SIFU erscheint offiziell am heutigen Dienstag, 8. Februar 2022 für PlayStation 4, PlayStation 5 und auf dem PC im Epic Games Store. Vorbesteller konnten bereits etwas früher starten und kämpfen sich bereits seit Sonntag durch Tempel, Clubs und andere Lokalitäten. Das neue Third Person Action Game von Entwickler Sloclap, welches darüber hinaus über ein Roguelite System verfügt, versetzt euch in die Rolle eines zunächst noch jungen Kung-Fu Schülers, dem es nach Rache sinnt. Er sucht jene Mörder, die seine Familie kaltblütig umgebracht haben. Doch die Suche gestaltet sich als steiniger und auch für die Spielenden äußerst anspruchsvoller Weg.

Um dennoch ans Ziel zu kommen, müsst ihr diverse Regionen, unterteilt in Level, durchqueren und unzähligen Feinden den Garaus machen. Zur Verfügung stehen euch dafür eure grundlegenden Kampfkunst-Kenntnisse, die ihr im Verlauf der Kampagne immer weiter verbessern könnt. Diverse Angriffe und Spezialmanöver wollen nicht nur in der Theorie freigeschaltet, sondern die Anwendung dergleichen auch im Spiel gelernt werden. Außerdem findet ihr immer wieder praktische Wurfgegenstände oder Waffen, die ihr ebenfalls gegen eure Widersacher verwenden dürft.

Das Alter macht vor niemandem Halt

Doch Vorsicht: Mit jedem Fehlversuch, mit jedem virtuellen Tod eures Kung-Fu Schülers oder wahlweise auch eurer Kung-Fu Schülerin, altert der Protagonist unwiderruflich. Überschreitet euer Alter eine gewisse Grenze, ist euer Weg und die Suche nach Rache früher beendet, als es euch lieb ist. Der Vorteil ist, dass SIFU es euch erlaubt, nach einem gescheiterten Kampf an der gleichen Stelle direkt weiterzumachen – nur eben etwas älter.

Mit zunehmendem Alter werdet ihr erfahrener und weiser, was im Spiel durch mehr ausgeteilten Schaden aller Angriffe symbolisiert wird. Natürlich hat auch das wieder seinen Preis. Im Alter wird der Körper schwächer, was dazu führt, dass ihr weniger Treffer einstecken könnt, mehr Schaden erleidet und zu allem Überfluss auch nicht mehr alle neuen Fähigkeiten erlernen könnt.

Stärker werdet ihr jedoch nicht ausschließlich durch neu freigeschaltete Angriffstechniken. In regelmäßigen Abständen findet ihr, solltet ihr ein wachsames Auge auf die Einrichtung der Räumlichkeiten um euch herum haben, immer wieder Statuen, an denen ihr eine Auswahl aus zusätzlichen Stärkungseffekten, wie etwa verbesserter Maximalform, angeboten bekommt. Auch diese Vorteile verschwinden allerdings, wenn ihr das Maximalalter durch zu viele verlorene Kämpfe überschreitet.

Zu Beginn des Spiels, an dem euer Charakter gerade einmal 20 Jahre alt ist, altert ihr durch Rückschläge noch langsam. Doch umso höher euer Todeszähler ist, desto mehr Lebensjahre verliert ihr pro leerer Lebensanzeige. Diesen Todeszähler könnt ihr, im Gegensatz zum Alter eures Kung-Fu Schülers, durch bestimmte Belohnungen oder besonders starke Bossgegner, die ihr in die Knie zwingt, wieder zurücksetzen. So verlangsamt ihr den Alterungsprozess, aufhalten können werdet ihr ihn nicht.

Die Geschichte in SIFU wird euch immer wieder durch kurze Zwischensequenzen, aber auch durch in Leveln platzierten Objekten erzählt, die Einträge auf eurer Hinweistafel hinterlassen. Dort könnt ihr mehr zu den gefundenen Orten und Gegenständen lesen, um immer mehr Hintergrund zur Lore in Erfahrung zu bringen.

Darum ist SIFU so unglaublich schwer

Wie eingangs bereits erwähnt, könnt ihr SIFU ab sofort wahlweise auf der PlayStation oder auf dem PC spielen. Doch auch wenn ihr auf dem Computer spielt, empfiehlt sich dringlichst die Verwendung eines Controllers, um die verschiedenen Kombinationen, Angriffe, Blocks, Ausweichmanöver, Sprünge und Tritte koordinieren zu können. Auch wenn die grundlegenden Eingaben, zusammengesetzt aus Richtung, leichtem oder schwerem Angriff, Block und Ausweichschritt zunächst simpel klingen, kommt es dennoch extrem auf Timing, Kombination und Reaktionsvermögen an. Darüber hinaus sammelt ihr im Rahmen der Kämpfe eine spezielle Ressource namens Fokus. Diese könnt ihr investieren, um kurzzeitig die Zeit zu verlangsamen und einen besonders verheerenden Angriff gegen einen Gegner in Reichweite auszuführen.

