Nach einem neuen Ingame-Trailer und regelmäßigen Entwickler-Blogs wird es Zeit, dass ich mir endlich V Rising von Stunlock Studios noch näher anschaue. Erwähnt hatte ich es bereits kurz in meinem Beitrag zu den Top 10 der kommenden Rollenspiele, aber nun widmen wir uns gänzlich dem neuen Vampir-Survival-Spiel.

Entwickelt wird V Rising von Stunlock Studios, einem kleinen schwedischen Indie-Entwickler, welcher im Jahr 2010 gegründet wurde. Zu ihren bereits veröffentlichten Spielen gehören die Battlerite-Spiele, Dead Island: Epidemic und Bloodline Champions. Wenn man sich diese Spiele-Historie ansieht, wird der Fokus auf Top-Down Brawler sehr schnell deutlich. Mit V Rising bedienen sich die Entwickler mit Unity3D zwar einer neuen Engine, bleiben sich aber grundsätzlich in vielerlei Hinsicht treu. Doch bevor wir uns mit dem Gameplay beschäftigen, noch ein paar Worte zur Hintergrundgeschichte des Vampirgemetzels.

Hintergrund

Vampire ernähren sich von Blut und können das Tageslicht nicht ab. So, damit hätten wir das offensichtliche schon mal geklärt. Nun zu den spannenden Inhalten: In V Rising herrschte Jahrzehnte lang eine fast schon friedliche Balance zwischen den Menschen und den Vampiren. Während die Menschen aufstrebend Handel betrieben, ihre Städte wuchsen und gediehen, hielten sich die Vampire zurück und ernährten sich nur nach notwendigem Bedarf. Doch dann musste Dracula auf der Bildfläche erscheinen. Mit seinem Durst nach mehr Blut, ergo nach mehr Macht, geriet die so lange stabil gehaltene Balance ins Wanken.

Dracula ging über die übliche Blutmagie hinaus und öffnete die Tore zu anderen, nicht-materiellen Ebenen. Innerhalb seines Schlosses diente sein dunkler Thron als Verbindung zu diesen mysteriösen, unbekannten Reichen. Die anderen Vampir-Clans waren von der vernichtenden Macht Draculas nicht wirklich erfreut, weshalb sie ihm den Krieg erklärten. Dieser Krieg forderte einen hohen Tribut, denn um mit Draculas Macht mitzuhalten, mussten eben Menschen als Blutspender herhalten. Die Menschen wiederum wollten sich das auch nicht mehr lange gefallen lassen. Also wurde der Ordern der leuchtenden Kirche gegründet. Mit heiliger Macht gelang es den Menschen sowohl Dracula, als auch die kriegerischen Vampir-Clans, zurückzudrängen.

Mit letzter Kraft und dunkler Magie verbarrikadierten sich die verbliebenen Vampire, wo sie von nun an ausgehungert, machtlos und schlafend vor sich hin vegetierten. Es kehrte vampirloser Frieden ein, doch dieser währte nicht lange. Denn was hinterblieben war, war die Macht des Ordens der leuchtenden Kirche. Und wie es sich mit Macht verhält, muss sie auch ausgelebt werden. Das Resultat: Die Menschheit ging auf sich selbst los – dieser Zustand hielt mehrere Jahrhunderte an, bis die dunkle Vampirbarriere allmählich an Kraft verlor. Der Zugang zum Vampirversteck öffnete sich.

Wir spielen einen erwachten Vampir, der sich machthungrig hinauswagt und alles darauf setzt, seine einst verlorene Kraft wiederzuerlangen.

Core Loop

Die Core-Loop von V Rising orientiert sich an bereits bekannten Survival Spielen. Wir erwachen geschwächt und machen uns entweder solo oder im Coop auf, um Ressourcen zum Bau einer eigenen Behausung zu sammeln. Während wir die Welt erkunden müssen wir uns natürlich ständig vor Sonnenlicht in Acht nehmen, denn das können wir ja bekannterweise nicht ab. Neue Einrichtungsgegenstände für unsere Behausung müssen wir über Rezepte freischalten.

