Deutschland befindet sich aufgrund des Coronavirus (SARS-CoV-2) seit Wochen im Shutdown. Geschäfte dürfen nur unter Einschränkungen öffnen. Restaurants und Hotels sind weitgehend geschlossen. Große Unternehmen haben teilweise Kurzarbeit angemeldet. Kitas und Schulen sind geschlossen oder öffnen je nach Bundesland erst langsam wieder die Pforten.

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Die gesamte Bundesrepublik befindet sich in einer Art Winterschlaf. Über das Aufwachen wird in Wissenschaft, Wirtschaft, Gesellschaft und Politik diskutiert. Ab wann und in welcher Weise soll wieder zur Normalität übergegangen werden? Welche Schritte müssen erfolgen? Wie schützt man die Bevölkerung ohne gleichzeitig die Wirtschaft zu gefährden?

Offenlegung von Potenzialen durch Corona

Ein Themenfeld, das sich aufgrund der Coronakrise als wichtiger Wachstumsmarkt erwiesen hat ist die Digitalisierung. Viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer verrichten ihre Aufgaben von zuhause aus. Via Homeoffice werden Besprechungen abgehalten, Kundentermine absolviert und das Tagesgeschäft bewältigt. Darüber hinaus halten Familien und Freunde über das Internet Kontakt zueinander.

Die Coronakrise hat bereits eines gezeigt: Eine funktionierende Infrastruktur im Bereich des Digitalen ist essentiell für ein Land. Nicht nur aufgrund von Krisen, sondern vor allem als Zukunftsmarkt. Man denke etwa an neue Arbeitsmodelle, innovative Unterrichtsmethoden, vereinfachte Behördengänge oder die Unterhaltungsindustrie.

Streaming und Gaming

Zwei wichtige Standbeine der Unterhaltungsindustrie sind Streaming und Gaming. Streaming meint vor allem große Anbieter von Videoportalen, über die sich Menschen Filme und Serien anschauen können. Darüber hinaus gibt es auch Angebote für Musik oder eBooks.

Besonders stark während der Krise ist das Gaming, also das Spielen von digitalen Inhalten. Wie der game-Verband jüngst mitgeteilt hat, bleiben durch Videospiele rund 18 Millionen Deutsche während der Coronaphase miteinander verbunden. Videospiele erweisen sich als verbindendes Medium, das auch problemlos über das Internet genutzt werden kann. Auch komplexe und umfassende Interaktionen zwischen Menschen sich durch Videospiele möglich. Das Bedürfnis des sozialen Lebens, das menschliche Miteinander kann also in Ergänzung auch durch Videospiele erfüllt werden.

E-Sport als Motor während Corona

Der Videospiel-Markt ist in Deutschland von 2018 auf 2019 um sechs Prozent gewachsen. Ein Motor dieses Wachstums ist der E-Sport, also das wettbewerbsorientierte Spielen von Games unter sportlichen Aspekten. In Deutschland wächst E-Sport seit Jahren exponentiell. Lag das Marktvolumen im Jahr 2013 noch bei 8,3 Millionen Euro, geht man für 2023 von bis zu 144 Millionen Euro aus. Das entspricht einer Versiebzehnfachung des Marktes innerhalb von elf Jahren.

Gaming und E-Sport sind also auch ohne Corona in der Vergangenheit gewachsen. Prognosen sehen seit Jahren ein exponentielles Wachstum voraus, gerade beim E-Sport. Was bedeutet aber die Coronakrise für den elektronischen Sport?

E-Sport während Corona: Probleme?

Auf den ersten Blick sind auch im E-Sport Problemlagen durch Corona entstanden. Viele Events wurden abgesagt, verschoben oder auf reine Online-Events verändert. Die ESL One Cologne etwa, die bei vielen E-Sport-Fans jedes Jahr fest im Kalender steht, wird in diesem Jahr nicht wie gewohnt stattfinden, sondern online oder aus einem Studio heraus.

