Der Hype um die Dota 2 Mod „Auto Chess“ nimmt nicht ab. Nach einer mobilen Auskopplung der Mod fürs Handy ist nun auch weiteren Akteuren aufgefallen, dass Auto Chess ein lukratives Spielprinzip sein könnte. Im Rahmen der E3 hat nicht nur Epic Games angekündigt, mit den ursprünglichen Machern der Dota 2 Mod von „Drodo Studio“ ein eigenständiges Spiel für den Epic Launcher programmieren zu wollen, auch Valve selber möchte mittelfristig eine offizielle Auto Chess Version mit dem Namen „Dota Underlords“ anbieten.

Doch damit nicht genug. Auch Dota 2-Konkurrent League of Legends – und damit Riot Games – springt auf den Zug auf und hat bereits erfahrene Auto Chess Spieler eingeladen, um eine abgewandelte Version namens „Teamfight Tactics“ im League of Legends Setting ausführlich zu testen.

Dota Underlords

Bei Dota Underlords soll es sich nach Angaben von Valve um ein komplett eigenständiges Spiel handeln. Das Spielprinzip bleibt der Mod jedoch treu. Einheiten auf einem „Schachfeld“ platzieren, aufleveln und Kombinationen aus Klassen und Rassen austüfteln. In der Stadt „White Spire“ soll der Sieg gegen die sieben Kontrahenten nicht von Reflexen, sondern von Taktik bestimmt werden.

Die Beta ist derzeit für alle Besitzer des Dota 2 Battle Passes verfügbar. Die Funktionen des Spiels sind zwar noch eingeschränkt, aber es ist möglich online zu spielen und auch zusammen mit anderen Spielern Lobbys zu kreieren. Die Gegnerwahl besteht aus echten Spielern und einer ganzen Reihe von Bot-Schwierigkeitsstufen von leicht bis hardcore.

Schon sehr bald soll das Spiel in eine vollständige Open Beta übergehen. Dann wird das Spiel für alle Steam Nutzer frei verfügbar. Hinzukommen sollen mit diesem Schritt auch Funktionen wie Ranked matchmaking, Cross-Play über alle Geräte sowie Rang- und Fortschrittübernahme auf allen Geräten.

Teamfight Tactics

Auch Riot Games ist auf den Auto Chess Zug aufgesprungen. Ein neuer Spielmodus mit dem Namen „Teamfight Tactics“ soll noch im Juni auf die Testserver von League of Legends gespielt werden. Auch hier bleibt das Konzept gleich – nur eben im League of Legends Universum. Statt Naga-Krieger steht hier eben ein Darius in vorderster Reihe.

Auch das Spielfeld sieht etwas anders aus und entsprechend der Lizenz heißen auch Rassen und Klassen etwas anders. Am Ende gilt aber: Wer sein eigenes Spielbrett am besten verteidigt und seine Lebenspunkte schützt, gewinnt am Ende das Spiel.

Riot Games betont selbst, dass es das erste Mal ist, dass man sich in etwas andere Gefilde wagt. Natürlich habe man sich von Auto Chess inspirieren lassen und begebe sich mit Teamfight Tactics auf ein große Entdeckungstour. Auch die initiale Veröffentlichung der League of Legends Version werde einem Beta-Status entsprechen, teilen die Verantwortlichen im offiziellen Blogpost mit.

Behandeln wolle man es aber wie einen wirklich großen und eigenständigen Spielmodus. Demnach wolle man es auch mit coolen Features wie etwa einem Ranglistenmodus versehen. Zum aktuellen Zeitpunkt gehe man davon aus, um Patch 9.14 eine öffentliche Version von Teamfight Tactics anbieten zu können.

Monetarisiert werden soll der Titel übrigens – wenig verwunderlich – über Skins. Kleine Legenden, die in diesem Fall den Schachspieler abbilden, können diverse Aussehen annehmen. Wie schon in der originalen Mod, in der wir mit verdienten Bonbons neue Designs freischalten. Auch eine alternative Optik des eigenen Schlachtfeldes ist durchaus vorstellbar.

Epic Games Auto Chess

Über die Auto Chess Variante von Epic Games wissen wir bislang nicht viel. Lediglich angekündigt wurde, dass eine Epic Store exklusive Version in Zusammenarbeit mit den Machern der derzeit so viel gespielten Dota 2-Mod entstehen soll. Der Name Auto Chess soll dabei beibehalten werden und in Verbindung mit den World e-Sports Games, die von Dragonest Co. Ltd, Drodo und ImbaTV initiiert wurden, habe man sogar eSport Ambitionen. „Preise in Millionenhöhe warten!“, heißt es in der Ankündigung von Dragonest Game, die auf der zugehörigen Epic Store Seite zu lesen ist.

Nehmen wir die Mod und den Mobile Auto-Chess Ableger dazu, sind wir dann bei bereits fünf Alternativen für „Schachbegeisterte“.

Über Auto Chess

Täglich stürzen sich unzählig viele Spieler in den Kampf mit jeweils sieben anderen Teilnehmern, um die beste Armee auf ihr eigenes Schachbrett zu bekommen. Die eigenen Truppen aus Kämpfern, Magiern, Schurken und Co. treten  Runde für Runde gegen die Armee eines anderen Mitspielers an.

Mit dem verdienten Gold werden die Truppen aufgerüstet, von einzelnen NPC-Wellen werden Gegenstände fallen gelassen, die wir wiederum unseren Kreaturen zustecken, damit diese noch effektiver austeilen. Wer die beste Komposition auf die Beine stellt, bleibt am längsten am Leben und gewinnt die Partie. Mit Schach hat das erst einmal wenig zu tun, aber das interessiert die Community herzlich wenig.

Ob sich aus Auto Chess ein komplett neues Genre vergleichbar mit „Battle Royale“ oder „MOBA“ entwickeln kann, bleibt abzuwarten. Jedenfalls haben die ersten großen Entwickler das Potenzial der immer größer werdenden Mod erkannt.