Am heutigen Mittwochnachmittag, 24. November 2021, wurde der neue Koalitionsvertrag vorgestellt, der in den kommenden zehn Tagen von allen drei an der neuen Regierung beteiligten Parteien eine Zustimmung erhalten soll. Die sogenannte „Ampel“ hat sich nach etwa zwei Monaten intensivsten Verhandlungen auf einen Koalitionsentwurf geeinigt, der insgesamt 178 Seiten umfasst.

Im Papier enthalten sind abermals auch die Themen E-Sport und Games. Das ist zwar an sich nichts Neues, gibt aber Hoffnung, dass sich vor allem im E-Sport etwas tun kann. Denn theoretisch sind die im Koalitionsvertrag gemeinschaftlich beschlossenen Inhalte auch Versprechen an die Bevölkerung. Im Rahmen der heutigen Vorstellung betonten gleich mehrere, künftig in Regierungsverantwortung befindliche Politiker und Politikerinnen, dass man um einzelne Sätze im Vertrag stundenlang diskutierte.

Ein gebrochenes Versprechen

Dennoch: Dass nicht alle dieser Versprechen auch eingehalten und wirklich wie geplant umgesetzt werden, ist ein Fakt, der sich leicht anhand zahlreicher Beispiele überprüfen lässt. Um beim Thema zu bleiben, können wir auf den nun gerade erst abgelaufenen Koalitionsvertrag der vergangenen vier Jahre schauen. Auch dort wurde seitens der bislang regierenden Großen Koalition, bestehend aus SPD und CDU, die umfangreiche Förderung des E-Sports in Deutschland versprochen. Sogar von dem Weg nach Olympia war die Rede.

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Dort hieß es:

„… werden wir E-Sport künftig vollständig als eigene Sportart mit Vereins- und Verbandsrecht anerkennen und bei der Schaffung einer olympischen Perspektive unterstützen.“ (Koalitionsvertrag 2018, Seite 48)

Als Fazit im November 2021 steht fest, dass E-Sport weder Teil von Olympia ist, noch als Sportart in Deutschland anerkannt.

Neue Hoffnung für Gaming und E-Sport

Solche Vertrauensbrüche sorgen in Teilen der Bevölkerung immer wieder für berechtigte Frustration und Pessimismus. Doch immerhin sind es, sollte der heute vorgestellte Koalitionsvertrag der Ampelregierung, bestehend aus SPD, FDP und Grünen, in Kraft treten, andere Parteien, die ein neues Versprechen für die Branche abgegeben haben.

Wie bereits kurz erwähnt, findet die Themen Gaming und E-Sport auch im Koalitionsvertrag für die Jahre 2021 bis 2025 wieder Erwähnung.

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Dort heißt es nun:

„Wir wollen den Games-Standort stärken und die Förderung verstetigen. Wir schaffen Rechtssicherheit für gemeinnützigen Journalismus und machen E-Sport gemeinnützig.“ (Koalitionsvertrag 2011, Seite 123)

Auch der Plan der zukünftigen Regierung, die am 6. Dezember 2021 planmäßig ihre Arbeit aufnehmen soll, ist also die Umsetzung der Gemeinnützigkeit für den E-Sport. Zudem soll die Förderung der Games-Branche beibehalten und der Standort weiter gestärkt werden.

ESBD bezieht Stellung

Zeitnah zur Vorstellung äußerte sich auch der eSport-Bund Deutschland bereits. Anlässlich der Veröffentlichung des Koalitionsvertrages kommentiert Daniel Luther, Präsident des eSport-Bund Deutschlands (ESBD):

„Die Gemeinnützigkeit für den E-Sport soll kommen. Der ESBD begrüßt diese Grundsteinlegung der Ampelkoalition, verschafft sie doch dem wachsenden Breitensport im E-Sport eine solide Basis. Entscheidend wird sein, den gesamten E-Sport zu berücksichtigen, damit die Anerkennung der Gemeinnützigkeit ihre volle Kraft entfalten kann.

Die Koalitionäre nehmen im Koalitionsvertrag leider nicht die vielen Potenziale des E-Sports in den Blick, die in Wahlprogrammen noch stärker betont wurden. Hier hätten wir uns mehr Gestaltungswillen gewünscht. Nichtsdestotrotz blicken wir zuversichtlich in die kommende Legislaturperiode, in der die Versäumnisse der vergangenen Jahre nicht wiederholt werden dürfen.“

Uns allen bleibt an dieser Stelle nur zu hoffen, dass es die Ampel-Koalition dieses Mal ernster mit dem Thema meint, als die GroKo in der abgelaufenen Legislaturperiode. Wir halten euch selbstverständlich auf dem Laufenden und werden euch auch in der Zukunft mit Insights zum Thema E-Sport in Deutschland und dessen Entwicklung versorgen.