Ab heutigen Freitagabend ist es bei Ubisoft in Montréal zu einem Großeinsatz der Polizei gekommen. Wie die der offizielle Twitter-Account der Police Montréal bestätigt, habe man auf einen Notruf reagiert und Spezialeinsatzkräfte zu dem Entwicklerstudio entsandt.

Zunächst schien die Situation unklar, im Internet kursierten Gerüchte über eine Geiselnahme. Die Zugangsstraßen wurden abgesperrt, Einwohner wurden über Social Media dazu aufgefordert das Einsatzgebiet zu meiden. Vor wenigen Minuten dann eine der wichtigsten positiven Nachrichten, die es in diesem Kontext nur geben kann: Die Polizei ist in das Gebäude eingedrungen und konnte keine verletzten Personen vorfinden. Auch die Gerüchte über eine Geiselnahme scheinen glücklicherweise nicht zu stimmen.

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Bereits im Vorfeld waren Bilder auf Twitter zu sehen gewesen, die mehrere Personen – offensichtlich Mitarbeiter des Studios – auf dem Dach des Gebäudes zeigten. Nachdem die Situation zur Stunde noch immer nicht vollständig aufgeklärt ist, habe die Polizei nach eigenen Angaben damit begonnen die Personen im Gebäude zu evakuieren.

Update, 1:45 Uhr: Ubisoft Montreal äußert sich

Einige Stunden nach dem Ende des Einsatzes hat sich nun auch der betroffene Entwickler Ubisoft Montréal selbst zu Wort gemeldet. Via Twitter verkündet das Studio, dass man die Courage und Beherrschung würdigen wolle, die die Teams bei Ubisoft in der Situation gezeigt haben. Der eigene Fokus bleibe weiter auf der Sicherstellung der Gesundheit und des Wohlergehens der Angestellten.

Weiterhin möchte man sich auch bei dem SPVM für das schnelle und professionelle Handeln bedanken, welches dabei half die Situation unter Kontrolle zu bringen. Man sei extrem erleichtert, dass die Situation ohne Zwischenfall gelöst werden konnte und wolle sich zudem für die große Unterstützung und netten Worte bedanken.

Update, 23:45 Uhr: Offenbar gab es nie eine wirkliche Gefahr

Für alle Ubisoft Mitarbeiter im Gebäude war der Tag sicherlich ein einschneidendes Erlebnis. Eine konkrete Gefahr wie einen bewaffneten Angreifer oder eine Geiselnahme hat es offenbar aber zu keinem Zeitpunkt gegeben. Weiterhin ist unbekannt, warum der Notruf aus dem Gebäude bei der Polizei wirklich einging.

Emilien Lomet, Game Designer von Rainbow Six Siege bei Ubisoft Montréal, schreibt vor wenigen Minuten auf Twitter:

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Update, 22:44 Uhr: Lage scheint unter Kontrolle

Wie die Polizei gegenüber der Plattform „Le Journal De Montréal“ bestätigt haben soll, sei der Notruf tatsächlich aus dem Inneren des Gebäudes gekommen. Der Polizeidienst der Ville de Montréal (SPVM) soll weiterhin bestätigt haben, dass keine Gefahr vorliege. Das habe die zirka zweistündige Inspektion der Räumlichkeiten und Lage ergeben.

Ubisoft bzw. Ubisoft Montréal selbst haben sich bislang nicht öffentlich zu dem Vorfall am Freitag geäußert.

Mitarbeiter in großer Sorge

Die Situation rund um die Coronavirus-Pandemie bedingt, dass viele Mitarbeiter großer Firmen momentan viel aus dem Homeoffice arbeiten. So auch Eric Pope, seines Zeichens Senior Community Developer für das Spiel Hyper Scape bei Ubisoft. Er bekam unmittelbar von den Vorfällen in den Büros seines Arbeitgebers mit und teilte seine Sorge – ebenfalls auf Twitter.

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Andere Live-Events reagieren auf den Vorfall

Bereits kurz nachdem die Meldung aus Kanada die Öffentlichkeit erreichte, reagierten mehrere Akteure in der Szene auf den Vorfall. So wurde unter anderem der Livestream des Rainbow Six Siege NA Major Turniers unterbrochen, um den Fokus nicht von der schwierigen Situation der eigenen Kollegen abzulenken. Die Gesundheit, das Leben und die Sicherheit der Ubisoft Mitarbeiter haben Vorrang vor dem E-Sport, betont Parker ‚Interro‘ Mackay, Rainbow Six Kommentator, auf Twitter.

Auch das deutschsprachige Call of Duty: Black Ops Cold War Launch Event rund um viele bekannte deutschsprachige Influencer, YouTuber und Streamer wie HandOfBlood, Maxim, Kalle und vielen weiteren wurde abgebrochen und wird zu einem späteren Zeitpunkt fortgesetzt.

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