlichen Zustimmung durch die Bundesagentur für Arbeit. Für Einreisen zur Teilnahme an einem längerfristigen Spielbetrieb gilt diese Einstufung hingegen noch nicht. Hans Jagnow, Präsident des ESBD, erklärt dazu: „Wir freuen uns über diese Öffnung und hoffen, dass wir zeitnah auch längerfristige Aufenthalte ohne komplizierte Verfahren in Deutschland ermöglichen können. Dafür müssen eSport-Athleten als Berufssportler anerkannt werden, das ist der nächste notwendige Schritt. Das erlaubt es, auch für den Liga- und Trainingsbetrieb ausländische Talente nach Deutschland zu holen und damit den Standort und die heimischen Teams im internationalen Wettbewerb stärken.“

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