Berlin. Die Regionalvertretung „ Norddeutschland“ hat am gestrigen Mittwoch drei Forderungen veröffentlicht, mit denen die Rahmenbedingungen für die -Branche in Niedersachsen, und Mecklenburg-Vorpommern deutlich verbessert werden sollen. Als wichtigste Maßnahme gelte hierbei der Ausbau der regionalen -Förderung: So verfügen weder noch Mecklenburg-Vorpommern bisher über Fördermaßnahmen für Computer- und Videospiele.

Für die hiesigen -Branchen würden sich daraus massive Standortnachteile im Hinblick auf die Gründung, Ansiedlung und das Wachstum von -Unternehmen ergeben. Darüber hinaus solle die seit 2011 in Niedersachsen verfügbare -Förderung der nordmedia weiter ausgebaut werden, heißt es in der Erklärung. Gerade für die durch kleine und mittlere Unternehmen geprägte -Branche Niedersachsens wäre das ein wichtiger Schritt, um das Wachstumspotenzial der ansässigen Spiele-Firmen nicht weiter einzuschränken. Neben dem Ausbau der -Förderung fordert „ Norddeutschland“ zudem, die Vernetzung der regionalen -Branche zu stärken, etwa durch die Etablierung eines eigenen Netzwerks. Darüber hinaus müsse die nachhaltige Deckung des Fachkräftebedarfs durch spezifische Maßnahmen sichergestellt werden.

„Rahmenbedingungen unzureichend“

Jan Theysen, King Art , Ansprechpartner für „ Norddeutschland“: „Im Norden Deutschlands haben wir viele kreative Köpfe, die tolle für und die Welt entwickeln können. Doch unsere regionalen Rahmenbedingungen für die Spiele-Branche sind an vielen Stellen noch unzureichend und lückenhaft. Das wollen wir mit unseren Forderungen nun konkret angehen.“

Hendrik Rump, Quantumfrog, Ansprechpartner für „ Norddeutschland“: „Die Games-Branche in lebt von der Vernetzung untereinander, vom Erfahrungs- und Wissensaustausch. Wegen ihrer großflächigen Verteilung ist es deshalb gerade für die Games-Branche in Norddeutschland wichtig, zentrale Anlaufstellen zu haben, bei denen sich Games-Akteure, Bildungseinrichtungen und Co. treffen können. Nur so können alle voneinander profitieren und den Games-Standort Norddeutschland voranbringen.“

Die Forderungen im Detail

Die vollständige Übersicht der Forderungen von „ Hamburg“ im Detail gibt es nachfolgend.

1. Ausbau der Games-Förderung
„In Niedersachsen werden seit 2011 über die nordmedia Games regulär gefördert. Für die Länder und Mecklenburg-Vorpommern existieren dagegen keine Games-Förderungen. Damit gehören sie zu den wenigen Bundesländern, die bislang gar keine Games-Förderung anbieten – ein echter Standortnachteil für die regionale Games-Branche. Einerseits existieren in Niedersachsen bereits seit den 90er Jahren Games-Studios und in seit der Jahrtausendwende, andererseits steckt die Games-Branche in Mecklenburg-Vorpommern noch in den Kinderschuhen. Hier gibt es also zum einen eine positive Ausgangslage, deren Möglichkeiten nicht genutzt werden und viel weiteres Potential, das nicht gehoben wird. Deshalb fordern wir die Einführung einer substanziellen Förderung für die Games-Branche in und Mecklenburg-Vorpommern, da die Erfolge von Standorten mit Games-Förderung vielfältig und überzeugend sind. Das zeigt sich in der Anzahl prämierter Spiele und in zusätzlichen Investitionen und Hebeleffekten, die Fördergelder auslösen. Mit einer Games-Förderung werden insbesondere die Gründung, Ansiedelung, Kapital-ausstattung und das nachhaltige Wachstum von kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) unterstützt sowie Abwanderungstendenzen in andere Bundesländer verhindert. Gerade für die durch KMUs geprägte Games-Branche Niedersachsens sollte das zur Verfügung stehende Gesamtvolumen der Förderung sowie die einzelnen Projektfördersummen bei der nordmedia wesentlich erhöht werden, damit das mögliche Wachstum nicht weiter eingeschränkt wird und die Förderung einen spürbaren Impact hinterlassen kann. Die Games-Förderung sollte wie die anderen Förderprogramme der nordmedia auch für geöffnet werden. Die Rahmenbedingungen dazu müssen auf politischer Ebene geschaffen werden.

