Wir erleben derzeit eine unglaublich intensive Hochzeit der Survival-Spiele. Zuletzt haben uns nicht nur Valheim, Icarus, 7 Days to Die, Raft, The Forest, ARK: Survival Evolved und viele weitere gepackt, auch noch ältere und etablierte Titel im Genre, wie Minecraft, Rust oder DayZ, erfreuen sich noch immer einer äußert großen und aktiven Community.

Es wäre also der perfekte Zeitpunkt, um als Entwickler oder Publisher ebenfalls noch in diesen Zeitgeist hineinzustechen. So verwundert es kaum, dass nicht nur Blizzard mit dem ersten neuen Franchise seit Overwatch ein eigenes Survival-Game angekündigt hat, auch das nächste Alan Wake soll zumindest in Teilen auf die Genre-Beschreibung „Survival“ passen. Wem das noch immer nicht genug Evidenz für den Hype-Status von Survival-Games ist, kann sich darüber hinaus den Nightingale Reveal Trailer von den Game Awards 2021 noch einmal anschauen.

Darum könnte PIONER wirklich groß werden

Doch warum erzähle ich euch das alles? Der Grund dafür ist ein Titel, von dessen Existenz wir bereits seit längerer Zeit wissen, um den es aber in der näheren Vergangenheit eher ruhig war. Die Rede ist von Pioner. Pioner ist ein „MMOFPS“, ein MMO-Survival First-Person-Shooter vom russischen Entwickler GFA Games, welches sich nach eigener Aussage von der STALKER Reihe hat inspirieren lassen.

Zunächst schenkten wir dem Spiel zurecht oder zu Unrecht, darüber darf sich jeder seine eigene Meinung bilden nicht allzu viel Vertrauen. Das Studio konnte sich, da Pioner das erste Projekt des Teams ist, bisher nicht durch andere Titel auszeichnen und versucht sich an einem äußerst ambitionierten Projekt in einem Genre, welches maximale Konkurrenz bedeutet. Gänzlich ohne Expertise kommt das Entwicklungsteam natürlich trotzdem nicht daher. Nach eigenen Angaben wirkten die verschiedenen Teammitglieder zuvor an Titeln wie STALKER 2, Atomic Heart, Kings Bounty, Metro Exodus und Orange Cast mit. Doch eine Voraussetzung hat sich geändert, die auch unsere Erwartung beeinflusst. Aus Hoffnung wird nun vorsichtiger Optimismus, dass uns hier doch ein richtig spannendes Spiel erwarten könnte.

Tencent investiert

Diese Voraussetzung ist ein Investment des Gaming-Giganten Tencent, welcher im November 2021 eine Minderheitsbeteiligung am russischen GFA Games erwarb und die Möglichkeiten sowie Ressourcen rund um die Entwicklung erhöht hat, an der bislang lediglich rund 20 Personen gearbeitet haben. Die GFAGAMES LLC gab am 26. November 2021 bekannt, dass es eine Investitionsvereinbarung mit Tencent abgeschlossen hat, die es ihm ermöglichen wird, sein Entwicklungsteam zu erweitern und sein MMO-Ego-Shooter voranzutreiben, heißt es in der zugehörigen Pressemitteilung.

Das in Russland ansässige Entwicklungsstudio erklärte, dass es begonnen habe, sein Team aus Entwicklern, Netzwerkingenieuren, Animationsspezialisten und Künstlern für Pioner mit Blick auf eine Veröffentlichung des Spiels im Jahr 2022 zu erweitern. Zunächst war der Start einer frühen Alpha-Version noch für 2021 geplant gewesen.

Vier Jahre Entwicklung Erstes Gameplay

GFA begann bereits 2018 mit der Entwicklung des Spiels, veröffentlichte Anfang vergangenen Jahres den ersten Pioner Trailer und enthüllte im Sommer auf der E3 ein erstes Gameplay-Video, welches ihr nachfolgend sehen könnt. Darin wird auch deutlich, dass das Survival-MMOFPS nicht nur deutliche STALKER Anleihen besitzt, sondern in Bezug auf Atmosphäre und Visualisierungen auch Ähnlichkeiten zu Escape from Tarkov aufweist. Hinzu kommt ein übernatürlicher Touch, da auch jede Menge außerirdische Wesen mit besonderen Kräften in Erscheinung treten.

