Riot Games muss sich in Bezug auf die eigene LoL E-Sport-Struktur mit einem für die Branche sehr neuen Problem auseinandersetzen. Grundsätzlich geht es dabei um Klauseln in Verträgen zwischen E-Sport-Organisationen, die schon längst in ein Transfermarkt-Geschehen eingetaucht sind. E-Sportler werden, wie im traditionellen Sport andere Profis, in dafür vorgesehenen Zeiträumen gehandelt – inklusive lukrativer Ablösesummen. So weit erstmal nichts Neues.

Doch ein ganz besonderer Transfer in der näheren Vergangenheit sorgt nun ein weiteres Mal für Aufsehen. Es geht um den Wechsel des ehemaligen G2-Stars Luka ‚Perkz‘ Perković zu seinem aktuellen Team Cloud9 in Nordamerika. Vor fast genau einem Jahr ging der Transfer von G2 zu C9 in der Offseason über die Bühne – doch war etwas anders als sonst.

Kein Weiterverkauf erlaubt

Denn im Vertrag zwischen den beiden Organisationen soll auf Wunsch von G2 festgehalten worden sein, dass der Wechsel von Perkz zu C9 nur unter der Bedingung vollzogen werden könne, dass der Spieler von dort aus nicht an das europäische Konkurrenzteam Fnatic weiterverkauft wird. Genau diese weiterführenden Transfer-Restriktionen sind ein Novum im LoL E-Sport und sind bislang von Riot Games mit keiner Regel bedacht, die in solchen Fällen zur Anwendung gebracht werden könnte.

Obwohl sich nach dem Bekanntwerden dieses Vorfalls inzwischen Stimmen erheben, die aufgrund dieser zwischen G2 und C9 vereinbarten Klausel Strafen für die Beteiligten fordern, lehnt Riot Games genau das ab. In einem aktuellen Statement zum Thema betont Tom Martell, Director of Operations, Global Esports, Riot Games, dass man keine Strafen gegen die Teams in die Wege leiten wird. Die derzeitigen Regelungen in Bezug auf Spielerwechsel im League of Legends E-Sport würden es schlichtweg nicht verbieten, eine solche Klausel in den Vertrag aufzunehmen.

Dennoch sei ein solches Vorgehen vom Unternehmen nicht gewünscht und werde deshalb zukünftig über eine Neuregelung unterbunden. Zukünftige Restriktionen im Kontext von weiteren Wechseln sollten keine Bedingung mehr sein, die im Vertrag zwischen zwei Organisationen festhalten werden kann. Ein solches Verbot stehe nicht im Einklang mit den Werten und Interessen des Sports League of Legends, so Martell.

Wie steht ihr zu der Thematik? Ein raffinierter Schachzug von G2 Esports oder eher das Ausnutzen einer Lücke im System? Sollten solche Klauseln verboten werden?