Isle of Siptah ist die aktuelle Erweiterung von Conan Exiles, doch viele Spieler sind rein gar nicht mit dem aktuellen Kurs dieser Expansion einverstanden. In diesem Beitrag schauen wir uns die Gründe für den Unmut der Spieler an und darauf, was Funcom mit Update 2.3 und Update 2.4 als Gegenmaßnahme eingeleitet hat, um mit Isle of Siptah doch noch die Kurve zu kriegen. Außerdem betrachten wir kurz die geschichtliche Entwicklung des Hauptspiels, was nötig ist, um ein abschließendes Fazit abzugeben.

Entwicklung des Hauptspiels

Das Anfang 2017 im Early Access erschienene Hauptspiel Conan Exiles erfreut sich derzeit großer Beliebtheit. Die Bewertungen auf Steam sind größtenteils positiv und das Spiel hat eine gesunde Spielerbasis. Doch das war nicht immer so. Gerade anfangs hatte Conan Exiles durchaus Schwierigkeiten sich neben Minecraft und Ark in seiner Nische unter den Survival-Spielen zu positionieren. Doch durch einen stetigen Fluss an Updates, die die gröbsten Bugs behoben und die Karte der „Exiles Lands“ ständig durch neue Biome erweitert haben, wurde das Spiel immer erfolgreicher.

Am zunächst klobigen und hakeligen Kampfsystem wurde so lange gearbeitet, bis es nun, wie ich finde, in einem echt guten Zustand ist. Das Kampfsystem macht mir persönlich Spaß. Funcom hat neue Technologie-Bäume, berittenen Kampf und viele neue Dungeons ins Spiel gebracht. Außerdem werden durch DLCs regelmäßig neue Baustile für jeden Geschmack veröffentlicht. Durch die Möglichkeit das Spiel zu modden, ist eine aktive Modder-Community entstanden, welche das Spiel noch weiter nach eigenen Wünschen und Bedürfnissen anpasst. Genau deshalb hat sich Conan Exiles seit dem Release zum festen Bestandteil des Survival-Genres gemausert.

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Isle of Siptah

Mit der umfassenden Erweiterung Isle of Siptah verspricht Funcom ein neues Spielerlebnis, indem wir als Spieler auf einer neuen Insel voller Geheimnisse stranden. Das Zentrum der Insel ist ein hoher Turm, von welchem zyklisch bedrohliche Mahlstürme ausgehen. Innerhalb dieser Stürme treffen wir auf gefährliche an das Lovecraft Universum erinnernde Gegner, die neue und mächtige Materialien fallen lassen. Es werden also neue Monster, neue schwerere Gewölbe (engl. Vaults) und neue herstellbare Gegenstände eingeführt. Außerdem betont Funcom den Fokus auf mehr Spieler gegen Spieler Inhalte, da die mächtigen Ressourcen begrenzt sind und jede Partei das Zentrum der Karte für sich beanspruchen möchte.

Isle of Siptah ist seit dem 15. September 2020 im Early Access spielbar und hat derzeit keinen guten Stand bei den Bewertungen auf Steam. Am 25. April 2021 sind lediglich 48 Prozent der Nutzerrezensionen positiv. Doch „woran hat es jelegen“ fragen wir uns dann natürlich! Schauen wir uns das Feedback der Community an.

Feedback der Community

Viele Spieler beschweren sich über den Aufbau der Karte, die mit einem gespiegelten Design für balancierte PvP Schlachten sorgen möchte. Es erinnert an einen per Map-Design fair gestalteten Battle Royale Modus, so wie es auch häufig bei Strategiespielen wie zum Beispiel Warcraft 3 der Fall gewesen ist. Jede Ressource ist händisch gleich verteilt, was natürlich den Eindruck einer organisch entstandenen Map zerstört. Die gespiegelte Karte macht die Erkundung der anderen Inselhälfte einfach unnötig. Außerdem beklagen viele Spieler, dass die Karte grundsätzlich sehr leer und leblos wirkt.

Enttäuscht sind viele Spieler, dass sie ihre lang erspielten Fortschritte auf den Exiled Lands nicht auf Isle of Siptah übernehmen können. So müssen hunderte von Stunden geopfert werden, um als Gestrandeter wieder von vorne zu grinden. Dieser Grind gestaltet sich auch als ziemlich zäh, da der Schwierigkeitsgrad in Richtung Zentrum der Karte sehr steil ansteigt. Das führt dazu, dass sich die Spieler recht lange am Strand aufhalten müssen, während sie darauf hinarbeiten, stark genug für das Landesinnere zu sein.

Außerdem können lediglich in sogenannten Fluten (engl. Surges) Sklaven gefangen werden, welche ziemlich stark umkämpft sind. Wer da nicht gut genug ausgerüstet ist, wird ziemlich schnell im PvP den Kürzeren ziehen. Durch diesen enormen Schwierigkeitsgrad an Sklaven zu kommen, verliert das komplette Feature für die meisten Spieler an Relevanz.

Weiterhin wird eine Illusion von neuen Gegenständen vermarktet, die wohl am Ende nur durch den Austausch der Namen der Gegenstände erreicht wird. Die Icons und die 3D-Modelle der Gegenstände bleiben jedoch erhalten.

Nachdem ich die Bewertungen der Community gelesen hatte, wurde mir klar, dass der Mangel an positiven Bewertungen nicht unbedingt daran liegt, dass die Erweiterung per se schlechter als das Hauptspiel ist, sondern vielmehr daran, dass die Erweiterung neue Wege ausprobieren möchte. Isle of Siptah möchte eine Abwechslung bieten und vielleicht auch eine neue Zielgruppe adressieren, nämlich eine Zielgruppe, die Lust auf ein forderndes Spielerscharmützel hat.

