Am heutigen Samstag, 26. September 2020, hat der bekannte deutsche FIFA E-Sportler Tim ‚Tim Latka‘ Schwartmann, der derzeit für den FC Schalke 04 Esports antritt, verkündet, dass er im kommenden FIFA 21 kein Echtgeld mehr für die sogenannten FIFA Points ausgeben will. Als einer der ersten großen E-Sportler der Szene geht er diesen Schritt.

Es ist für FIFA-E-Sportler, die an der internationalen Spitze mitspielen wollen, geradezu normal geworden, am Anfang eines neuen FIFA Spiels Hunderte und Tausende von Euros in „Packs“ zu investieren. In diesen befinden sich Spielerkarten, die im Anschluss dazu verwendet werden, die eigene Mannschaft im FUT-Spielmodus (FIFA Ultimate Team) zusammenzustellen. Wer also mehr Packs kauft, hat eine bessere Chance direkt zu Beginn auch mit den besten virtuellen Fußballstars antreten zu können. Da sich diese an den Werten, Formen und Leistungen der realen Vorbilder orientieren, ergibt sich ein deutlicher Unterschied in den Stärken von FUT-Teams.

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Tim Latka stellt sich gegen P2W

Da der FUT-Modus allerdings auch jener Spielmodus ist, in dem die allermeisten und größten E-Sport-Turnier in FIFA ausgetragen werden, kann hier durchaus von einer deutlichen Pay-2-Win Mechanik gesprochen werden, die zu Beginn eines neuen FIFA-Teils am stärksten ins Gewicht fällt. Doch der FIFA E-Sport dürfe sich nicht durch eine solche Mechanik definieren, erklärt Schwartmann in seiner Videobotschaft.

Statt das Budget, welches ihm jährlich für seine Mannschaft im FUT-Modus zur Verfügung steht, wieder in Packs zu investieren, entscheidet sich der der seit 2016 bei Schalke unter Vertrag stehende E-Sportler dazu, die 2.000 Euro an die Robert-Enke-Stiftung zu spenden. Ihm sei bewusst, dass er durch die Entscheidung einen Nachteil gegenüber der Konkurrenz haben werde, wolle allerdings auch zeigen, dass man es ohne viel echtes zusätzliches Geld schaffen kann, bis an die Spitze zu kommen.

Schon in der Vergangenheit hatte sich Schwartmann öfter kritisch gegenüber EAs Monetarisierungsmodell für FIFA ausgesprochen, insbesondere, weil es im E-Sport nicht um die Höhe investierten Geldes gehen sollte. Kann der Spieler mit seinem neuen und selbst gewählten Weg Erfolg haben? Falls ja, könnte dies ein wichtiger erster Schritt gewesen sein, um weitere Profis, künftige Spieler und Teile der Community davon zu überzeugen ihr Konsumverhalten in FIFA zu überdenken.

‚Tim Latka‘ fungiert bei Schalke in doppelter Rolle: Zum einen ist er Content-Creator, auf der anderen Seite FIFA E-Sportler, unter anderem in der Virtuellen Bundesliga (VBL). Dort wird er mindestens noch ein Jahr kompetitiv unterwegs sein, bestätigt er. Auch sein Verein unterstützt ihn bei seiner Entscheidung, seinen Weg mit 0 Euro zusätzlichem Kapital (neben dem normalen Kaufpreis des Spiels) zu gehen.

Der FC Schalke 04 Esports Account kommentiert unter dem Video:

„Wir halten uns kurz: Ganz ganz viel EHRE für diese Aktion! Wir sind gespannt auf die kommende Saison!“

Keine FIFA Points mehr: Tim Latka im Videostatement

 

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