Für die Zukunft muss die Anschlussfähigkeit der regionalen Förderung zur kommenden Bundesförderung gegeben sein. Dazu müssen die möglichen Förder-quoten (Anteil der Fördermittel am Gesamtbudget) erhöht werden, damit die Bundesmittel in die Regionen geholt werden können, die wiederum positive Hebeleffekte und weitere regionale Investitionen auslösen. Auch eine Notifizierung der Games-Förderung bei der EU nach dem Vorbild der Förderung in Bayern sollte vollzogen werden, damit die Beschränkungen durch die De-minimis-Beihilfe-Regelung aufgehoben werden können. Des Weiteren sollten die Fördermittel, die bei der nordmedia für die Games-Branche zur Verfügung stehen, mit einer definierten Höhe ausgewiesen werden. Es ist wichtig, dass die Konzept- und Prototypen-förderung gezielt für Gründer und kleine Unternehmen (mittels einer möglichen Zuschussförderung) und die Produktionsförderung für Leuchtturmprojekte der Region genutzt werden kann.

Das Portfolio der förderfähigen Maßnahmen für die Games-Branche in Nieder-sachsen bei der nordmedia ist einzigartig und vorbildhaft für . Es können nicht nur Konzepte, Prototypen und die Produktion von Games gefördert werden, sondern auch deren Vertrieb (Marketing- und Veröffentlichungskosten), Netzwerkveranstaltungen und Präsentationen, Investitionen (Hard- und Software, Dev-Kits, Lizenzen) sowie Ausbildungsmaßnahmen und Beratungsdienstleistungen. Dieses Portfolio sollte beibehalten und um die Teilnahme an Messen im In- und Ausland weiter ausgebaut werden sowie als Vorbild für die Einführung bei den Partner-Bundesländern dienen“, erklärt der game Norddeutschland.

2. Stärkung der Vernetzung
„Das Ökosystem der Games-Branche Norddeutschlands besteht aus vielen kleinen und mittleren Unternehmen sowie Bildungseinrichtungen, die über die gesamte Fläche der Bundesländer verteilt sind. Der Bedarf für ein starkes Netzwerk innerhalb der Games-Branche und der Austausch mit anderen Wirtschaftszweigen ist daher besonders wichtig, um voneinander auf allen Ebenen zu profitieren. Wir fordern daher die Einrichtung eines Netzwerks für die Games-Branche mit relevanten Mitteln, welches im Handlungsauftrag der nordmedia liegen könnte, um insbesondere die Vernetzungsarbeit, die Unterstützung von Veranstaltungen sowie die Beteiligung an Studien zur regionalen Games-Branche entscheidend voranzutreiben. Zentrale und spezifische Anlaufstellen für die Games-Branche sind hierfür entscheidend und müssen in allen Ländern eingerichtet werden, um die Branche zu stärken und Netzwerk-Events finanziell und personell ausreichend auszustatten. Dafür ist die Finanzierung von weiteren Stellen nötig, sowohl für das Netzwerk-Management also auch für die Kommunikation, die zum Beispiel bei der nordmedia angesiedelt sein könnten. Die Wiedereinführung der Meet-up Reihe „FIREABEND“ („Initialzündungen für die Games-Branche Niedersachen“), ist ein begrüßenswerter erster Schritt. Die Veranstaltungen sollten an wechselnden Orten stattfinden. Parallel zu den Meet-ups sollten weitere Veranstaltungen gefördert werden. Ein konkretes Beispiel wären Game Jams sowie Formate, bei denen Spiele und ihre Macher aus- bzw. vorgestellt werden. Abgerundet werden sollte das Angebot mit Weiterbildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen.