Es wird deutlich, dass sich die Community in ziemlich genau zwei Lager teilt. Eines möchte Conan Exiles so spielen, wie sie es immer getan haben. Sie möchten eine durchdachte Basis bauen, sie möchten die Karte mit samt aller Dungeons und Geheimnisse entdecken, die Story des Spiels erleben und das PvP weitestgehend links liegen lassen. Das zweite Lager findet es erfrischend, neue Wege des Gameplays zu bekommen und ist auch mit den Änderungen der Spielphilosophie einverstanden.

Patch 2.3 und 2.4

Nichtsdestotrotz möchte Funcom natürlich, dass ihre Erweiterung möglichst positiv von der ganzen Community angenommen wird und nicht nur von der Hälfte der Spieler. So nehmen sich die Verantwortlichen das Feedback zu Herzen und haben mit den Updates 2.3 (am 16.03.) und 2.4 (am 22.04.) einige der Probleme adressiert.

Update 2.3

  • Durch neue NPC Camps wurde mehr Leben auf der Insel eingehaucht und es wurden dadurch mehr Quellen für Sklaven eingeführt.
  • Die Features der Fluten, der Gewölbe und des Mahlsturms hingen zuvor stark zusammen, indem geplünderte Beute eines Features unbedingt für das Erledigen der anderen Features notwendig war. Diese Zusammenhänge wurden nun aufgeweicht, sodass nun jedes Feature unabhängig voneinander erlebt werden kann.
  • Außerdem kommen die Säuberungen aus dem Hauptspiel zurück, welche noch mehr Möglichkeiten bieten an Sklaven zu kommen und zusätzlich die Motivation erhöhen, die eigene Basis vor Angreifern zu schützen.
  • Für die Einzelgänger unter den Spielern wurde der Offline-Modus eingeführt
  • Mit den neuen Sprintangriffen soll vermieden werden, dass wir beim Versuch fliehende Gegner zu erwischen erst stehen bleiben und dann in die Leere schlagen.

Update 2.4

  • Die Map wurde durch mehr Biome ergänzt, sodass die Gesamtgröße der Map nun in etwa der größe der Exiled Lands entspricht.
  • Die Einführung mysteriöser „green pools“, einer Mechanik speziell für PvE Aktivitäten, die uns erlaubt kleine Statuetten von speziellen NPC Gegner zu sammeln und diese dann in den green pools auf passende Sockel zu setzen. Somit beschwören wir mächtige Bosse, die uns reich belohnen sollen.
  • Eine neue Lichtstimmung soll für eine bessere Atmosphäre sorgen und die Map lebhafter wirken lassen.
  • Neue Religion des Zath mitsamt eines neuen beschwörbaren Spinnen Gottes. Dieses Feature findet auch den Weg in das Hauptspiel und die Exiled Lands.
  • Zuletzt hat Funcom einige Änderungen am Balancing vorgenommen, die sich hauptsächlich um die Kampfmechanik drehen.

All diese Neuerungen haben eine klare Tendenz. Der ursprüngliche Fokus auf Spieler gegen Spieler Gameplay wurde massiv zurückgeschraubt und es wurden deutlich mehr Inhalte für PvE Spieler eingebaut. Ob das nun dafür sorgt, dass sich gleichermaßen sowohl PvE, als auch PvP Spieler auf der Map wohlfühlen, muss sich erst zeigen. Es könnte nämlich dazu führen, dass das PvP einschlafen wird, sobald sich die Spieler nur noch mit den PvE Alternativen beschäftigen, aber das steht noch in den Sternen.

Fazit

Während meiner Recherche zu diesem Beitrag war ich wechselhaft mal mehr und mal weniger vom aktuellen Zustand der Erweiterung angetan. Noch habe ich die 20 Euro für Isle of Siptah nicht ausgegeben und ich bin mir tatsächlich noch nicht sicher, ob ich das in naher Zukunft machen werde. Im Grunde genommen muss ich mir die Frage beantworten, welcher Spielertyp ich bei Conan Exiles bin. Die Antwort liegt auf der Hand: Für mich sind lange Grind-Orgien ein Graus, sodass ich mein Conan ohnehin auf einem lokalen Server mit angepassten Server-Werten spiele, die meinen Fortschritt um ein Vielfaches beschleunigen.

Auch mit beschleunigten Werten habe ich noch lange nicht alle Ecken der Hauptkarte gesehen und gemeistert. Im ursprünglichen Zustand mit starkem Fokus auf PvP hätte ich gesagt, dass diese Art zu Spielen recht uninteressant für mich ist, ich also getrost das Geld anderweitig ausgeben kann. Da jedoch immer mehr PvE Inhalte den Weg in die Map finden, wird meine Neugierde doch stark geweckt, gerade durch die Orientierung an dem Lovecraft Universum, welches ich ziemlich cool finde.

Funcom hat gerade beim Grundspiel gezeigt, dass sie auf Ihre Community hören können und unermüdlich daran arbeiten, das Spiel zu verbessern. Ich habe vollstes Vertrauen, dass Isle of Siptah die gleiche Aufmerksamkeit bekommen wird wie die Exiled Lands. Isle of Siptah ist trotz negativer Bewertungen nicht schlecht, es ist nur eine andere Art und Weise Conan Exiles zu spielen. Wer damit umgehen kann, dürfte problemlos zugreifen können.

Im Video: Community-Feedback und Update-Analyse