Diese Rezepte können wir aus verschiedensten Quellen erlangen. Damit Wenig-Spieler rezeptmäßig von ihren Suchti-Freunden nicht abgehängt werden, gibt es eine Aufhol-Mechanik, mit der neue Spieler alle Rezepte ihrer Freunde sofort erlernen können. Im Laufe der Zeit wächst unsere Behausung zu einem beachtlichen Anwesen, in welchem wir sogar konvertierte Anhänger für uns arbeiten lassen können. Mit steigender Macht können wir in herausfordernde Gebiete reisen, die uns wiederum neue und mächtigere Gegenstände und Ressourcen verleihen. Nichts wirklich Bahnbrechendes also.

Blut

Zentraler Kernpunkt unseres Anwesens ist der Blutaltar. Dieser Altar ist für die Funktionsfähigkeit unserer Handwerkstische verantwortlich. So müssen wir uns also darum kümmern, dass der Blutalter hinreichend mit eben der roten Lebensflüssigkeit gefüllt ist. Um das zu bewerkstelligen, müssen wir also hinausziehen und Blut besorgen. Wir müssen Blut für unser Anwesen besorgen, dürfen aber dabei natürlich nicht vergessen, dass auch wir Blut zum Überleben benötigen. Wie im echten Leben auch, gibt es verschiedene Arten und Stufen von Blut, die uns unterschiedliche Buffs verleihen.

Okay, so nahe am echten Leben ist es dann doch nicht. Zumindest habe ich diese spezielle Erfahrung selbst noch nicht gemacht. Wie dem auch sei: Blut ist eine Kernmechanik, mit der wir im Spiel unsere Fortschritte erzielen. Wer hätte es gedacht? Neben der eigenen Ernährung und der Instandhaltung unseres Anwesens investieren wir auch Blutpunkte in unseren persönlichen Skill-Baum. Da es per se keine Klassen oder unterschiedliche Völker in V Rising gibt, gestalten wir unsere Spielweise durch die Wahl der gekauften Fähigkeiten.

Der Fokus liegt klar auf skillbasierten Fähigkeiten, wie sie in League of Legends oder in Battlerite – aus dem eigenen Hause – ebenfalls zu finden sind. So soll sich das Movement und der Kampf gegen Spieler, Monster aber auch Bosse actionreich und vertraut anfühlen.

Engine

Stunlock Studios ist es wichtig, dass die Umgebung handgebaut ist, aber auch einen Wiederspielwert durch Zufallsfaktoren besitzt. Deshalb haben sich die Entwickler dazu entschieden auf sogenannte „Chunks“ bei der Weltgestaltung zurückzugreifen. Man kann es sich so vorstellen, dass die Weltkarte mit fertig gestalteten Puzzle-Stücken jedes Mal neu zusammengesetzt werden kann. Um eine höchst dynamische Spielwelt zu ermöglichen, sind in der Welt mehr als 100.000 Objekte platziert, mit denen wir interagieren können. Aktuell können wir uns auf einem Bereich von mehr als 4,5 Quadratkilometer austoben, was laut Aussage des Studios allerdings stetig mehr werden soll.

Wie in anderen Survival-Spielen, wird auch V Rising sowohl private als auch öffentliche Server anbieten, die entweder als PvE oder aber auch als PvP Server aufgesetzt werden können.

Beta-Zeitraum

Noch in diesem Jahr soll ein limitierter Closed Beta-Test stattfinden, während das Datum für einen kostenpflichtigen Early Access erst irgendwann im Jahr 2022 feststehen soll. Es wird also noch einige Monate dauern, bis wir unsere Vampirzähne rauskramen und uns auf die Jagd nach alten, schwachen Menschen machen können.

Persönlicher Ausblick

Ich für meinen Teil pflege eine schizophrene Beziehung zu Survival-Spielen. Einerseits macht das Gameplay unheimlich Spaß und ist auch wirklich motivierend, da man ständig stärker wird. So versenke ich gerne mal stoßwellenartig zig Stunden in den Fortschritt meiner Behausung, verliere aber irgendwann doch die Grind-Lust. Im Verlauf des Spiels geht der Fortschritt irgendwann nämlich immer langsamer und mühseliger voran, bis ich dann doch aufgebe und mich anderen Spielen widme.

Nach der Netlflix Serie zu Castlevania bin ich aber doch recht gut auf das Vampir-Thema gehyped und freue mich vor allem auch auf das hoffentlich erfrischende Kampf-Gameplay.

Im Video: V Rising – Alles was wir wissen (Story, Gameplay, Closed Beta und Early Access)

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