Des Weiteren soll eine zentrale Webpräsenz und Kommunikations-Plattform für die regionale Games-Branche geschaffen werden (Übersicht, Verzeichnis, Themenbereiche, Forum, Chat), damit sich zeitgemäß, ortsungebunden und über die Veranstaltungen hinaus ausgetauscht werden kann. Daraus könnte später auch eine Job-Börse entstehen. Um eine Sichtbarkeit für die Unternehmen zu schaffen, könnte in Kooperation mit der Wirtschaftsförderung eine Videoportrait-Reihe produziert werden. Diese konkrete Maßnahme könnte die Basis für ein gemeinsames Standort-Marketing bilden. Für die Serious Games Konferenz sollte ein neues Umfeld gesucht werden und mindestens eine Veranstaltung mit überregionaler Strahlkraft erhalten beziehungsweise neu entwickelt werden“, heißt es in Forderung Nummer 2.

3. Deckung des Fachkräftebedarfs nachhaltig sicherstellen
„Die Games-Branche gehört zu den am dynamischsten wachsenden Medien-Branchen. Es gibt viel Potenzial für Neugründungen und die Ansiedlung von Games-Unternehmen. Um dieses zu heben, werden dringend Fachkräfte benötigt, die in den regionalen Games-nahen Studienangeboten ausgebildet werden. Um diese vor Ort zu halten, bedarf es einer engen Verzahnung mit der bestehenden Branche. Zum einen muss der Bekanntheitsgrad der Ausbildungsstätten erhöht bzw. weitere dedizierte Games-Studiengänge angeboten werden, zum anderen müssen die Kooperationen mit der bestehenden Branche ausgebaut werden (Mentoring, Praktika, Abschlussarbeiten). Es sollten jährliche Veranstaltungen gefördert werden, auf der alle Unternehmen und Bildungsstätten zusammengebracht werden, damit der Austausch gewährleistet wird. Ziel sollte einerseits die Vermittlung von Praktika, Kooperationen und Arbeitsplätzen für Studierende und Unternehmen sein sowie Informationen für interessierte Schülerinnen und Schüler zu den regionalen (Aus-) Bildungsmöglichkeiten und Berufsperspektiven. Zusätzlich sollten auf dieser Veranstaltung Gründungswillige über die bestehenden Fördermöglichkeiten aufgeklärt werden. Auch diese Maßnahmen benötigen eine hinreichende finanzielle und personelle Ausstattung und könnten bei dem Netzwerk-Management angesiedelt sein.

Für Gründungswillige müssen noch bessere Beratungs- und Fördermöglichkeiten geschaffen werden, da einige bestehende Programme, zum Beispiel von den Förderbanken, nicht passend sind, da nicht alle Gründungen auf technologischen Innovationen beruhen. Ein erster vielversprechender Schritt ist die Einführung des neunmonatigen Stipendiums CLOSEUP für . Mit bis zu 20.000 Euro werden Gründer der Medienbranche mit ihrem ersten Projekt gefördert. Begleitet wird das Programm durch Mentoren, Workshops und der Vernetzung mit Bremer Medienprofis. Dieses Programm sollte auch in Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern angewandt werden“, führt der Verband abschließend aus.

Über den game – Verband der deutschen Games-Branche

„game Norddeutschland“ ist eine der Regionalvertretungen, die mit Unterstützung des game entstanden ist. Zu den weiteren Regionalvertretungen gehören „game Saarland“, „game Schleswig-Holstein“, „game Rheinland-Pfalz“, „game Baden-Württemberg“ und „game Hamburg“.

Der Verband der deutschen Games-Branche. Die Mitglieder sind Entwickler, Publisher und viele weitere Akteure der Games-Branche wie -Veranstalter, Bildungseinrichtungen und Dienstleister. Als Träger der gamescom verantwortet der game das weltgrößte für Computer- und Videospiele. „Wir sind zentraler Ansprechpartner für Medien, Politik und Gesellschaft und beantworten Fragen etwa zur Marktentwicklung, Spielekultur und Medienkompetenz. Unsere Mission ist es, zum besten Games-Standort zu machen“, erklärt der Verband.

Folge uns:

Jonas Walter

Spielejournalist bei gaming-grounds.de
Jonas 'Syncerus' Walter ist seit 2010 im -Journalismus aktiv. Nach Beteiligungen an diversen Projekten im redaktionellen Bereich wie MaseTV, ESC Gaming oder Team Vertex ist Gaming-Grounds.de nun die erste eigene Konzeption.

Diese hat die Vision aktuell relevante Themen aus dem Gaming- und -Bereich aufzugreifen und für Videospielbegeisterte an einem Ort zu konzentrieren.
Folge uns: