Das Warten hat ein Ende. Bereits in wenigen Stunden gehen die Classic Server von World of Warcraft online und die Vorfreude kennt bei vielen Spielern keine Grenzen mehr. Wie lange haben sich Teile der Community genau diese Umsetzung gewünscht. Am 27. August ist es nun soweit: Pünktlich ab 0 Uhr soll es möglich sein wieder in eine Welt einzutauchen, die man in dieser Form – oder zumindest ähnlich – zuletzt vor 13 Jahren gesehen hat.

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Um die restlichen Stunden bis zur Freischaltung zu überbrücken und euch optimal auf die Abenteuer in Azeroth vorzubereiten, haben wir noch einmal alle Fakten in der Übersicht, denen ihr euch zu Spielbeginn und auch danach bewusst sein solltet.

Was ist Classic?

WoW Classic ist eine Nachbildung der Welt vom ursprünglichen World of Warcraft ohne sämtliche Erweiterungen. Jedoch ist Classic nicht mit „Vanilla“ gleichzusetzen, denn Blizzard startet die Classic Server auf Patch 1.12. Dort sind einige schwerwiegende Korrekturen im Vergleich zum ursprünglichen Release bereits erfolgt.

Dennoch sind Kampfmechaniken, Talente, Charaktermodelle sowie Zonen möglichst originalgetreu nachgebildet worden.

In WoW Classic bereisen die Spieler Azeroth in seiner ursprünglichen Form. Quelle: Blizzard Entertainment

So gut muss euer PC sein

Auch die Systemanforderungen für Windows als auch die Mac Version von Classic hat Blizzard veröffentlicht. Die wichtigsten Daten findet ihr nachfolgend.

Windows PC

  • Betriebssystem: Windows® 7 64-bit (mit den neusten Service Packs)
  • Prozessor: Intel® Core™ 2 Duo E6600 oder AMD Phenom™ X3 8750
  • Grafik: NVIDIA® GeForce® 8800 GT 512 MB, AMD Radeon™ HD 4850 51 MB oder Intel® HD Graphics 4000
  • Arbeitsspeicher: 2 GB RAM (4 GB für integrierte Grafik wie die Reihe Intel HD Graphics)
  • Speicherplatz: 5 GB freier Festplattenspeicher
  • Auflösung: 1024 x 768 minimale Bildschirmauflösung

Mac/iOS

  • Betriebssystem: MacOS® 10.12 (neuste Version)
  • Prozessor: Intel® Core™ i5, 2 GHz oder höher
  • Grafik: Metal-fähige Grafikkarte mit 1 GB VRAM
  • Arbeitsspeicher: 2 GB RAM (4 GB für integrierte Grafik wie die Reihe Intel HD Graphics)
  • Auflösung: 1024 x 768 minimale Bildschirmauflösung

Natürlich werden bei beiden Versionen zusätzlich jeweils Eingabegeräte sowie eine Breitband-Internetverbindung vorausgesetzt.

So spielt ihr Classic

Um WoW Classic spielen zu können, müsst ihr die Blizzard App auf eurem Computer installiert haben. Zudem benötigt ihr einen Blizzard Account. In der Sidebar der App findet sich nach dem Start des Programms unter anderem das World of Warcraft Logo. Ist dies ausgewählt, habt ihr direkt über dem „Spielen“ beziehungsweise „Installieren“-Button eine Auswahlmöglichkeit zwischen dem aktuellen WoW und Classic.

Für Classic fallen keine zusätzlichen Kosten an, sofern ihr über einen aktiven World of Warcraft Account verfügt. Es gibt keine Trennung zwischen den Abo-Modellen. Solltet ihr also keinen aktiven Account haben, müsst ihr wie für die aktuelle Fassung auch für Classic WoW monatlich Gebühren zahlen.

Im Dropdown Menü findet ihr WoW Classic. Quelle: Blizzard Entertainment

Serverauswahl

Noch bevor die Reise eures ersten Classic Helden startet muss ein Server gewählt werden. Dies ist im Rahmen der Namensreservierung zwar bereits seit zirka zwei Wochen möglich, jedoch dürften diese Option bei weitem nicht alle Classic-Starter genutzt haben.

Nachdem Blizzard zunächst keine dedizierten Server mit den jeweiligen Landessprachen in Classic anbieten wollte, entschied man sich nach massiven Protesten aus der Community um. So gab es zunächst zwei, nach großem Ansturm nun sogar vier Server mit deutscher Realmsprache. Zwei davon sind auf PvP ausgelegt (Lucifron und Venoxis), die anderen beiden (Everlook und Razorfen) auf PvE.

Blizzard hat bereits im Vorfeld vor möglichen Wartezeiten an den ersten Tagen gewarnt. Insbesondere auf den beiden bereits als „voll“ markierten Realms kann es zu Verzögerungen beim Einloggen kommen. Bringt also Geduld und Verständnis mit, wenn ihr nicht direkt um 0 Uhr beginnen könnt.