Am Anfang werdet ihr dennoch so oder so scheitern – und das oft. SIFU ist mit Absicht hart und fordert von euch eine Opfergabe, die in erster Linie in investierter Zeit und Lernbereitschaft zu messen ist. Scheut euch nicht, auch ohne Gegner Schlagabfolgen zu testen oder zwischen den Missionen in eurem Unterschlupf Kombinationen zu trainieren. Einen deutlichen Vorteil haben all jene, die auch im echten Leben über grundlegende Kampftaktiken informiert sind sowie alle Experten des Fighting Game Genres, die bereits Erfahrung mit Tastenkombinationen, Timing und schnellen Reaktionen besitzen.

Kleiner Tipp für den Anfang: Lasst euch keinesfalls einkesseln, schaltet bewaffnete Gegner immer zuerst aus. Leichter gesagt, als getan.

Doch auch die meisten Fighting Game Experten werden wohl keinen entspannten Spaziergang durch die Herausforderungen in SIFU erleben. Zwar sind die Kombinationen weit nicht so komplex wie beispielsweise in einem TEKKEN, Street Fighter oder Dragonball, aber dafür habt ihr es mit zahlreichen Gegnern zu tun, die ebenfalls äußert geschickt, taktisch und teils hinterhältig vorgehen. Sie verwenden Gegenstände, werfen Flaschen nach euch oder verwenden diverse Fähigkeiten, über die ihr anfangs erst einmal einen Überblick bekommen müsst. Insbesondere bei Bossgegnern gilt es, zunächst extrem defensiv zu spielen, Verhaltensmuster zu beobachten und Lücken sowie Schwachstellen im Kampfmuster zu erkennen.

Wer einfach nur auf Tasten hämmern will und für den Blocken und Ausweichen Fremdworte sind, wird in SIFU niemals wirklich weit kommen. Apropos, nicht weit kommen: Wir würden in unserem SIFU Review gern noch mehr Worte über die Qualität der Geschichte verlieren, doch sind wir in unseren bisherigen Anläufen gar nicht über das dritte Level hinausgekommen.

Genau das ist aber auch das Roguelite Prinzip, welches sich beispielsweise im gefeierten Indie-Hit Hades wiederfindet. In jedem Run gilt es, weiterzukommen, als im vorherigen Versuch. Nur fordert SIFU von euch in diesem Kontext eben jene erwähnte Lernbereitschaft. Erhöhte Attribute, neue Waffen oder ähnliche Vorteile übernehmt ihr hier zu genau 0 Prozent. „Speicherpunkte“ gibt es hier ausschließlich nach dem Abschluss einer Mission: Hier merkt sich euer Kampagnenfortschritt, mit welchem Alter ihr das Level im besten Durchlauf abgeschlossen habt. Von diesem Punkt an könnt ihr mit diesem Alter in die nachfolgende Mission starten.

SIFU kann schnell frustrieren

Das klingt zunächst nach einem spannenden Konzept, kann aber auch schnell frustrierend werden, wenn ihr beispielsweise die Gegner in einem spezifischen Abschnitt schon fast im Schlaf kennt und sie nahezu ohne eingesteckte Treffer zu Boden schickt, nur um zum siebten Mal zu einem wirklich schweren Endgegner zu kommen, der euch im Regelfall viele Jahre eures Kung-Fu Lebens kostet. Der Weg an diese Stelle ist oftmals lang, beschwerlich und – zumindest im x-ten Anlauf – öde. Auch die sich jedes Mal gleich wiederholenden Dialoge und Antwortoptionen machen das nicht besser. Obwohl die Level wirklich schön und liebevoll gestaltet sind, verlieren sie beim zehnten Durchlauf eben doch den interaktiven und malerischen Charme, den sie noch beim ersten Ansehen zu versprühen vermögen.

Lang sind die Wege unter anderem auch deshalb, weil es in SIFU nur in äußersten Ausnahmefällen möglich ist, Kämpfe zu umgehen. Fast immer wissen Gegner sofort über eure Anwesenheit Bescheid und zeigen sich direkt angriffslustig. Würde es nicht so viel Spaß machen, mit wirklich hübsch gestalteten und sich gut anfühlenden Kombinationen mit reichlich Trefferfeedback den Feinden so richtig einzuschenken, würde ich an dieser Stelle wohl noch viel mehr meckern. Zugutehalten muss man SIFU an dieser Stelle allerdings wenigstens, dass ihr, solltet ihr ein Level gut erkundet haben, wenigstens Abkürzungen durch gefundene Magnetkarten oder Schlüssel erhalten könnt, die euch den erneuten Durchlauf wenigstens etwas kürzer gestalten.

Dennoch: SIFU verbindet erfrischendes und äußerst anspruchsvolles Kampfkunst-Gameplay mit spannenden, so noch selten dagewesenen Mechaniken, die zunächst verwirren mögen, sich aber dennoch logisch im Spiel zusammenfügen. Wer vom Spiel gern gefordert wird, im Idealfall Kung-Fu, Fighting Games sowie Roguelite mag, bekommt von Sloclap hier einen echten Leckerbissen mit wenigen Schwächen präsentiert.

Inhaltlich können und wollen wir euch gar nicht zu viel verraten, deshalb entlassen wir euch an dieser Stelle in eine dunkle Tür, hinter der sich viele weitere Kämpfe und Geschichten verbergen, die ihr bei Interesse ab heute selbst in SIFU bestreiten und erleben könnt.

SIFU angespielt: Das härteste Game 2022?

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