Am heutigen Dienstag, 4. Juni, erscheint das neue Action Rollenspiel Warhammer: Chaosbane von Entwickler Eko Software und Publisher Bigben Interactive für PC, Xbox One und PlayStation 4. Der Titel ist am ehesten mit anderen Action Rollenspielen, beziehungsweise Hack’n’Slash Titeln, wie Diablo, Titan Quest, Torchlight oder Path of Exile zu vergleichen. Nur spielt Chaosbane eben im Warhammer Universum.

Vorbesteller und einige Spielejournalisten konnten den Titel jedoch schon einige Tage vorher unter die Lupe nehmen. Dieser Einblick und die bisher veröffentlichten Bewertungen machen nicht allzu viel Hoffnung auf eine würdige Genre-Alternative. Eigentlich schade, denn im Franchise steckt jede Menge Potenzial. Derzeit hält sich Chaosbane auf Steam bei 613 Bewertungen noch auf einem „ausgeglichenen“ Review Verhältnis.

Worum geht’s?

Warhammer Chaosbane ist ein typisches Action Rollenspiel mit Top-Down-Perspektive. Quelle: Eko Software/ Bigben Interactive

Um den Ablauf des Spiels grob zu beschreiben: Zu Spielbeginn wählt der Spieler einen von vier äußerst typischen Charakteren. Die Auswahl besteht aus einem Hochelfen-Magier, einem Zwergen-Slayer, einem imperialem Soldaten und einem Waldelfen-Kundschafter. Anschließend geht es in recht atmosphärisch gestaltete Karten und Level, um der vergleichsweise flachen Geschichte auf den Grund zu gehen. Wir jagen durch Monsterhorden einem recht beliebigen Oberbösewicht hinterher.

Auf dem Weg zu diesem gibt es Erfahrungspunkte und Ausrüstung zu sammeln. Mit jedem Stufenaufstieg gibt es Punkte im Talentbaum zu verteilen. Alles wie gehabt. Aber um die Story geht es ja in diesem Genre auch nicht unbedingt. Solange das Gameplay stimmt, ist uns und vielen Nutzern der Rest ziemlich egal.

Es hagelt Kritik

Doch dann kommt das Besondere…? Leider nicht. Sowohl Presse, als auch Spieler und Warhammer-Fans lassen in ihrem Feedback und den Bewertungen nicht viel Gutes an Warhammer: Chaosbane.

Fans berichten von sich schnell wiederholenden Kartenfragmenten, wenig Abwechslung und einer Kampagne, die in wenigen Stunden inhaltlich abgehandelt ist. Und im Endgame? Auch nicht viel. Es gebe zum aktuellen Zeitpunkt kaum Inhalte für Spieler, die es durch die Geschichte und die dazugehörigen Level geschafft haben.

Auch die Fachpresse, die den Titel bereits ausführlich testen konnte, hat nicht viel Positives am Spiel gelassen. Zwar würden sich die Klassen dynamisch und abwechslungsreich spielen und die großen Bosse am Ende der Akte seien jeweils ein Highlight, doch da hört es dann auch schon fast auf mit dem Lob. Der Rest sei Content-Streckung, Füllmaterial und generell nicht sonderlich speziell. Zwischen den etablierten Action Rollenspielen dürfte es für Warhammer Chaosbane dementsprechend schwer werden, einen Platz zu finden.

Ein Funken Hoffnung?

Ob Warhammer Fans mit dem Spiel trotzdem Spaß haben können? Wir denken schon. Schließlich ist die Präsentation des Titels alles andere als schlecht. Warhammer strahlt fast immer seinen ganz eigenen Charme aus und das ist auch in Chaosbane der Fall. Auch zum Punkt des fehlenden Endgame Contents hat sich Eko Software bereits in einem Youtube Video geäußert und erklärt, wie dieses Leck kompensiert werden soll. Wie gut das alles funktioniert, bleibt indes noch abzuwarten.

Demnach schalte man mit seinem Charakter über gesammelte Gegenstände Missionen für alle weiteren Twinks frei. Weitere Endgame Modi wie beispielsweise Expeditionen sollen Spieler auch nach dem Story-Modus beschäftigen. Dabei handelt es sich um zufällig generierte Level. Ob sich diese abwechslungsreicher spielen als die Missionen der Kampagne, können wir an dieser Stelle nicht beurteilen.

