Vor wenigen Tagen hat League of Legends Entwickler Riot Games angekündigt, ein neues eigenes Anti-Cheat System zu entwickeln. Dieses soll nicht nur in League of Legends zum Einsatz kommen, sondern vor allem auch für kommende Spiele wie beispielsweise den Shooter „Project A“ gedacht sein.

Völlig gleich der Ursache von Spielbetrügern sehe man seitens Riot Games der Tatsache ins Auge, dass Cheater immer cheaten würden, heißt es in der Ankündigung. Der Kampf zwischen Modifikationen, Hardware und Software die Cheats ermöglichen und jenen, die diese verhindern, sei in den letzten zwei Jahrzehnten eskaliert. Ein großes Problem sei dabei der sogenannte „User Mode“ den viele Anwendungen, die für Cheats missbraucht werden können, auf den einzelnen Computern der Spieler verwenden.

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Der Kampf zwischen Cheatern und Publishern

Hierbei ziehen die Entwickler von Riot einen anschaulichen Vergleich, um das Prinzip noch deutlicher zu machen. Demnach müsse Riot (im User Mode) in der Küche (Microsoft Windows) nachfragen, was denn zum Goulash (League of Legends) hinzugefügt wurde. Wer sich für die vollständigen technischen Details interessiert, kann diese unter dem zugehörigen Beitrag hier im Original nachlesen.

Das hauptsächliche Problem der bisher verwendeten Anti-Cheat Software sei, dass die abgerufenen Daten dieser von einer Quelle stammen, die ihrerseits bereits von einigen Cheat-Tools manipuliert werden könne. Eine Reihe von Schadsoftware könne momentan auf einer Ebene im Betriebssystem agieren, die auf einem höher priorisierten Level liege als die Kontermaßnahmen seitens Riot Games.

Um in der Küchen-Analogie zu sprechen bedeute dies ungefähr soviel: Wenn Riot Games in der Küche nachfrage, ob das Essen denn wirklich frisch zubereitet worden ist, überzeugt ein willkürlicher Mensch in der Küche das Restaurant-Management davon, dass er alles im Griff habe. Dieser antwortet dann auf die Anfrage mit „Ja, natürlich!“.

Warum das Update und der Bericht darüber?

Das neu entwickelte System soll genau das verhindern, heißt es in der Mitteilung. Bisher sei man gezwungen gewesen dieses Wettrüsten mitzuspielen und würde dies auch tatsächlich weiterhin gern tun (etwas Sarkasmus konnte sich Anti-Cheat Entwickler und Autor der Originalmeldung Phil Koskinas nicht verkneifen), könne sich dies aber nun nicht mehr leisten, da man sich in der kommenden Zeit zu einem „multi-game universe“ entwickle.

In der Zukunft sollen deshalb einige Spiele von Riot Games durch einen sogenannten „Kernel Driver“ beschützt werden. Grund zur Sorge gebe es für die Spieler deshalb aber natürlich nicht. Dies liege vor allem daran, dass das neue System Riot Games keine neuen oder zusätzlichen Zugriffsrechte auf Dateien oder System der Nutzer gewähre. Lediglich die Stabilität und Zuverlässigkeit der abgerufenen Daten zur Überprüfung der Riot Games Spiele auf Beeinflussung durch Drittsoftware soll verbessert werden.

Im Prinzip nichts Neues

Generell sei der Schutz durch einen Kernel Driver nichts grundlegend Neues. Bereits aktive und operierende Systeme wie beispielsweise EasyAntiCheat, Battleye oder auch Xigncode3 würden auf diese Weise funktionieren. Nun etabliere Riot Games lediglich seinen eigenen Schutz in bestehende und kommende Spiele aus eigenem Haus.

Letztlich werde das Resultat ausschließlich dazu führen, dass es weitaus schwerer wird, unentdeckt Cheats wie Aimbots in Riot Games Titeln zu nutzen. Man wolle alles dafür tun, den Spielern die bestmögliche kompetitive Spielerfahrung zu bieten, obwohl es „keine Heilung für das Cheat-Fieber“ gibt, heißt es abschließend.

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