Das wettbewerbsorientierte Spielen von Computer- und Videogames, der sogenannte E-Sport, wird in fast allen gesellschaftlichen Schichten und Nischen zunehmend relevant. Mit dem exponentiellen Wachstum des E-Sports gehen nicht nur politischer, gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Erfolg des elektronischen Sports einher, sondern auch eine zunehmende Verantwortung seiner Akteure.

Eine Untersuchung der Fachhochschule Westküste* zeigt sehr deutlich, dass E-Sport auch für Jugendliche äußerst relevant ist. So beschäftigen sich in der Altersgruppe der 14- bis 19-Jährigen rund 17 Prozent regelmäßig mit E-Sport-Inhalten. Auch der eSports Nord e.V. erlebt dies in der Vereinsarbeit und berät insbesondere Lehrer, Pädagogen und Eltern regelmäßig im Hinblick auf Fragen rund um das Thema E-Sport. Über ein damit verbundenes Pilotprojekt berichtet der Verein am heutigen Montag in einer aktuellen Pressemitteilung.

Pilotprojekt zum Abschluss gebracht

Gemeinsam mit der Aktion Kinder- und Jugendschutz Schleswig-Holstein (AKJS) und dem erzieherischen Jugendschutz (Kinder- und Jugendbüro) der Stadt Flensburg, ist nun ein bundesweites Pilotprojekt zum Abschluss gebracht worden. In Kooperation mit den E-Sportlern aus Schleswig-Holstein wurde eine Fortbildung entwickelt, die E-Sport-Akteure mit dem nötigen Know-How ausstattet soll, um unter Jugendmedienschutzgesichtspunkten mit Kindern und Jugendlichen „sicher“ arbeiten zu können. Es handelt sich um eine Art „Jugend(schutz)-Gruppenleiterschein“ mit E-Sport Fokus.

Die Inhalte waren vielseitig und ganzheitlich aufgestellt. So fanden sich beispielsweise Informationen zur Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK), zur Extremismusbekämpfung, zur Kommunikation mit Kindern und Jugendlichen, zur Gleichstellung aller Menschen und zu sportlichen Aspekten. Die Fortbildung war auf vier Tage mit jeweils sieben Stunden ausgelegt und modulartig aufgebaut. Der eSports Nord e.V. hat bei der Premiere der Fortbildung rund zehn Vereinsmitglieder ausbilden lassen.

Fabian Bornemann, 1. Vorsitzender des eSports Nord e.V., äußert sich hierzu wie folgt:

„Für uns als Verein, der viel mit Kindern und Jugendlichen arbeitet, ist diese Fortbildung Gold wert. Die AKJS hat uns in vielerlei Hinsicht mit dem notwendigen Rüstzeug ausgestattet, um besser mit unseren jungen Mitgliedern, als auch interessierten Personen interagieren zu können. Das bringt vor allem auch einiges an Sicherheit für unsere Mitglieder im Umgang mit jungen Menschen.“

Der Pressesprecher des Vereins, Timo Schöber, ergänzt:

„Durch das Wachstum des E-Sports wird dieser auch zunehmend in der sehr jungen Bevölkerungsgruppe relevant. Kinder und Jugendliche haben nicht selten den Wunsch in irgendeiner Form im E-Sport Fuß zu fassen. Um den daraus resultierenden Umgang unsererseits mit diesen Menschen auf fundierte Füße zu stellen, ist diese Fortbildung sehr wichtig gewesen. Uns sind vielerlei nützliche Aspekte und Ansätze vermittelt worden.“

Dr. Benjamin Strobel, der die Fortbildung als Referent der AKJS gemeinsam mit Uli Tondorf maßgeblich mitentwickelt hat, führt weiter aus:

„Die Bildung von Vereinsstrukturen im E-Sport ist eine große Chance für den Jugendschutz. Vereine stellen Strukturen bereit, die Kindern und Jugendlichen eine Begleitung und Orientierung beim sportlichen Spielen ermöglichen. Dabei stehen die jungen Vereine jedoch vor pädagogischen Herausforderungen. Mit dieser Fortbildung können wir sie dafür wappnen und so eine förderliche Entwicklungsumgebung für Kinder und Jugendliche schaffen. Beim eSports Nord haben wir großes Interesse und Engagement dafür erlebt.“

Auch vonseiten des Kinder- und Jugendbüros der Stadt Flensburg blickt man zufrieden auf die Veranstaltung:

„E-Sport oder Onlinespiele stehen seit Jahren nicht nur bei jungen Menschen hoch im Kurs! Mit dieser bisher in Schleswig-Holstein einmaligen Qualifizierung möchten wir aus Sicht des Flensburger Jugendschutzes, zukünftigen Anleiter*innen in der E-Sport-Szene und Vereinen von Grund auf eine fundierte Orientierung über die kognitive, emotionale und moralische Sozialisationswirkung auf die jugendlichen Nutzer*innen von Games/E-Sport geben.“ – Christian Ide, Jugendschutzsachverständiger

Auf Basis der Erfahrungen des Pilotprojekts soll die Fortbildung auch anderen E-Sport-Organisationen zugänglich gemacht werden. Interessierte können sich an die AKJS oder den eSports Nord e.V. wenden, heißt es in der aktuellen Pressemitteilung abschließend.


Über den eSports Nord e.V.

Der eSports Nord e.V. ist ein eingetragener Verein mit Sitz in Flensburg, Schleswig-Holstein. Gegründet im Jahr 2016 nimmt der Verein ehrenamtlich unterschiedliche Aufgaben im Breitensport wahr. Zu diesen Aufgaben gehören die Aufklärung und Beratung zum Thema E-Sport, die Vorstellung des Themas E-Sport an Schulen, Hochschulen und bei Jugendringen, die Vermittlung von Medienkompetenzen inklusive Suchtprävention bei Jugendlichen, die Organisation von Events und LAN-Partys sowie die Unterstützung von klassischen Sportvereinen bei E-Sport-Projekten. In Flensburg unterhält der Verein ein eigenes Vereinsheim und Leistungszentrum mit einer Fläche von rund 200 Quadratmetern.


Über den Die Aktion Kinder- und Jugendschutz Schleswig-Holstein e.V. (AKJS)

Die Aktion Kinder- und Jugend­schutz Schleswig-Holstein e.V. (AKJS) ist ein freier Träger der Jugendhilfe und arbeitet zu aktuellen Themen des erzieherischen Kinder- und Jugendschutzes.

Zu den Angeboten gehören:

  • Fortbildungen & Fachtage
  • Abruf-Veranstaltungen
  • Fachberatung
  • Projektkooperationen
  • Peer-to-Peer-Projekte
  • Netzwerkarbeit
  • Newsletter
  • Material

*vgl. Schöber/Ottowitz: E-Sport Radar (2021), S. 56, Aachen: Meyer & Meyer Verlag.