Duisburg. Wettbewerbe in FIFA oder Rocket League sind demnächst auch im Sportverein in NRW möglich: Mit Unterstützung des Ministeriums für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen (MKFFI NRW) führt die Sportjugend Nordrhein-Westfalen in den kommenden drei Jahren (Laufzeit 01.09.2020 bis 31.08.2023) das Projekt „E-Sport als Angebot der außersportlichen Jugendarbeit im Sportverein“ durch. Das geht aus einer tagesaktuellen Pressemitteilung der Verantwortlichen hervor.

Im Rahmen des bundesweit einmaligen Projektes sollen Konzepte zur Umsetzung von E-Sport-Angeboten in den Strukturen des organisierten Sports entwickelt, erprobt und evaluiert werden, heißt es in der Ankündigung weiter. Das Projekt umfasse dabei vier Säulen.

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Jens Wortmann, Vorsitzender der Sportjugend NRW, erläutert das Vorhaben:

„Neben zwölf Modellstandorten – denen eine technische Ausstattung gestellt wird – werden Schulungsangebote entwickelt, die Multiplikator*innen zur pädagogischen Anleitung von E-Sport-Angeboten befähigen und so eine qualitätsgesicherte und verantwortungsvolle Arbeit mit E-Sport-Angeboten sicherstellen. Außerdem setzen wir auf den Aufbau eines Beratungsangebots für interessierte Vereine und lassen das Projekt wissenschaftlich begleiten.“

Prof. Dr. Eik-Henning Tappe von der FH Münster – Fachbereich Sozialwesen – verantwortet die wissenschaftliche Begleitung:

„Dieses spannende Projekt bietet die Option, mögliche Auswirkungen eines organisierten, regelmäßigen Gaming-Angebots zu betrachten und zu analysieren. Unser Ziel ist es, Ansätze herauszuarbeiten, die dafür sensibilisieren, die individuelle Betreuung nicht allein auf das Verbessern der spielbezogenen Fähigkeiten auszurichten, sondern auch explizit die Verarbeitung des Erlebten zu begleiten und aufzuarbeiten. Diese pädagogische Hinwendung ist der Ausgangspunkt für das Erkennen von förderlichen sowie herausfordernden Faktoren, die im und durch den Spielprozess entstehen können. Nur so kann eine Grundlage geschaffen werden, Gaming und E-Sport in jugendorientierten Freizeitangeboten nachhaltig zu verankern.“

Martin Müller, Vizepräsident Breitensport des eSport-Bund Deutschland e.V, ergänzt:

„Mit ihrem breitgefächerten Projekt baut die Sportjugend NRW eine wichtige Brücke zwischen Sport und E-Sport. Die damit verbundene Offenheit für den E-Sport, der insbesondere junge Menschen begeistert, begrüßt der ESBD ausdrücklich. Wir sind davon überzeugt, dass jede Säule des Projekts, wertvolle Erkenntnisse für die Zukunft liefern wird.“

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E-Sport als Teil der digitalen Medienkultur

Unabhängig von der aktuellen, gesellschaftlich wie (sport-) politisch geführten Diskussion zu einer möglichen Anerkennung von E-Sport als eigenständige Sportart, entscheiden junge Menschen über die Definition des Sportbegriffs. Aus dieser Entwicklung sind Anknüpfungspunkte zum organisierten Sport gegeben.

Die Förderung der Medienkompetenz ist im Rahmen einer modernen Kinder- und Jugendarbeit als Bildungsauftrag zu verstehen. Die Entwicklung praxisnaher Konzepte ist daher dringend notwendig. E-Sport als Teil der digitalen Medienkultur stellt in den Strukturen des organisierten Sports ein junges, dynamisches und neues Aufgabenfeld dar.

Die Ausschreibung zum Projekt „Förderung von E-Sport als Angebot der außersportlichen Jugendarbeit im Sportverein“ sowie das Formular zur Interessensbekundung finden sich hier:

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