Der Hype um das Wortspiel Wordle steigt derzeit gefühlt von Tag zu Tag. Doch vielen Lesenden dürfte noch immer unbekannt sein, was sich eigentlich hinter diesem Trend verbirgt. Die große Aufmerksamkeit, die das Mini-Spiel derzeit genießt, hat gleich mehrere Gründe, auf die wir in diesem Beitrag näher eingehen wollen.

Zum einen passt Wordle perfekt in den aktuellen Zeitgeist, zum anderen wurde das erst wenige Monate alte Spiel kürzlich von der großen New York Times (NYT) gekauft. Wordle stammt, wie so viele Überraschungshits, von einem einzelnen Entwickler namens Josh Wardle, der für seine Aktivitäten auf Reddit bekannt ist. Der ehemalige Reddit-Softwareingenieur (so berichtet es PCGamer), habe ursprünglich nur ein Wortspiel mit seiner Frau spielen wollen, bevor Wordle seit der Veröffentlichung im Oktober 2021 plötzlich zum Trend wurde.

Neben großen Firmenübernahmen in der Gaming-Industrie, über die wir euch bereits ausführlich berichtet haben, stellt auch die Worlde Übernahme eine der Überraschungen im Januar 2022 dar. Neben Microsoft, Take-Two Interactive und Sony hat also auch die New York Times ein neues Spiel im eigenen Portfolio – und das Jahr hat gerade erst begonnen.

Wie funktioniert Wordle?

Doch bevor wir uns noch einmal mit dem Grund für den Hype rund um Worlde beschäftigen, sollten wir zuvor kurz erklären, was sich eigentlich hinter dem Namen des Spiels verbirgt. Das Konzept ist nämlich so einfach wie genial. Zunächst auf Englisch erschienen, könnt ihr Worlde mittlerweile auch auf Deutsch spielen. Doch wie funktioniert es?

Ihr beginnt mit der Eingabe eines beliebigen Wortes, welches fünf Buchstaben umfasst. Das Ziel ist es, innerhalb von sechs Versuchen auf ein regelmäßig wechselndes, gesuchtes Wort zu kommen. Ausgehend von eurem ersten Versuch zeigt euch Wordle, welches ihr wahlweise im Browser oder auch auf dem Smartphone spielen könnt, welche der eingetippten Buchstaben gar nicht im gesuchten Wort vorkommen (grau), welche zwar enthalten, aber an der falschen Stelle sind (orange) sowie jene, die bereits an der passenden Stelle eingegeben wurden (grün).

Von diesem Feedback ausgehend, habt ihr die Möglichkeit, euch immer näher an die Lösung heranzutasten und das gesuchte Wort im besten Fall nach spätestens sechs Versuchen herauszufinden.


Ein Beispiel:

Gesucht wird das Wort „Zelte“

Im ersten Versuch haben wir keine Ahnung von der Lösung und raten wild drauf los. Wie wäre es mit… „Helme“?

Gar nicht so schlecht! Die beiden „e“ sowie das „l“ würden direkt grün markiert. „H“ und „m“ bleiben grau. Diese beiden Buchstaben sind nicht vorhanden. Nun wissen wir, dass die Lösung irgendwie so aussieht: „?el?e“. Es fehlen nur noch zwei Buchstaben, wir haben noch fünf Versuche. Sieht gut aus! Das sollten wir schaffen.

Könnten es „Pelze“ sein? Bei diesem Versuch würde das „z“ in Orange markiert, da es zwar im Wort vorhanden ist, aber an der falschen Stelle steht. Das „P“ bleibt grau. Da wir nur noch zwei freie Felder haben, muss das „Z“ folgerichtig an den Anfang. Was könnte „Zel?e“ sein? Das finden wir in den letzten vier Versuchen sicher auch noch heraus …


Das offizielle Wordle wechselt einmal am Tag und bietet somit regelmäßig ein neues Rätsel. Diese Regelmäßigkeit ist zudem einer der wichtigsten Faktoren, weshalb Wordle ein so immenses Wachstum an Nutzenden zu verzeichnen hat. Habt ihr euer Quiz nämlich beendet, könnt ihr über integrierte Social Media Share-Funktionen das Ergebnis via Hyperlink auf Twitter und Co. teilen. Diese Funktion arbeitet zudem mit einer smarten Option, um die erreichten Personen nicht zu spoilern, sollten sie selbst die Tagesherausforderung noch nicht gespielt haben.

