Ein neuer Hype ist in der Landschaft der Apps entstanden. Nach „TikTok“ heißt das neue Gesprächsthema der Stunde nun „Clubhouse“. Doch was kann das nächste soziale Netzwerk, welches das Potenzial besitzen soll gigantisch groß und reichweitenstark zu werden? Grundsätzlich handelt es sich bei Clubhouse um eine Anwendung, in der ihr Chaträume erstellen oder beitreten könnt.

In diesen Chaträumen tauscht ihr euch über alle Themen eurer Wahl aus, führt Diskussionen und hört euch selbstverständlich die Meinung anderer Teilnehmer an. So weit, so bekannt. Diese Möglichkeiten bieten schon seit unzähligen Jahren diverse Anwendungen auf Smartphones und Computern. Was macht Clubhouse also anders und speziell? Das wollen wir euch nachfolgend etwas näherbringen.

Voller Fokus auf die Stimme

Die erste große Besonderheit bei Clubhouse ist das „Podcast-Prinzip“. So verwendet die App lediglich das Mikrofon eures Telefons, die Kamera bleibt unberührt. Egal wo ihr seid und wie ihr ausseht – die anderen Teilnehmer im Chatraum werden dies nicht mitbekommen. Ihr diskutiert also weder mit Mimik und Gestik, noch mit geschriebenen Kurznachrichten geschweige denn Emotes oder Smileys, wie in diversen anderen Text-Chats.

Clubhouse möchte eine Diskussionsplattform sein, eine Art virtuelle Talkrunde, in der es Hosts, Moderatoren, Teilnehmer und Zuhörer geben kann. Genau deshalb gibt es auch Rollen in genau dieser Art, die vom jeweiligen Raumersteller zugewiesen und verteilt werden können. Niemand kann also einfach in euren Raum hineinplatzen und kontextloses Durcheinander in das Gespräch hineinwerfen. Wer in einen Raum hineinkommt, ist zunächst Zuhörer und kann lediglich dem lauschen, was die aktiven Diskussions- oder Gesprächsteilnehmer zu sagen haben.

Auch der Zutritt zu den Räumen kann bei Bedarf eingegrenzt werden, um nicht willkommene Gäste zu vermeiden. Darüber hinaus lassen sich Räume sogar vorplanen und teilen, um mehr Aufmerksamkeit auf eine anstehende Debatte oder eine beliebige andere Konversation zu lenken.

Aber auch Gäste können einen aktiveren Part in den Räumen einnehmen, indem sie per „Handzeichen“ oder in diesem Fall Knopfdruck symbolisieren, dass sie einen Redebeitrag in das aktuelle Thema einbringen möchten. So sollen sowohl aus bereits vorher feststehenden Diskussionskreisen als auch mehr oder weniger zufällig hinzustoßenden Gästen (falls erwünscht) tolle Gespräche und Austausche entstehen können.

Wer kann Clubhouse schon jetzt benutzen?

Bisher ist der Zugang zur hoch im Kurs stehenden App sehr beschränkt, da sich das Produkt, welches momentan lediglich von zwei Menschen in Vollzeit entwickelt und weiter verbessert wird, noch in der Testphase – oder eben Beta – befindet. Darüber hinaus steht die Installation bislang lediglich Nutzern und Nutzerinnen von iOS-Geräten zur Verfügung. Android schaut bislang noch in die Röhre.

Darüber hinaus könnt ihr euch zwar über den App Store Clubhouse problemlos herunterladen, nutzen könnt ihr die gebotenen Funktionen aber deshalb noch nicht. Bislang braucht es eine Einladung eines Nutzenden, der bereits Zugang zur Clubhouse App hat und zuvor selbst eingeladen wurde.

So halten die Entwickler den Kreis der auf der Plattform Aktiven begrenzt, um sowohl Infrastruktur als auch Verwaltung nicht zu überlasten. So erklären Paul und Rohan, so heißen die beiden Projektleiter, dass es zwei Gründe für die Beschränkungen gibt.

Der erste Grund ist die Annahme der Entwickler, dass eine langsame Vergrößerung der Community der richtige Weg sei, anstatt die Nutzerbasis quasi über Nacht um ein Vielfaches zu steigern. Dies helfe sicherzustellen, dass Dinge nicht kaputt gingen, halte die Zusammensetzung der Community vielfältig und ermögliche es nicht zuletzt das Produkt zu optimieren, während es wächst.

Der zweite große Grund ist die Größe des Teams. Dieses sei bislang sehr klein und die Funktionen, mit denen mehr Personen verwaltet werden könnten, seien bislang noch nicht fertig. Wie bereits erwähnt, sind Paul und Rohan die beiden einzigen Vollzeitbeschäftigten. Zwar habe man von der Mitarbeit vieler Helfer profitiert und sei aktiv auf der Suche nach neuen Mitarbeitern, habe aber mit Skalierung der Infrastruktur, Feature Entwicklung, dem Sammeln von Feedback zum Produkt und generellem Ausbau des Unternehmens alle Hände voll zu tun. Hinzu kämen zudem noch Kinder, die während des Tippens auf der Tastatur herumspringen würden. [Anm. d. Red.: Das kommt uns auch irgendwie bekannt vor, oder Alex?]

Das alles heißt allerdings nicht, dass der Zugang beschränkt bleiben soll. Wie eben erläutert, hat diese „Exklusivität“ vor allem entwicklungstechnische Gründe. Clubhouse soll zu einer Plattform für alle werden, versprechen die Verantwortlichen.

Für wen ist Clubhouse sinnvoll?

Clubhouse ist eine Plattform, die insbesondere in dieser Zeit eine gute Brücke darstellen kann, um soziale Distanz zu überwinden und sich regelmäßig mit Bekannten, Freunden aber auch neuen Menschen auszutauschen. Und das ganz bequem von überall und genau über die Themen, die einen selbst interessieren.

Wer sprechen möchte, kann dies tun, wer nur zuhören möchte – kein Problem! Niemand zwingt euch selbst aktiv beizutragen, Angebote von offenen Diskussionen wird es aller Voraussicht nach in der Zukunft mehr als genug geben. Grundsätzlich haben sich die Schaffenden hinter Clubhouse einen guten Startzeitpunkt gesucht, um ihr Projekt umzusetzen. Denn auch Podcasts und Livestreaming erfreuen sich seit einiger Zeit immer größerer Beliebtheit. Und Clubhouse ist eine Mischung aus genau diesen beiden Dingen.

Wir sind gespannt, wie es mit der Entwicklung weiter geht und halten euch selbstverständlich auf Gaming-Grounds.de weiter auf dem Laufenden. Hinter den Kulissen arbeite man derzeit übrigens insbesondere an Funktionen und Punkten, die bislang in der Kritik standen. So sollen noch detailliertere Community-Richtlinien zum Umgang miteinander und mit anderen Menschen geschaffen werden, die In-App-Sicherheit soll deutlich verbessert werden und auch die Inklusion werde durch neue Werkzeuge weiter gefördert.

Wer noch keinen Zugang zu Clubhouse hat, aber an der App interessiert ist, kann sich übrigens hier auf der Warteliste eintragen.

Clubhouse App Tutorial in fünf Minuten

Wer sich Clubhouse in einem kurzen Video erklären lassen möchte, dem können wir das App Tutorial des YouTube Kanals „TutorialCenter“ empfehlen. Dort bekommt ihr in fünf Minuten noch einmal audiovisuell vermittelt, worum es genau geht und wie Clubhouse in der Praxis aussieht und funktioniert.