Escape from Tarkov ist 2021 wahrlich kein neues Spiel mehr. Vielmehr könnt ihr den Hardcore First-Person-Shooter von Battlestate Games schon seit Ende 2016 spielen. Seit dieser Zeit steckt das Spiel in der Entwicklung und macht auch 2021 noch kontinuierlich Fortschritte. Es handelt sich auch nach über vier Jahren Entwicklungszeit ausdrücklich noch um eine Beta.

Obwohl Escape from Tarkov, kurz EFT, nun schon vergleichsweise alt ist, lockt es auch nach all dieser Zeit noch regelmäßig neue Spieler und Spielerinnen an. Doch nicht immer schafft es das Spiel auch, diese langfristig zu halten. Der Grund dafür ist oft, dass EFT euch ins kalte Wasser wirft und zweifelsfrei als sehr „bestrafend“ bezeichnet werden kann. Was ihr an Ausrüstung in einem Level verliert, ist im Regelfall permanent verloren und will auf die ein oder andere Weise neu beschafft werden. Eine Ausnahme zu dieser verlorenen Ausrüstung bietet das in Escape from Tarkov existierende System der Versicherungen. Doch dazu später mehr.

In diesem Beitrag wollen wir euch zehn Tipps mit an die Hand geben, die wir selbst gern schon vor unserem ersten Raid, so heißen die einzelnen Level, die ihr in Tarkov spielt, gehabt hätten. Diese können euch hoffentlich einigen Frust ersparen und euch vorbereiteter an die ersten Aufgaben herangehen lassen.

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10 nützliche Tipps für EFT Einsteiger

1. Lernt die Maps kennen!

In Escape from Tarkov gibt es keine Karte, die ihr kurzerhand aufmacht und dort euch sowie eure Blickrichtung komfortabel seht. Vielmehr gilt es sich anhand von Objekten und anderweitigen Merkmalen in den einzelnen Maps und Regionen zu orientieren. Auch die Position der möglichen Ausgänge müsst ihr kennenlernen, um gezielt und lebendig, inklusive eurer Ausrüstung und Beute, aus dem Raid zu entkommen.

Dafür bietet es sich zu Beginn an, den sogenannten „Offline-Modus“ zu spielen, in dem ihr wahlweise alleine oder nur gegen Computergegner antretend, jede Map frei erkunden könnt. In diesen Offline-Raids wird der Fortschritt nicht gespeichert, sodass nach dem Level alles genauso ist, wie zuvor. Ihr verliert weder Ausrüstung, noch könnt ihr Erfahrungspunkte sammeln oder Beute mit aus der Karte nehmen. Konzentriert euch am besten auf eine Karte nach der anderen, um nicht durcheinander zu kommen. Wenn ihr euch einigermaßen sicher in der Umgebung fühlt, könnt ihr die „richtigen“ Raids in Angriff nehmen, in denen ihr auf andere Spieler und Spielerinnen trefft.

2. Spielt wie ihr wollt: Ihr müsst nicht kämpfen! – Könnt es aber.

In Escape from Tarkov gelten ganz eigene Regeln, vergleicht man das Spiel mit weiteren First-Person-Shootern. Denn wie ihr hier spielt und was euer Ziel ist, entscheidet am Ende ihr selbst. Zwar gibt euch EFT über die Händler und den Hideout-Ausbau gewisse Aufgaben an die Hand, denen ihr euch stellen könnt, gezwungen werdet ihr aber auch dazu nicht. Spielt ihr nur für den Kampf, könnt ihr auf direkten Konfrontationskurs mit anderen Spielenden gehen.

Ihr könnt es aber wahlweise auch genau andersherum machen und gar nicht kämpfen. Geht es euch nur um Ausbau, Beute und Profit, geht das auch komplett ohne Waffengewalt. Wenn ihr die Möglichkeiten zu schleichen und euch zu tarnen sinnvoll nutzt, könnt ihr nahezu alles erreichen, ohne einen einzigen Spieler zu eliminieren. Lediglich für einige Quests werdet ihr dazu gezwungen in dieser Hinsicht aktiv zu werden.

3. Eins nach dem Anderen.

Wenn ihr neu in Escape from Tarkov anfangt, erschlägt euch das Spiel mit Inhalten, Informationen und Anforderungen. Erklärt wird kaum etwas, gefordert viel. Ihr sollt wissen, welche Munition in welche Magazine und welche Magazine in welche Waffe gehören. Ihr sollt euer Versteck ausbauen und dafür wissen, welche Gegenstände ihr – am besten gezielt – sammeln müsst. Dazu gibt es erste Quests von Händlern, die von euch erwarten gewisse Aufgaben innerhalb und außerhalb der Raids zu erfüllen.

