Pünktlich zum 1. April veröffentlichte People Can Fly in der Rolle des Publishers den neuen, kooperativen und postapokalyptischen Looter-Shooter Outriders. Von People Can Fly entwickelt sollte der Titel nach einer Verschiebung und einer kostenlosen Demo so richtig durchstarten. Sogar den größeren Problemen aus den vorherigen Testphasen hatte man sich angenommen.

Am Balancing wurde geschraubt, Optimierung und Finetuning, Fehlerbehebungen und sogar eine Überarbeitung des viel kritisierten Deckungssystems hatte man bis zum Release abgeschlossen und ins Spiel integriert. Alles super gut, steht einer bombastischen Veröffentlichung doch nichts mehr im Wege, könnte man meinen.

Der katastrophale Start

Doch der Release von großen und heiß erwarteten Videospielen ist in den vergangenen Monaten und Jahren irgendwie immer komplizierter geworden und selten reibungslos verlaufen. Diese Erfahrung mussten nun auch Square Enix, People Can Fly sowie alle Outriders Enthusiasten ebenfalls mit aller Härte erleben.

Denn selbst drei Tage nach dem eigentlichen Release können Spieler und Spielerinnen teilweise noch immer nicht vernünftig und dauerhaft auf stabile Server zurückgreifen. Zwar arbeiten die Verantwortlichen hinter den Kulissen auf Hochtouren daran, den sprichwörtlichen Karren aus dem Dreck zu ziehen und die Infrastruktur endlich zu stabilisieren, doch ganz ehrlich? Drei Tage nach der Veröffentlichung sollte dies schon längst geschehen sein.

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Auch wenn man hier Mal wieder große Worte der Entschuldigung verlor und beteuerte, nicht mit den eingetretenen Umständen gerechnet zu haben, hilft all dies den potenziellen Spielern und Spielerinnen, Kunden und Kundinnen nicht weiter.

Die Serverprobleme in Outriders waren so extrem, dass diese mehrmals komplett neu gestartet werden mussten und die Verantwortlichen über Twitter seit dem Release über 30 Posts zum Thema verfassten. Immerhin funktioniert die Kommunikation nach außen – Hut ab! Bis zuletzt – tief in der Nacht von Samstag auf Sonntag, 4. April 2021 – arbeiten und informieren die Macher hinter dem potenziell wirklichen tollen Koop-Shooter über den aktuellen Stand.

So würden sich die Situation und der Status der Server immer weiter verbessern, die Arbeiten aber auch weiterhin nicht abgeschlossen. Immerhin scheinen mittlerweile immer mehr Interessierte wieder einloggen und spielen zu können. Das bisherige Fiasko hat aber selbstverständlich nicht nur Spuren, sondern tiefe Furchen hinterlassen.

So sind die Bewertungen der Community auf Steam im Durchschnitt nur „Ausgeglichen“ – bei knapp 12.000 abgegebenen Reviews (Stand: 4. April 2021). Viele Kommentatoren betonen in ihren Bewertungen, dass es eben die Technik und der Umgang mit (fast) fertigen Spielen ist, der zu einem negativen Review geführt habe. Demnach scheine es schon fast der neue Standard zu sein, ein Spiel nicht mehr zu Ende zu entwickeln, bevor der Release vollzogen würde.

Wäre der Start von Outriders reibungslos verlaufen, wäre an dieser Stelle ein deutlich positiveres Bild vorzufinden. Denn: Wenn Outriders technisch funktioniert, macht das Gameplay wirklich jede Menge Spaß! Auch die deutlichen Verbesserungen seit der Veröffentlichung der Demo machen sich extrem bemerkbar.

Wie konnte das passieren?

Es ist, wie bereits angedeutet, nicht mehr außergewöhnlich, dass die Server von Spielen zur Veröffentlichung nicht funktionieren, die Kapazität nicht ausreicht oder sie schlicht unter dem Ansturm der Spielenden zusammenbrechen. Die Problematik ist natürlich so gar nicht neu, aber die Vorfälle häufen sich immer mehr.

Doch wie konnte ein solches Problem sogar bei Outriders auftreten? Nun, dies liegt vor allem an der Verfügbarkeit auf verschiedenen Plattformen. Allem voran könnte der Xbox Game Pass an den Startschwierigkeiten eine Mitverantwortung tragen. Denn alle zahlenden Abonnenten des Xbox-Service konnten pünktlich zum Launch ohne Mehrkosten in die Vollversion starten.

Nur so am Rande: Das sind potenziell 18 Millionen Menschen, die kostenlosen Zugriff am Releasetag haben – ohne einen einzigen wirklichen Käufer. Outriders hätte schon drei Tage nach dem Launch einer der Überraschungshits des Jahres 2021 in der Welt der Videospiele sein können, wäre die katastrophale Serversituation nicht entstanden. Die ersten Blicke vieler Interessenten dürften nun aber nachhaltig negativ beeinflusst worden sein.

Was bleibt? – Ein großer Erfolg

Trotz der brisanten Situation und dem schwierigen Start lässt sich festhalten, dass Outriders der bislang größte Spiele-Launch des Jahres auf Steam ist. Zum besten Zeitpunkt spielten 113,875 Spieler und Spielerinnen zeitgleich den Third-Person-Shooter alleine oder gemeinsam im Koop mit Freunden und Freundinnen.

Zugleich ist der Launch bereits am Tag der Veröffentlichung, dem 1. April 2021, der größte Squarte Enix Release aller Zeiten auf Steam. Wir dürfen gespannt sein, wie es mit dem vielversprechenden Outriders weitergeht, sobald die anfänglichen und nicht zu verachtenden Probleme behoben sind.

Falls ihr selbst noch von Problemen betroffen seid, findet ihr hier den aktuellen Serverstatus sowie die Diskussions-Beiträge auf Steam und Reddit:

https://status.outriders.net/