Am 23. Februar 2021 trafen sich interessierte Mitglieder der E-Sport-Vereine eSports Nord und Leipzig eSports in Kooperation mit der Aktion Kinder- und Jugendschutz SH zu einem gemeinsamen Online-Themenabend mit Fokus auf “Gender Diversity im Verein”. Beide E-Sport-Vereine haben in Sachen Gleichstellung bereits erste Schritte unternommen, heißt es in der Pressemitteilung, die am heutigen Donnerstag über die Veranstaltung berichtet.

Vorsitzender Fabian Bornemann zu den Anfängen beim eSports Nord e.V.:

„Aufmerksam auf das Thema Gender Diversity sind wir durch Jana Möglich und ihre Bemühungen in diesem Bereich geworden. Uns als Vorstand wurde dadurch klar, dass dies ein Thema ist, wo wir als Verein aktiv unterstützen und durch die Mitgliedschaft von Jana Möglich auch Aufklärung betreiben können und müssen. Der logische Schluss daraus war für uns, Jana zur Gleichstellungsbeauftragten zu ernennen.

Das Einsetzen einer Gleichstellungsbeauftragten war für uns selbstverständlich. Durch unsere internen Strukturen hat unsere Gleichstellungsbeauftragte Einblicke in alle geplanten Veranstaltungen und Projekte. So ist immer garantiert, dass jedes Event oder Projekt auch zum Thema Gleichstellung geprüft wird. Die Erfahrungen haben gezeigt, dass dies eine gute Entscheidung war und die Veranstaltungen und Projekte davon profitiert haben.“

Initiiert durch Patene Thomar sind auch bei Leipzig eSports mit einer Arbeitsgruppe zu “Gender Diversity” und entsprechenden Gesprächsrunden die Anfänge bereits gemacht. Mit dem Workshop zielten die Vereine nun gemeinsam darauf ab, zunächst nach innen für die Themen Gleichstellung, Gender Diversity und Frauen im E-Sport zu sensibilisieren.

Dabei war es dem Event-Team, unterstützt durch das eSports Nord-Vereinsmitglied Anastasie Janot, von Anfang an wichtig, auch Expertise aus dem Bereich der Jugendhilfe mit an Bord zu holen. In Person war dabei der Referent für Medien und Games der Aktion Kinder- und Jugendschutz SH involviert, Dr. Benjamin Strobel und führte gemeinsam mit Jana Möglich und Patene Thomar durch den Abend.

Großes Interesse an spannenden Themen

Dr. Benjamin Strobel zum Engagement des AKJS SH in der Sache:

„E-Sport ist für die AKJS SH ein wichtiges Jugendschutzthema. Kinder und Jugendliche spielen oft online und sind dort schnell sich selbst überlassen. Vereine können sichere Räume bieten, um sportlich zu spielen und etwas zu lernen. Aber gesellschaftliche Probleme wie Sexismus sind auch im Verein ein Thema. Es ist wichtig, dass die Vereine Verantwortung übernehmen und sich damit auseinandersetzen. Veranstaltungen wie diese unterstützen wir gern.“

Bereits bei den thematischen Inputs zu Sexismus in der Gesellschaft, der Games-Branche und letztlich dem E-Sport zeigte sich schnell, dass die Teilnehmenden großes Interesse am Thema hatten: So entstanden sehr angeregte Diskussionen in der Runde basierend auf einer wertschätzenden Debattenkultur, die auch Raum für gegensätzliche Meinungen bot.

Doch neben den Inhalten und Diskussionen lag der Fokus des Events darauf, gemeinsam Wege zu finden, Gleichstellung im Verein voranzutreiben. Durch die bisherigen Vereinsaktivitäten in dem Bereich konnten bereits einige Praxisbeispiele aufgezeigt werden: Immer wieder darüber sprechen und nach innen und außen eine sichtbare Ansprechperson schaffen.

Denn eine Erkenntnis des Workshops war eindeutig: Ein bloßes “Auf-die-Fahne-schreiben” genügt hier nicht. Echte Gleichstellung muss aktiv angegangen und fortwährend ins Gedächtnis gerufen und thematisiert werden.

Patene Thomar dazu:

„Schnell bekomme ich das Gefühl von anderen, es sei nicht mehr wichtig oder es läuft doch schon, wenn es um das Thema ‘Gender Diversity’ geht. Schaut man jedoch genauer hin, sieht man, dass wir nicht von einer gewissen ‘Normalität’ reden können, sondern dass Geschlechter sehr wohl noch eine Rolle, auch im E-Sport, spielen. Deswegen können und sollten wir noch lange nicht aufhören darüber zu reden.“

Das kann ein Verein zum Beispiel schaffen, indem er das Thema fest auf strategischer Ebene verankert, wie beim eSports Nord e.V. mit der Gleichstellungsbeauftragten Jana Möglich, die auch als Teil des Management-Teams fungiert. Zusätzlich zu einer verantwortlichen Person hilft es, weitere Engagierte zusammenzubringen, wie etwa in einer expliziten Arbeitsgruppe, um der Thematik durch entsprechende personelle Ressourcen die nötige Schlagkraft zu verleihen, siehe Leipzig eSports. Sollte also etwa das Teammanagement im Verein die Ambition haben, mehr junge Frauen für ihre Teams zu gewinnen, spielt die Kommunikation dieses Anliegens eine große Rolle. So kann es beispielsweise auf Netzwerke von Spielerinnen zugehen, wobei die jeweilige Gleichstellungsbeauftragte aktiv unterstützen kann.

