Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen will die Entwicklung des eSports fördern und gestalten. Einen entsprechenden Antrag diskutiert das Parlament bereits am morgigen Donnerstag, 8. November 2018, erstmalig. Für die Debatte ist eine Dreiviertelstunde eingeplant. Anschließend soll die Vorlage zur federführenden Beratung an den Sportausschuss überwiesen werden, berichtet der Deutsche Bundestag auf seiner Internetpräsenz. Nachdem sich kürzlich der DOSB sehr ablehnend gegenüber elektronischem Sport äußerte, ist es der nächste Anlauf den eSport in Deutschland besser zu integrieren.

Visa-Erleichterungen für eSportler gefordert

Die Grünen fordern die Bundesregierung unter anderem auf, die ehrenamtliche Arbeit in Vereinen mit eSport-Angebot anzuerkennen, den eSport in den Vorschriften über die Gemeinnützigkeit zu verankern und den eSport im Hinblick auf die Gemeinnützigkeit mit dem traditionellen Sport gleichzustellen. Zugleich solle Deutschland zu einem attraktiven Ausrichterland für eSport-Veranstaltungen werden. Die Vergabe von Visa für eSportlerinnen und eSportler solle erleichtert werden, um sicherzustellen, dass sie zu eSport-Events in Deutschland einreisen und auch am längerfristigen Liga- und Trainingsbetrieb teilnehmen können.

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„eSport ist ein weltweites Phänomen, das Millionen junger und zunehmend auch älterer Menschen begeistert, sowohl als Spielerinnen und Spieler, als auch als Zuschauerinnen und Zuschauer bei Turnieren vor Ort, via Streaming im Internet oder im Fernsehen. Unter eSport wird das kompetitive Spielen von Videospielen am Computer, der Konsole oder anderen Geräten subsummiert. Es findet ausschließlich unter menschlichen Opponentinnen und Opponenten statt, die sich auf der Basis allgemeiner sportlicher Umgangsformen im Wettkampf begegnen“, heißt es zu Beginn des Antrages der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN.

„Bedeutung wächst stetig“

Auch in Deutschland wachse die Bedeutung des eSports stetig. Laut Branchenverband game würden in Deutschland mehr als drei Millionen Menschen mindestens einmal im Monat eSport-Matches schauen oder seien selbst im eSport in einer Amateur-Liga aktiv. Die größten eSport-Turniere würden von zehntausenden Zuschauerinnen und Zuschauern besucht. Derzeit würde man eine Professionalisierung des eSports und seiner Strukturen erleben, argumentiert die Fraktion weiterhin.

Vor diesem Hintergrund sei es an der Zeit seitens der Politik tätig zu werden und:

  • die ehrenamtliche Arbeit in Vereinen mit eSport-Angebot anzuerkennen,
  • Deutschland zu einem attraktiven Ausrichterland für eSport-Veranstaltungen zu machen,
  • die Vergabe von Visa für eSportlerinnen und eSportler zu erleichtern,
  • Kooperationen des organisierten „traditionellen“ Sports mit dem organisierten eSport zu ermutigen,

und Vieles mehr. Der gesamte Antrag kann HIER nachgelesen werden. Was sich aus der geplanten 45-minütigen Diskussion ergibt, lest ihr bald natürlich auf Gaming-Grounds.de.

Mehr dazu:

DOSB will keinen eSport – „Komplett an der gesellschaftlichen Realität vorbei!“

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