Beim kürzlich veranstalteten internen Kick-off wurde die schwarz-grüne E-Sport-Strategie von Wacker Innsbruck im Detail erläutert. Der Sportverein gründet, so heißt es in der zugehörigen Pressemitteilung, eine eigene „E-Sports GmbH“ und will mittelfristig Österreichs professionellste E-Sport Organisation werden. Auch international wolle man ein Wörtchen mitreden. Gestartet werde mit dem Titel FIFA als auch einem eigenen League of Legends-Team.

Nach einem erfolgreichen Testjahr, in dem zwei schwarz-grüne „FIFA Pro Club Mannschaften“ (Anm. 36 Spieler) in insgesamt fünf Ligen und bei 24 Turnieren antraten, über 300 Spiele und wöchentlich drei bis vier Trainingseinheiten absolvierten, weitet der FC Wacker Innsbruck sein Engagement im Bereich E-Sport weiter aus. Mit dem Aufbau der Abteilung, die über ein eigenes (Start-)Budget verfügt, sich mittelfristig selbst tragen und Gewinne erzielen soll, wurde Marketingvorstand Felix Kozubek betraut.

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E-Sport und Social Gaming

Der Tiroler Traditionsverein, der in seinen vier Zukunftsbildern auch die Rolle „Innovationstreiber in den Bereichen Sport, Digitales und Ökologie“ festgeschrieben hat, geht mit der Gründung einer eigenen Gaming-Abteilung neue Wege. Während der „E-Sports“ als Leistungssport und kompetitive Variante des Gamings zu sehen ist, bei der es um Preisgelder, Ranglisten und Titel geht, sei „Social Gaming“ – so nennt es der Verein in der Ankündigung – am ehesten mit dem Breitensport zu vergleichen.

Bei beiden Varianten geht es um mentale Fähigkeiten und den sozialen Austausch, erklären die Verantwortlichen weiter. Der FC Wacker Innsbruck werde in beiden Teilbereichen vertreten sein und setze bei den Spielern auf eine Mischung aus regionalen Talenten und international erfahrenen Spielern.

FIFA und League of Legends

In Jahr 1 setzt der FC Wacker Innsbruck auf zwei bewährte Spiele. FIFA gelte, so die Sicht von Wacker Innsbruck, im deutschsprachigen Raum als einer der beliebtesten E-Sport-Titel. Die Fußballsimulation des US-amerikanischen Spieleherstellers Electronic Arts ist auch Basis der österreichischen eBundesliga. League of Legends gehört international zu den großen Nummern. Die „LoL World Championship“, bei der mehrere Millionen Euro an Preisgeldern ausgespielt werden, begeistert jährlich ein Millionenpublikum.

360 Grad Betreuung

Gaming ist Höchleistungssport für den Kopf. Mentale und körperliche Fitness sind Grundvoraussetzungen, um national und international Erfolge feiern zu können. Beim FC Wacker Innsbruck stehe der Athlet im Mittelpunkt, betonen die Verantwortlichen. Vertrags- und Kooperationsspieler können auf ein breites Netzwerk an Fitness-Experten, Physiotherapeuten, Mentalcoaches und Ernährungsexperten zurückgreifen und erhalten optimale Unterstützung, um (e)sportlich erfolgreich sein zu können.

Für optimale Trainingsmöglichkeiten soll zeitnahe eine eigene Infrastruktur entstehen. Auch beim Bau eines möglichen schwarz-grünen Trainingszentrums wurde der E-Sport mitgedacht und ins Gesamtkonzept integriert. Um die organisatorischen Aufgaben, wie Teammanagement, Marketing und Vermarktung, kümmert sich ein eigenes Backoffice Team.

Großer Wachstumsmarkt

In welche Dimensionen E-Sport katapultiert wurde, zeigen die nackten Zahlen. 2018 wurde im Bereich E-Sport weltweit ein Umsatz von 906 Millionen US-Dollar erzielt (Newzoo, 2018) – 162 Millionen Dollar wurden an Preisgeldern ausbezahlt. 2019 hat der weltweite Umsatz im E-Sport erstmals die Milliarden-Marke durchstoßen. In Österreich hat sich die E-Sport-Szene erst in den vergangenen drei bis vier Jahren weiterentwickelt und professionalisiert. Knapp 40.000 offiziell registrierte Spieler und 30 Vereine gibt es laut dem österreichischen E-Sport-Verband ESVÖ.

Von Zuschauern verfolgt wird das digitale Kräftemessen hauptsächlich auf den Online-Plattformen YouTube und Twitch. Das Streaming-Portal Twitch verzeichnet in Österreich aktuell über 520.000 registrierte User. Während der Covid-19 Pandemie hat der Gaming-Bereich bewiesen, wie krisenfest er ist und konnte weitere Zuwächse verzeichnen.

Statement zum Engagement

Felix Kozubek, Marketingvorstand FC Wacker Innsbruck, sagt:

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„Natürlich werden sich viele fragen, warum ein Fußball-Traditionsverein wie unser FC Wacker Innsbruck plötzlich im E-Sport aktiv wird. Die Antwort darauf ist einfach. Gaming erlaubt es uns in einer sehr spannenden Zielgruppe aktiv zu sein und junge Menschen für unseren Verein zu begeistern. Darüber hinaus hat E-Sport wirtschaftlich enormes Wachstumspotential, das wir nutzen wollen. Wir wissen, dass wir im E-Sport eine ganz kleine Nummer sind und an der Basis beginnen. Doch wir sind bereit den Weg zu gehen, haben ambitionierte Ziele und wollen Jahr für Jahr eine Liga nach oben. Wir sind ein Sportverein, der gewinnen will. Egal ob im Fußball oder im digitalen Bereich. Nun sind unsere Farben in beiden Welten vertreten.“

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