Über eine Fraktion namens „Sammlergilde“ solle man sich Zugriff auf den „Reliktjagd“ Modus erspielen können. Mit verschiedenen Modifikationen und Schwierigkeitsgraden bestimme sich auch die Qualität der fallengelassenen Ausrüstung inklusive heroischer Sets, die es zum Sammeln gebe.

Der wirklich finale Endgame Modus sei der „Boss Rush“, in dem Spieler im Rahmen eines Zeitlimits erneut mit Bossen konfrontiert werden, die sie bereits aus dem Story Modus kennen. Auch ein Ranking System, um Vergleichbarkeit in diesen „Runs“ zu schaffen, sei derzeit bei den Entwicklern im Gespräch.

Was kommt noch?

Auch zu weiteren kommenden Inhalten haben sich die Verantwortlichen geäußert. So werde Warhammer: Chaosbane nach der Veröffentlichung regelmäßig mit neuen Updates versorgt. Dabei unterscheide man zwischen kostenlosen Updates für alle Spieler und kostenpflichtigen DLCs, die über den Season Pass ins Spiel implementiert würden.

Für das erste große kostenfreie Update nach dem Release seien bereits konkrete Inhalte wie ein neuer Schwierigkeitsgrad und neue Ausrüstung geplant. Die Implementierung neuer Schwierigkeitsgrade ziehe sich auch durch die weitere Roadmap bis in den Herbst 2019. Im zweiten Update werde es neue heroische Sets für alle Charaktere geben sowie einen von Fans geforderten Permadeath-Modus. Hardcore also.

Das dritte Update werde nach den Ringen mit Halsketten den nächsten Ausrüstungsplatz bringen. Im zweiten Herbstupdate soll dann zusätzlich ein System in Chaosbane kommen, welches den weiteren Ausbau des eigenen Charakters ermöglicht, inklusive neuer Stufen und Fähigkeiten.

Season Pass

Wer sich dazu entscheidet den Season Pass für Chaosbane zu erwerben, bekommt in jedem Update zusätzliche Neuerungen. Diese reichen von Emotes über einem passiven Bonus, der die Chance auf das Fallenlassen heroischer Gegenstände verbessert, bis hin zu einem gesamten Skillbaum, der neue aktive und passive Fähigkeiten bereitstellt. Doch es geht noch weiter: In Update drei und vier bekommen Season Pass Besitzer neue Begleiter für alle Charaktere sowie eine neue Story(!) mit neuen Schauplätzen und Gegnern.

Gaming-Grounds.de sagt: Das finden wir problematisch. Spieler zahlen bereits ohne den Season Pass momentan ein Vollpreis Spiel mit vergleichsweise wenig Inhalt zum Release. Über kommende Updates muss dann sogar noch mehr Geld in die Hand genommen werden, um alle Inhalte vollumfänglich genießen und erleben zu können.

EndGame & Post Launch

Die Editionen

Auf Steam bietet Publisher Bigben Interactive derzeit drei Editionen zum Kauf an. Das Grundspiel kostet dabei 49,99 Euro, die Warhammer: Chaosbane Deluxe Edition schlägt mit 54,99 Euro zu Buche.

Wer sich direkt den oben beschriebenen Season Pass sichern möchte, muss sogar noch tiefer in die Tasche greifen und insgesamt 69,99 Euro für die Warhammer: Chaosbane Magnus Edition zahlen.

Die Übersicht der Editionen. Quelle: Eko Software/Bigben Interactive/Steam

Warhammer: Chaosbane – Launch Trailer

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Jonas Walter

Spielejournalist bei gaming-grounds.de
Jonas 'Syncerus' Walter ist seit 2010 im eSport-Journalismus aktiv. Nach Beteiligungen an diversen eSport Projekten im redaktionellen Bereich wie MaseTV, ESC Gaming oder Team Vertex ist Gaming-Grounds.de nun die erste eigene Konzeption.

Diese hat die Vision aktuell relevante Themen aus dem Gaming- und eSport-Bereich aufzugreifen und für Videospielbegeisterte an einem Ort zu konzentrieren.
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