Statt die genauen Tipps und das gesuchte Wort unzensiert zu zeigen, sieht man lediglich die grauen, gelben und grünen Kästchen der einzelnen Versuche. Im Bild sieht das Ganze dann wie folgt aus:

wordle social media example
Ein Wordle Post auf Social Media.

Falls ihr euch also bereits gewundert habt, was die bunten Kästchen auf eurer Timeline zu bedeuten haben, kennt ihr spätestens jetzt die Antwort. Wer so richtig auf Statistiken steht, kann sich zudem auf Twitter die Tagesergebnisse aller Spielenden ansehen, die ihr Ergebnis auf Twitter geteilt haben. Gepostet werden diese über den Account @WordleStats, der allerdings in keinster Weise zum „echten“ Wordle gehört. Hier könnt ihr sehen, wie viele Nutzer in welchem Versuch das richtige Wort erraten haben oder gänzlich gescheitert sind. Diese Ergebnisse beziehen sich allerdings auf die englische Version des Spiels.

Wem Wordle in dieser Form noch zu einfach ist, kann alternativ einen „Hard Mode“ aktivieren, welcher von euch verlangt, dass alle aufgedeckten Hinweise in den folgenden Versuchen zwingend erneut verwendet werden müssen. Um nicht auf das eine Rätsel am Tag beschränkt zu sein, könnt ihr Wordle, zumindest auf dem Smartphone, auch privat für euch auf verschiedenen Schwierigkeitsgraden spielen.

Neben der Standardvariante, wie sie in diesem Beitrag beschrieben ist, könnt ihr wahlweise auch Wörter mit sechs Buchstaben in sechs Versuchen, mit sieben Buchstaben in sieben Versuchen und weiteren Alternativen spielen. Ihr versteht das Prinzip.

Deshalb schlug die New York Times zu

Das Konzept der New York Times setzt schon seit ewiger Zeit zu einem Teil auch auf Puzzle und Rätsel, um neben aktuellen Nachrichten und Themen einen weiteren Aspekt der Kundenbindung auf- und auszubauen. In dieses Standbein passt auch Wordle perfekt hinein. Kurzweilig und gleichzeitig fordernd lässt das Spiel die Spielenden kurzzeitig alles um sich herum vergessen und für wenige Minuten voll und ganz auf etwas konzentrieren, was sich nicht mit täglichen Problemen und To-dos beschäftigt.

Zeitgleich passt das Spielprinzip von Wordle in die gegenwärtige Situation der gesamten Welt. Insbesondere aufgrund der Coronavirus-Pandemie haben immer mehr Menschen begonnen, Videospiele zu spielen. Sie lenken ab und unterhalten. Dennoch sind viele Games, über die auch wir bei Gaming-Grounds.de täglich berichten, nicht sonderlich einsteigerfreundlich für Interessierte, die vorher mit Videospielen wenig bis gar nichts zu tun hatten. Wordle dauert nicht zu lang, ist in zwei Sätzen erklärt und wird von nahezu jedem direkt verstanden.

Dies hat auch die NYT erkannt und nach eigenen Angaben für einen niedrigen siebenstelligen Betrag Wordle von Josh Wardle gekauft, der sich selbst als „überwältigt“ beschreibt.

Die Sorge um eine Paywall

Einige der vielen Fans von Wordle, die sich in weniger als sechs Monaten von einer zweistelligen auf eine hohe sechsstellige oder sogar siebenstellige Zahl vervielfacht haben, befürchten nun, dass das Spielkonzept schon in Kürze hinter einer Bezahlschranke, einer Paywall, verschwinden könnte und somit den Zugang drastisch erschwert. Doch dies soll nicht geschehen.

Wardle selbst erklärt in seinem ausführlichen Statement auf Twitter, dass er mit NYT zusammenarbeite, um Statistiken der Nutzenden wirksam zu transferieren und auch das Free to Play Konzept beizubehalten. Wordle wächst und soll auch in der Zukunft weiterhin eine großartige Spielerfahrung für jede und jeden bieten, so Wardle.

Das gesamte Statement lest ihr hier:

Auch der offizielle NYTimes Wordplay Account bestätigte bereits, dass der Kauf vollzogen ist, das Spiel kostenlos bleiben wird, die Serien und Erfolge der Spielenden übertragen werden und auch das Gameplay nicht verändert werden wird.