Setzt euch also selber Ziele. Ein Beispiel: Heute möchte ich mir die einzelnen Munitionstypen für meine AK-47 ansehen und vergleichen. Oder: Heute beschäftige ich mich mit dem Ausbau meines Verstecks und recherchiere, wo ich welche Gegenstände dafür finden kann.

Sammelt dabei immer nur für zwei bis drei Ausbauten gleichzeitig Material. Euer am Anfang recht begrenzter Lagerplatz wird es euch danken. Und eure Nerven, die beim (Aus)sortieren strapaziert werden können, ebenso.

4. Nutzt die Skavs!

In EFT habt ihr die Möglichkeit mit eurem Hauptcharakter und frei gewählter Ausrüstung (PMC) zu spielen, oder alternativ in regelmäßigen Abständen die Kontrolle über einen sogenannten „Skav“, die KI-Fraktion in Escape from Tarkov, zu übernehmen. Dieser bekommt zufällige Ausrüstung zugeteilt und beginnt zumeist mitten in einem Raid, der schon einige Zeit vorher für die PMCs begonnen hat.

Zwar könnt ihr als Skav die meisten Quests nicht erledigen und euer Level nicht erhöhen, dafür aber genauso gut Beute und Items aller Art mit aus dem Level nehmen und in euer Inventar übertragen. Viele gut ausgerüstete Spieler werden, wenn ihr als Skav in eine Runde kommt, bereits tot oder schon wieder aus dem Raid verschwunden sein, sodass auch eure Gefahr zu sterben deutlich geringer wird. Solltet ihr Geld, Waffen oder bestimmte Items brauchen, ist das der Weg ohne Risiko. Selbst wenn ihr doch scheitert – ihr verliert nichts! Wenn ihr es jedoch aus dem Raid schafft, habt ihr ohne Einsatz Gewinn gemacht.

5. Findet euren Weg, Geld zu verdienen

Apropos Gewinn: Die allermeisten Probleme in Escape from Tarkov lassen sich über Geld regeln. Neue Ausrüstung, Waffen, Nahrung, Munition und so weiter – all das bekommt ihr, gegen das nötige Kleingeld, bei den Händlern. Deshalb ist es wichtig, ein solides Polster an Rubel, die gängigste Währung im Spiel, auf der Tasche zu haben.

Um das zu gewährleisten, gibt es verschiedene Optionen. Insbesondere für Anfänger und Anfängerinnen ist es deshalb sinnvoll, den eigenen Weg zu suchen, um Geld in Escape from Tarkov zu verdienen. Falls ihr eine Begabung für das Kämpfen und Zielen in First-Person-Shootern habt, könnt ihr natürlich direkt in den Kampf gegen Skavs und PMCs ziehen, um deren Ausrüstung zu plündern. Doch Achtung, insbesondere PMCs werden häufig ein höheres Level und dementsprechend auch bessere Ausrüstung haben. Schafft ihr es jedoch trotzdem, diese zu erbeuten, ist das ein sehr lukratives Geschäft.

Alternativ dazu gibt es aber auch zahlreiche Gebiete, die weniger von Spielern frequentiert werden und dennoch Gegenstände mit teils hohem Wert aufweisen. Insbesondere die Position der sogenannten „Hidden Stashes“, also versteckten Lagern im Boden, solltet ihr euch für eure Karten der Wahl einprägen. Diese können nahezu jeden Gegenstand im Spiel beinhalten.

Sparen könnt ihr zudem, in dem ihr das Versicherungssystem nutzt. Vor jedem Raid werdet ihr gefragt, ob ihr einen Teil eurer Ausrüstung – oder direkt alles – versichern wollt. Tut ihr dies und investiert einige Rubel dafür, könnt ihr Gegenstände, die im Fall eures Ablebens im Level verbleiben, im Anschluss über das Post-System zurückgeschickt bekommen. Nutzt dabei stets die günstigste Versicherung und versichert nur dass, was ihr auch wirklich wiederbekommen wollt. Höherstufige Spieler werden die Waffen und Rüstungen, die ihr zu Beginn eures EFT-Daseins verwendet, zumeist nicht mitnehmen, sodass eure Chance darauf gut ist, diese Dinge wiederzubekommen.

6. Lernt die Möglichkeiten kennen

Bevor ihr euch in Spieler gegen Spieler Duelle stürzt ist es sinnvoll, die grundlegenden Optionen in der Steuerung eures Charakters kennenzulernen. Denn diese gehen in Escape from Tarkov deutlich über die simplen Mechaniken in anderen FPS hinaus. So könnt ihr etwa per Tastendruck den Munitionsbestand in eurem Magazin überprüfen – eine Anzeige gibt es nämlich nicht.