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Aleksandr Nikitin, Mitbegründer von GFA Games, sagte zum Tencent-Invest:

„Mit den Ressourcen und der Branchenerfahrung von Tencent erwarten wir, dass wir in der Lage sein werden, PIONER schneller voranzutreiben und fertigzustellen und noch mehr Talente anzuziehen. Wir sind froh und dankbar, dass unsere Vision der Gaming-Welt und des Entwicklungsvektors von PIONER so eng mit der von Tencent übereinstimmt.“

Darum geht es im Spiel Pioner Gameplay

Pioner ist ein postapokalyptischer MMO-Ego-Shooter mit RPG- und Survival-Elementen, der auf einer abgelegenen sowjetischen Insel spielt, auf der ihr zum Start rund 50 Quadratkilometer offene Spielwelt erkunden können sollt. Das äußerte Alexandr Nikitin, Mitinhaber und Chief Marketing Officer bei GFAGames gegenüber WCCF TECH. Das Gameplay von Pioner basiert auf der ständigen Interaktion zwischen Kampf, Welterkundung und Charakterentwicklung, die realistisch präsentiert wird, ohne die klassischen RPG-Insignien von „HP-Balken“ oder „Monsterleveln“.

In Pioner übernehmt ihr die Rolle eines ehemaligen Agenten, welcher in einer Welt nach einer technologischen Katastrophe überlebt hat. Eine sowjetische Insel, die durch eine groß angelegte technologische Anomalie vom Festland isoliert wurde, bildet den Schauplatz für das Spiel. Ihr habt auf dieser Insel zwei Hauptziele: Findet (und rettet) euere Kameraden und erforscht die geheimnisvolle MOGILNIK-Station.

Übergeordnet lassen sich die Ziele auch in „überleben und erkunden“ zusammenfassen. Der Survival, MMO, FPS Genre-Mix lässt euch geheime sowjetische unterirdische Fabriken, Maschinen und Labore, verlassene Siedlungen, die von Ungeziefer und Mutanten bewohnt wurden, sowie vieles mehr erkunden, durchsuchen und plündern.

Folgende Features sollen in Pioner eine besonders große Rolle spielen:

  • Befriedigendes Kampfsystem mit komplexer Charakter- sowie Waffenindividualisierung.
  • Charakter-Progression auf Basis eines „Einflusslevels“, welches nicht eure Werte beeinflusst, aber Zugang zu neuen Händlern, Auftraggebern und wertvollen Gegenständen gewährt.
  • Einzigartiges Setting auf einer isolierten, sowjetischen Insel, auf der vor der Katastrophe eine mysteriöse, anomale Energiequelle genutzt wurde.
  • PvE-Fokus rund um Geschichte, Fraktionsmissionen, Quests und sogar Raids.
  • PvP-Inhalte in speziellen Gebieten, die über die gesamte Insel verstreut sind. Dort befinden sich nicht nur wertvolle Güter und Ausrüstung, sondern auch tödliche Kreaturen (PvPvE).
  • Fraktionssystem mit vier Fraktionen, die allesamt mit eigenen Questreihen daherkommen, deren Vorantreiben das Ende des Spiels oder die Situation der Fraktionsmitglieder sowie Gebiete beeinflusst.
  • Simulationsaspekte: Die Tageszeit beeinflusst das Verhalten von NPCs und Kreaturen. Die gefährlichste Kreatur im Spiel, der LESHIY, geht beispielsweise ausschließlich nachts auf die Jagd.

Wann komm Pioner?

Zu guter Letzt bleibt noch eine der wichtigsten Fragen zu klären: Wann kommt Pioner? Wann können wir endlich spielen? Wie bereits erwähnt, sollte eine Alpha eigentlich bereits 2021 starten, wurde aber, wohl auch aufgrund der neuen Entwicklungssituation rund um das Tencent Investment, noch einmal verschoben.

Aber selbst in der Videobeschreibung unter dem E3 Trailer von 2021 ist der „naheste Release“ mit „Q4 2021/ Q1 2022“ angegeben. Schon dort wusste man also, dass es mit einer spielbaren Version im vergangenen Jahr eng werden könnte. Doch auch das erste Quartal 2022 ist nun schon recht weit vorangeschritten. Zudem ist es seit dem Tencent Investment sehr ruhig um die Entwicklung geworden.

Da aktuelle Neuigkeiten oder größere Marketing-Aktionen derzeit noch fehlen, gehen wir also nicht davon aus, dass wir bereits im März selbst Pioner spielen können. Betrachten wir die Spieldetails auf der offiziellen GFA Games Homepage, ist dort das geplante Erscheinungsdatum lediglich noch mit „2022“ angegeben. Da das Studio äußerte, durch die neuen finanziellen Möglichkeiten schneller als bislang geplant in der Entwicklung voranschreiten zu können, sollte der Realisierung einer öffentlichen Spielversion in diesem Jahr nichts im Wege stehen.

Vor dem Release soll es, so äußerte es Alexandr Nikitin auf Anfrage der Plattform WCCF TECH, definitiv eine kostenlose Testphase und eine Beta geben, sodass niemand „die Katze im Sack“ kaufen muss. Denn Pioner wird auf ein B2P (Buy to Play) Modell setzen. Zunächst wird Pioner übrigens ausschließlich auf dem PC erscheinen, aber auch an einer Konsolenumsetzung wird bereits gearbeitet.