Auch viele Vereinsheime und Leistungszentren mussten aufgrund von Corona temporär die Pforten schließen. Andere Projekte, beispielsweise das sich in Entstehung befindliche Landeszentrum für E-Sport in der Schleswig-Holsteinischen Landeshauptstadt Kiel, liegen bis auf Weiteres auf Eis.

Auf den zweiten Blick wird aber deutlich, dass E-Sport gut durch die Krise kommen wird. Es zeigen sich viele Chancen, Potenziale und Möglichkeiten.

Ein starker E-Sport: Auch während Corona

Ein großer Vorteil des elektronischen Sports ist sein digitaler Charakter. Das bedeutet, dass Events, Turniere und Wettbewerbe auch über das Internet stattfinden können. Dabei mag durchaus etwas von der Atmosphäre einer Veranstaltung verloren gehen, aber im Gegensatz zu vielen traditionellen Sportarten kann E-Sport weiterlaufen. Auch internationale Turniere sind problemlos umsetzbar.

Darüber hinaus erkennen viele Unternehmen und klassische Sportorganisationen den E-Sport für sich. Der Deutsche Fußballbund (DFB) hat etwa das #WePlayAtHome-Turnier veranstaltet, an dem unter anderem der FIFA-Weltmeister Mohammed „MoAuba“ Harkous und der deutsche FIFA-Meister Michael ‚MegaBit‘ Bittner teilgenommen haben. Auch andere Sportarten springen auf den virtuellen E-Sport-Zug auf, beispielsweise der Basketball.

Während E-Sport für sich weiter funktioniert, konnte durch ihn gleichzeitig ein Mehrwert für den traditionellen Sport geschaffen werden. Was kann E-Sport darüber hinaus leisten?

Chancen und Potenziale durch E-Sport während und nach Corona

Grundsätzlich bietet E-Sport viele Vorteile für unterschiedliche Branchen. Es entstehen neue Berufsbilder und Arbeitsplätze durch E-Sport (Coaches, Analysten, Manager, etc.). Gerade Branchen, die eine hohe IT-Affinität voraussetzen, profitieren von den Fähigkeiten und Fertigkeiten der „Digital Natives“, die sich im E-Sport flächendeckend finden. Auch im Hinblick auf Bildung, Schulunterricht und die Vermittlung von Medienkompetenzen birgt E-Sport viel Potenzial: Spielend die Digitalisierung lernen. Mit Ehrgeiz und Willen, wie sie auch im E-Sport notwendig sind, da es sich um einen Wettkampfsport handelt.

Im Eventmanagement kann E-Sport eine sinnvolle Ergänzung für Messen und andere Veranstaltungen sein, gerade, wenn es um Digitalisierung geht. Die GAMEVENTION hat mit der #DIG1 bereits ein Online-Festival angekündigt, das auch E-Sport beinhalten wird. Die gamescom – und damit die europäische Leitmesse zum Thema Gaming und E-Sport – wird ebenfalls online stattfinden. Auch hier bietet sich die Möglichkeit, Wettbewerbe und Turniere des E-Sports auf einen Online-Modus zu verlagern.

Das sind ein paar Beispiele für Potenziale des E-Sports. Potenziale, die sich durch die Coronakrise potenzieren. E-Sport, als ein Teil der digitalen Welt, offenbart während der Krise einem breiten Spektrum der Gesellschaft die Chancen und Potenziale der Digitalisierung im Allgemeinen und des elektronischen Sports im Speziellen.

Hoffnungsvoll dürfen wir hinsichtlich neuer Impulse für den Strukturausbau sein. Die Coronakrise hat gezeigt, dass ein Netzausbau, bestenfalls mit Glasfaser, überfällig ist. Auch E-Sport wird hier seinen Beitrag zum Ausbau beisteuern, weil deutlich wird, dass die Chancen und Potenziale des Online-E-Sports nur voll ausgeschöpft werden können, wenn die passende Infrastruktur vorhanden ist.

E-Sport hat sich in der Krise als Zukunftsmarkt erwiesen. Ein Zukunftsmarkt mit zahlreichen Synergieeffekten und Potenzialen für diverse Branchen.

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