Der erste große Hype um den Überraschungshit Fall Guys von Entwickler Mediatonic und Publisher Devolver Digital hat so ziemlich genau einen Monat gehalten. Zwar kommt es uns schon deutlich länger vor, eigentlich ist der Takeshi’s Castle / Battle Royale Mix aber erst am 4. August 2020, also vor 35 Tagen, veröffentlicht worden.

Nachdem das Spiel insbesondere in den ersten Tagen und Wochen in aller Munde war und für Rekorde in den Bereichen Spielerzahlen, Twitch-Zuschauer sowie Downloads auf der PlayStation 4 sorgte, ebbte die große Flut inklusive großer Marketing-Kampagnen und Charity-Aktionen in den vergangenen Tagen langsam ab. Zuletzt präsentierte man erste Infos und Details zur zweiten Season, die neue Level und Skins ins Spiel bringen soll, aber wohl noch einige Tage – wenn nicht Wochen – auf sich warten lassen wird.

Das Fall Guys Problem

Doch ist der „mangelnde“ neue Content nach gerade einmal knapp über einem Monat wirklich das größte „Problem“, dem sich die Verantwortlichen hinter den Kulissen annehmen sollten und müssten? Wir denken: Nein. Denn insbesondere im Verlauf der vergangenen zwei Wochen häuften sich die Sichtungen von Betrügern im Spiel, die ebenfalls ein Erklärungsansatz für die leicht fallenden Spielerzahlen darstellen.

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Cheater machten in unzähligen Lobbies den Teilnehmern das Spielerlebnis kaputt und verwehren jegliche Chance auf einen Erfolg. Denn anders als in vielen anderen Online-Spielen, in denen selbst Cheater noch häufig scheitern oder sogar direkt von Mit- und/oder Gegenspielen aus der Partie geworfen werden, bietet Fall Guys solche Optionen nicht.

Kaum im Spiel, schon qualifiziert

Die fliegenden und blitzschnellen Bohnen sind – aus Sicht anderer Teilnehmer – kaum aus dem aktuellen Überlebenskampf zu bekommen. Das vergleichsweise niedrige Potenzial für die direkte Gegnerkonfrontation, die Anonymität der Spieler durch die vergebenen vierstelligen Spielernummern als auch die fehlende Funktion zum direkten Melden der Betrüger erweist sich in diesem Kontext als deutlicher Nachteil. Wenn ihr wenige Sekunden nach Spielbeginn bereits beispielsweise „1/42 qualifiziert“ lest oder einen Fall Guy über euren Köpfen schweben seht, könnt ihr die Lobby eigentlich auch direkt wieder verlassen.

In unserer kleinen und schnellen (und statistisch selbstverständlich nicht repräsentativen oder signifikanten) Stichprobe am gestrigen Montag, 7. September 2020, erlebten wir die unrühmliche Statistik von in Summe acht offensichtlichen Betrügern in gerade einmal zehn Partien am eigenen „Leib“. So macht das eigentlich urkomische und selten geniale Spielkonzept plötzlich überhaupt keinen Spaß mehr.

Cheater freie Zone? – Neues Anti-Cheat in Aussicht

Das Gute an der Geschichte: Die Verantwortlichen wissen um das Problem und arbeiten mit Hochdruck an einer Lösung, um den Betrügern den Wind aus den Segeln zu nehmen. Wahrscheinlich hatten selbst Mediatonic und Devolver Digital selbst nicht damit gerechnet, dass es Spieler (insbesondere in dieser Anzahl) nötig hätten, in einem Spiel dieser Art und Aufmachung zu betrügen.

Auf Twitter äußerte man sich zu der Thematik kürzlich wie folgt:

Man entschuldige sich ausführlich für das aktuelle Cheater-Problem und weite im Laufe der Woche das aktuell verwendete Erkennungssystem für Betrüger im Spiel aus, um die Situation zu verbessern. In den kommenden Wochen soll zudem ein großes Update aufgespielt werden, welches das gleiche Anti-Cheat-System ins Spiel bringen soll, welches auch in anderen Spielen wie beispielsweise Fortnite verwendet wird.

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