Darüber hinaus dürft ihr per Tastenkombination eure Waffe über den Kopf oder seitlich an einer Deckung vorbei halten, um Sperrfeuer abgeben zu können, ohne selbst beschossen zu werden. Weiterhin erlaubt es euch die Steuerung unter anderem, eure Bewegungsgeschwindigkeit (Standardbelegung auf dem Mausrad) stufenlos zu regeln – umso langsamer ihr geht, desto leiser seid ihr natürlich. Gleiches gilt für die Position zwischen Stehen und Hocken – auch den Winkel eurer Beine (und damit die Höhe eures Kopfes) lassen sich fein einstellen. Dies sind nur ein paar wichtige Beispiele aus noch weiteren Möglichkeiten, die euch Tarkov anbietet, um taktisch vorzugehen und eure Spielweise anzupassen.

7. Nutzt die Skavs nicht zu viel

„Aber in Punkt 4 war es doch noch genau das Gegenteil!“ – Falsch. Denn tatsächlich sind Skav-Runs Nerven schonender und risikofrei. Allerdings können zu viele Skav-Runs auch dazu führen, dass euch im Verlauf eurer Spielzeit irgendwann die Erfahrungspunkte auf eurem PMC fehlen, um weitere Dinge freizuschalten, euer Versteck auszubauen oder bei den Händlern weiter an ansehen zu gewinnen. Geld ist zwar extrem wichtig in EFT, aber eben auch nicht alles.

8. Erledigt die Quests – So geht’s schneller voran

Wie in Punkt 2 bereits beschrieben, könnt ihr Escape from Tarkov natürlich genau so spielen, wie ihr möchtet. Wenn ihr allerdings eher ziellos umherlauft und von Raid zu Raid stolpert, ohne einen richtigen Plan zu haben, solltet ihr diesen Ratschlag beherzigen. Erledigt die Aufgaben, die euch die Händler geben. Diese mögen zwar nicht immer super abwechslungsreich und innovativ sein, gewähren aber eine mehr als solide Menge an Erfahrungspunkten, die euch im Level aufsteigen lassen und das Problem aus Punkt 7 schon wieder relativieren.

Selbstverständlich sammelt ihr auch EP über das Kämpfen selbst, das Sammeln von Beute, das Nutzen von Heilungsgegenständen und vielen anderen Dingen, doch geht es mit dem Erledigen der Quests deutlich schneller nach oben.

9. Geht mit einem Plan in den Raid

Tipp Nummer 9 schließt sich fast direkt an Punkt 8 an – nicht nur in der Reihenfolge, sondern eben auch inhaltlich. So könnt ihr selbstverständlich auch einfach aus Spaß in einen Raid starten und „mal gucken, was so passiert“, euch einfach überraschen lassen. Besser voran kommt ihr allerdings auch hier, wenn ihr etwas strukturierter vorgeht. Solltet ihr also den häufig so wichtig geschätzten „Progress“ erzielen wollen, macht ihr euch besser einen Plan.

Dieser kann beispielsweise vorsehen, im nächsten Raid eine bestimmte Aufgabe von Händler XY abzuschließen. Alternativ geht ihr in euer Versteck und schaut, welche Gegenstände euch noch für den Ausbau eines bestimmten Abteils fehlen. Schaut nach, wo ihr genau diese Items am wahrscheinlichsten finden könnt und geht nach dem Start des Raids gezielt an diese Orte. Im Anschluss verlasst ihr den Raid und probiert das Ganze erneut – oder sucht euch ein neues Ziel, wenn ihr eure selbst gestellte Aufgabe erfüllt habt.

So stellt ihr sicher, dass ihr nicht unnötig lange und ziellos durch eine Karte streift und dabei in unnötig viele Konflikte verwickelt werden. Ist das euer Ziel? Okay, vergesst es. Wollt ihr aber überleben, steigert ein Plan, ein Ziel und am Ende vielleicht sogar eine geplante Route durch die Map eure Überlebenschance drastisch.

10. Ihr werdet sterben. Oft. Sehr oft. JEDER stirbt in Tarkov.

Gewöhnt euch daran zu sterben. In Tarkov ist es häufig nahezu egal, wie gut ihr in First-Person-Shootern seid. Wenn euch ein Gegner durch vorteilhafte Position oder Ausrüstung deutlich früher sieht oder hört als ihr ihn, werdet ihr den bevorstehenden Kampf – sollte es denn überhaupt einer werden – voraussichtlich verlieren.

Dieses manchmal nicht planbare Zufallselement gehört zu Escape from Tarkov dazu. Egal welchen EFT-Veteran oder -Streamer ihr euch anschaut, auf den ihr große Stücke haltet, auch diese werdet ihr regelmäßig sterben sehen. Doch lasst euch davon nicht frustrieren. Mit zunehmender Erfahrung steigen eure Chancen auf das Überleben. Ihr lernt Spawn-Orte von Gegnern kennen, gefährliche Gebiete zu meiden und besser einzuschätzen. In Summe ergibt sich daraus ein immer besserer „Game-Sense“, der euch langfristig erfolgreicher EFT spielen lässt.