Wie aus einem Kurspapier hervorgeht, welches der Gaming-Grounds.de Redaktion vorliegt, will Schleswig-Holstein einen brandneuen E-Sportverband gründen. Dieser soll, so zumindest der Arbeitstitel, „Schleswig-Holsteinischer E-Sportverband“ (kurz SHEV) heißen. Grund der Gründung und Ziel des neuen Verbandes sei es, ein Forum zu schaffen, um im Bundesland gemeinsam Meinungen bilden und diese geschlossen nach außen vertreten zu können.

Bislang zeichne sich das E-Sport-Land Schleswig-Holstein vor allem auch durch eine dezentrale Struktur aus, erklären die Verantwortlichen im Papier. Das LEZ.SH sei zwar ein staatlich unterstütztes Pilotprojekt mit bundesweiter Strahlkraft, dennoch gebe es auch vereinzelte und private Akteure, die ihre eigenen Ziele im E-Sport verfolgten. Dazu seien auch Vereine und Organisationen zu zählen, die entweder selbst E-Sport betreiben oder Turniere und Wettbewerbe ausrichten. Auch der wirtschaftliche Aufbau der E-Sport-Infrastruktur im Bundesland soll an Bord geholt werden.

Warum der neue Verband?

Eine Organisation der oben genannten Akteure innerhalb des Landessportverbandes Schleswig-Holsteins sei derzeit aus politischen und (steuer-)rechtlichen Gründen nicht möglich, auch das LEZ.SH habe laut Angaben auf der eigenen Homepage andere Aufgabenbereiche. Deshalb hätten sich mehrere E-Sport-Akteure innerhalb des Landes zusammengetan, um den „SHEV“ zu gründen.

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Dieser verfolge primär zwei Ziele:

  1. Schaffung eines Forums aller E-Sport-Akteure in SH zur Bildung einer gemeinsamen Stimme
  2. Schaffung eines repräsentativen Ansprechpartners für die Landespolitik in Sachen E-Sport in Schleswig-Holstein

Wer ist mit an Bord?

Es sei den Organisatoren gelungen, verschiedene Personen und Vereinsvertreter aus allen Teilen des E-Sport-Landes SH für die Gründung des SHEV zu aktivieren und zu mobilisieren, erläutert das Positionspapier weiterhin. Von den Gründungsinitiatoren konnten an einem offiziellen Treffen im Juni 2020 teilnehmen: Fabian Bornemann, Martin Freese, Timo Schöber, Helge Kühl, Dennis Bluhm, Phillip Ebben und Oliver Daum.


*/Update, 16. August, 16:49 Uhr*

Unserer journalistischen Sorgfalt entsprechend ergänzen wir diese Mitteilung um folgende Information: Es liegt zum diesem Schreiben keine Bestätigung von Seiten des ESBD, LEZ SH oder Martin Müllers vor.


An dem Treffen habe auch Martin Müller nebst Begleitung als Präsidiumsmitglied des eSport-Bund Deutschland e. V. („ESBD“) teilgenommen. Der SHEV solle demnach nicht in Konkurrenz zum ESBD oder LEZ.SH treten. Daher wäre der Zweck des Treffens darauf gerichtet gewesen, dass ESBD und die Gründungsinitiatoren des SHEV einen gemeinsamen Weg zur Gründung des SHEV und in Hinblick auf die anschließende Arbeit des SHEV finden sollten. Weiterhin sei es gelungen, mit Herrn Müller gemeinsam die nächsten Schritte zur Gründung des SHEV zu formulieren.

Diese lauten:

  • Es soll eine Abstimmung zwischen LEZ.SH, If (Game) SH und SHEV hinsichtlich der Zuordnung der öffentlichen Aufgaben im E-Sport in SH stattfinden.
  • Der ESBD erarbeitet gegenwärtig eine Mustersatzung für Landesverbände, die Mitglied im ESBD werden wollen. Die Mustersatzung soll bis spätestens 30. Sep-tember 2020 fertiggestellt werden.
  • Die Initiatoren des SHEV sagten zu, die fristgemäß fertiggestellte Mustersatzung als Grundlage der eigenen Satzung übernehmen zu wollen und die Gründung des SHEV bis zum 30. September 2020 abzuwarten.
  • Die Initiatoren des SHEV werden bis zum 30. September 2020 auf die aktive Mit-glieder- und Geldgeberakquise verzichten.

Abschließend heißt es im Papier, dass davon auszugehen sei die Gründung im vierten Quartal 2020 abschließen zu können. Sollte eine Mustersatzung, die der ESBD entwerfen soll, früher zur Verfügung stehen, könne man sich auch eine Gründung zu einem früheren Termin vorstellen.

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