Kiel. Am heutigen Mittwoch, 18. Dezember 2019, wurden dem Trägerverein des Landeszentrums für eSport und Digitalisierung Schleswig-Holstein (LEZ SH) in dessen zukünftigen Räumlichkeiten die Förderbescheide von Staatssekretärin Kristina Herbst, Staatssekretär Tobias Goldschmidt und Oberbürgermeister Ulf Kämpfer übergeben. Unser freier Autor Timo Schöber war im Auftrag von Gaming-Grounds.de live mit vor Ort dabei und berichtet von einem spannenden Tag für den eSport im deutschen Norden.

Kieler Innenstadt, ein von der Straße unscheinbar wirkendes Gebäude. Am Klingelschild der Tür war es dann: Das Symbol des Landeszentrums für eSport und Digitalisierung (LEZ). Ich bin von den freundlichen Ehrenamtlichen des Landeszentrums direkt hereingebeten worden. Ein paar Treppen nach oben in den 3. Stock verband in diesem Moment direkt traditionellen Sport mit eSports.

Anzeige

Der erste Eindruck

Oben angekommen war der erste Eindruck des Landeszentrums sehr positiv: Hell, geräumig und bereits an einigen Stellen frisch renoviert. Den Türschildern konnte ich entnehmen, dass es ein Büro, einen Streaming-Raum und Räumlichkeiten für das eigentliche wettbewerbsorientierte Spielen von Videogames gibt. Darüber hinaus befanden sich in einem lichtdurchfluteten Raum mit mehreren großen Fenstern Stuhlreihen. Hier fanden die eigentliche Präsentation und der Pressetermin zum Landeszentrum statt.

Bevor der offizielle Teil allerdings begann, hatte ich die Gelegenheit einen genaueren Blick auf die Räumlichkeiten zu werfen. In einem der eSports-Räume wurde League of Legends gespielt, auf modernen Computern und samt Übertragung auf einen Beamer. Im großen Flur, an dessen jeweiligen Enden etwas Platz für Veranstaltungen ist, fanden sich die geladenen Gäste des Soft Openings zu Gesprächen zusammen. Begleitet wurde das Ganze von einem sehr netten Catering-Team.

Gespräch mit Martin Müller

Bereits vor dem eigentlichen Pressetermin hatte ich die Gelegenheit ein Gespräch mit Martin Müller, dem Projektleiter des LEZ SH, zu führen.

Er erklärte:

„Schleswig-Holstein hat eine gute Idee davon, wie man eSport entwickeln könnte. […] Ich, mit meinem Konzept für Landeszentren, und das Land Schleswig-Holstein haben das dann auf den Weg gebracht. […] Die Idee des Landeszentrums ist es Wissen zu strukturieren, zu bündeln und weiterzugeben.“

Mit der Lage des Landeszentrums mitten in der Kieler Innenstadt sei man super zufrieden.

In der Tat ist die Lage der neuen Einrichtung herausragend gut, wenige Meter von der Kieler Einkaufsmeile entfernt. Ich glaube, dass man viel Aufmerksamkeit generieren können wird, wenn man das Landeszentrum entsprechend von außerhalb des Gebäudes kenntlich macht. Eventuell auch mit einem Wegweiser von der Einkaufsmeile zum Landeszentrum.

Vielleicht mag es dem ein oder anderen aufgefallen sein. Martin Müller spricht im obigen Zitat von „Landeszentren“, Plural. Was hat es damit auf sich?

„Natürlich wäre es aus meiner Sicht wünschenswert, wenn wir irgendwann eine flächendeckende Infrastruktur haben, die entsprechend vernetzt ist“, so Müller weiter.

Es ginge hierbei um eine auf das Gemeinwohl orientierte Arbeit.

Aufgaben und Angebote

Insgesamt wird das Landeszentrum meiner Auffassung nach vielerlei Aufgaben abbilden können:

  • Vermittlung von eSports-Wissen, vor allem für Menschen und Organisationen, die bisher wenige Berührungspunkte zu dem Thema gehabt haben.
  • Anlaufstelle für eSportler aus Schleswig-Holstein, mit einem besonderen Fokus auf Kiel und Umgebung.
  • Erfahrbarmachen von eSports für Eltern, Lehrer, Sozialpädagogen und andere erzieherisch tätige Menschen, beispielsweise um Vorurteile abzubauen.
  • Anbieten von Möglichkeiten zu Ausgleichssport (Fitnessraum) und ganzheitlichen Trainings.
  • Schulung von Medienkompetenz und Suchtprävention.

Darüber hinaus werden mit Sicherheit auch Wettkämpfe, gerade im Breitensport-Bereich, im LEZ stattfinden.

Impressionen des Tages

Meinung des eSports Nord e.V., eSports Verein aus Schleswig-Holstein

Wie einige vielleicht wissen, bin ich nicht nur für Gaming-Grounds.de aktiv, sondern auch Mitglied und Presseverantwortlicher beim eSports Nord e.V. Gemeinsam mit mir war Fabian Bornemann vor Ort, der seines Zeichen Gründer und erster Vorsitzender des Vereins ist.

Er äußert sich wie folgt über das LEZ:

„Nachdem wir das Landeszentrum heute gesehen haben bin ich guter Dinge. Das Landeszentrum kann auf jeden Fall eine Leuchtturm-Position einnehmen. Die Arbeit der Ehrenamtlichen vor Ort war herausragend. Unser Verein ist Mitglied im Trägerverein des Landeszentrums und wir rechnen damit, dass das Landeszentrum langfristig in Kiel verankert werden kann.“

Fazit

Ich sehe das sehr ähnlich. Der Besuch des Landeszentrums hat bei mir einen positiven Eindruck hinterlassen. Sicher, das Ganze muss noch umgebaut und vorbereitet werden. Aber ich glaube, dass das jetzt nur noch Kleinigkeiten sind. Der geplante Eröffnungstermin ist im 1. Quartal 2020. Ich gehe davon aus, dass man diesen halten können wird. Das Konzept hinter dem LEZ erscheint mir schlüssig.

Bei der Veranstaltung waren neben Vertretern der digitalen Szene Kiels und des regionalen eSports auch jene von Landesministerien, des eSport-Bundes Deutschland, der Industrie- und Handelskammer Schleswig-Holstein sowie der Kieler Wirtschaftsförderung vor Ort – und sogar der Kieler Oberbürgermeister hielt eine kurze Rede.

Meine positive Einstellung hinsichtlich von Landeszentren im eSports hat der heutige Termin jedenfalls bestätigt.

Anzeige