Über Sichtbarkeit und Förderung

Wichtig ist hierbei auch die Sichtbarkeit von Mädchen und Frauen im elektronischen Sport. Die Förderung von entsprechenden Vorbildern kann nachhaltige Brücken schlagen, sodass die scheinbare „Männerdomäne“ des E-Sports durch die regional orientierten Engagements der Vereine aufgebrochen wird. Ein weiteres Plus der Regionalität: Es können alternative Einstiegsmöglichkeiten für Mädchen in den E-Sport geschaffen werden. Aktuell passiert dieser zumeist über das Online-Gaming, das ähnlich wie die Welt der sozialen Medien durch einen hohen Grad an problematischen Verhaltensweisen geprägt ist – und damit auch durch unterschwelligen sowie offensiven Sexismus.

Durch Begegnungsstätten wie das Vereinsheim des eSports Nord e.V. in Flensburg können persönliche Anknüpfungen entstehen, befördert durch Veranstaltungen wie Tage der offenen Tür. Den Mädchen wird damit die Möglichkeit geboten, ohne jegliche Andersbehandlung ihrem Interesse gleichgestellt und in einer wertschätzenden Umgebung nachzugehen – weg von dem ständigen Fokus auf ihr Geschlecht in Verbindung mit ihrem Hobby. Das Fazit am Ende des Abends: Durch die Vereinsarbeit bieten sich in dem Feld große Potenziale, die es nun gemeinsam zu erschließen gilt, um so auf lange Sicht auch positive Impulse in die überregional strukturierte E-Sport-Szene zu geben.

Das Event-Team. Quelle: eSports Nord e.V.
Das Event-Team. Quelle: eSports Nord e.V.

Da die Kooperation durch die Beteiligten Jana Möglich und Anastasie Janot (eSports Nord), Patene Thomar (Leipzig eSports) und Benjamin Strobel (AKJS SH) als sehr produktiv empfunden und die erste interne Auftaktveranstaltung sehr gut angenommen wurde, plant das Event-Team Folgeveranstaltungen, die sowohl thematisch als auch methodisch noch mehr in die Tiefe gehen sollen. Auch externe (Online-)Veranstaltungen sollen perspektivisch stattfinden, um langfristig mit dem gewonnenen Know-How nach außen zu strahlen und damit den Wirkungskreis zu erweitern.

Sollte es Interesse an einer solchen Veranstaltung beziehungsweise Kooperationen in Sachen Gleichstellung geben, kann man sich beim eSports Nord e.V. gerne direkt an die Gleichstellungsbeauftragte Jana Möglich über j.moeglich@esportsnord.de wenden.


Über den eSports Nord e.V.

Der eSports Nord e.V. ist ein eingetragener Verein mit Sitz in Flensburg, Schleswig-Holstein. Gegründet im Jahr 2016 nimmt der Verein ehrenamtlich unterschiedliche Aufgaben im Breitensport wahr. Zu diesen Aufgaben gehören die Aufklärung und Beratung zum Thema E-Sport, die Vorstellung des Themas E-Sport an Schulen, Hochschulen und bei Jugendringen, die Vermittlung von Medienkompetenzen inklusive Suchtprävention bei Jugendlichen, die Organisation von Events und LAN-Partys sowie die Unterstützung von klassischen Sportvereinen bei E-Sport-Projekten.

Über die Densch & Schmidt-Gruppe

Gegründet 1968 in Flensburg, ist die Densch & Schmidt-Gruppe bis heute familiengeführt. Neben dem Stammhaus in Flensburg ist sie auf den Nordfriesischen Inseln Sylt und Föhr jeweils mit einem Büro und ihren Mitarbeitern vor Ort tätig. Mit langjähriger Immobilienmarkterfahrung besitzt die Densch & Schmidt-Gruppe in Norddeutschland nicht nur einen hohen Bekanntheitsgrad, sondern genießt auch ein hohes Maß an Vertrauen bei Kunden, Auftraggebern und Partnern. In der Zusammenarbeit mit Banken, Finanzdienstleistern und Ämtern ist sie seit über 50 Jahren ein solider und verantwortungsbewusster Partner.

Die Densch & Schmidt Immobilien GmbH ist ein Teil der Firmengruppe, zu der knapp 60 Unternehmen zählen. Neben der Vermittlung von Immobilien ist die Gruppe auch in den Geschäftsbereichen Versicherung, Projektentwicklung, Immobilienverwaltung und PortfolioManagement tätig.