Falls ihr auf einem deutschen Server spielen wollt sind dies eure vier Optionen. Quelle: Blizzard Entertainment

Klassen und Rassen

Im Verlaufe der Jahre, in denen WoW auf dem Markt ist, haben sich die Kombinationsmöglichkeiten aus Rassen und Klassen deutlich vermehrt. Zu Beginn – und so auch in Classic – sieht das Ganze anders aus. Folgende Rassen und Klasse könnt ihr miteinander kombinieren:

Allianz:

  • Menschen: Krieger, Hexenmeister, Schurke, Priester, Paladin, Magier
  • Nachtelfen: Krieger, Schurke, Priester, Jäger, Druide
  • Zwerge: Krieger, Schurke, Priester, Paladin, Jäger
  • Gnome: Krieger, Hexenmeister, Schurke, Magier

Horde:

  • Untote: Krieger, Hexenmeister, Schurke, Priester, Magier
  • Tauren: Krieger, Schamane, Jäger, Druide
  • Orcs: Krieger, Hexenmeister, Schamane, Schurke, Jäger
  • Trolle: Krieger, Jäger, Schamane, Schurke, Priester, Magier

Jede Fraktion kommt in Classic mit drei Hauptstädten daher, zwei Völker teilen sich dabei einen Hauptsitz. Auf Seiten der Allianz sind dies Darnassus (Nachtelfen), Ironforge (Zwerge, Gnome) sowie Stormwind (Menschen). Bei der Horde beherbergt Orgrimmar Orcs und Trolle, während die Tauren in Thunderbluff heimisch sind. Die Untoten behausen Undercity.

Startgebiete

Anders als im aktuellen WoW hat in Classic nicht jede Rasse ihr eigenes Startgebiet. Die Unterteilung erfolgt ähnlich wie bei den Hauptstädten. So starten Zwerge und Gnome als auch Orcs und Trolle im gleichen Gebiet. Hier die Anfangszonen im Überblick.

Allianz:

  • Menschen: Wald von Elwynn
  • Nachtelfen: Teldrassil
  • Zwerge: Dun Morogh
  • Gnome: Dun Morogh

Horde:

  • Untote: Tirisfal
  • Tauren: Mulgore
  • Orcs: Durotar
  • Trolle: Durotar

Fähigkeiten und Talente

In Classic müsst ihr viel dafür tun um besser zu werden. So wollen neue Fähigkeiten und höhere Stufen von bereits erlernten Zaubern für teures Geld beim Klassenlehrer erworben werden. Der Stufenaufstieg bildet dabei nur die Voraussetzung. So werdet ihr alle paar Level dazu genötigt einen entsprechenden NPC aufzusuchen, der euch Dinge beibringt.

Jede Klasse kann ab Level 10 in drei Talentbäume investieren. Quelle: Blizzard Entertainment

Ab Level 10 erhaltet ihr zudem Zugriff auf die drei Talentbäume eurer gewählten Klasse. Anders als im aktuellen WoW seid ihr dabei nicht auf eine Spezialisierung beschränkt – Mischskillungen sind möglich und durchaus üblich. Doch passt beim Punkte verteilen auf: Das Zurücksetzen der Talente kostet bei jedem Mal mehr Gold – bis zu einem Maximum von 50. Das ist in Classic übrigens eine ganze Stange Geld. So etwas wie duale Skillungen („Dual Spec“) gibt es selbstredend gar nicht.

Auch den Umgang mit verschiedenen Waffengattungen beherrscht euer Held nicht von Anfang an. Jeder der insgesamt 16 Varianten will einzeln verbessert werden – sofern eure Klasse die Waffe überhaupt nutzen kann:

  • Bögen
  • Armbrüste
  • Dolche
  • Schusswaffen
  • Einhandäxte
  • Einhandstreitkolben
  • Einhandschwerter
  • Stangenwaffen
  • Stäbe
  • Schwerter
  • Wurfwaffen
  • Zweihandäxte
  • Zweihandstreitkolben
  • Zweihandschwerter
  • Unbewaffnet
  • Zauberstäbe

Reisen in Azeroth

Ihr freut euch schon auf das Fliegen auf Maximalstufe und Reiten auf Level 20? Nun. Diese Hoffnung wird euch spätestens an dieser Stelle genommen. Fliegende „Mounts“ zum selbst Steuern gibt es in WoW Classic nicht. Sofern ihr nicht auf festgelegte Routen per Zeppelin, Flugmeister oder Schiff zurückgreift, bleibt euch nur das Reittier. Und dieses will ab Level 40 teuer bezahlt werden.

Paladine und Hexenmeister müssen zusätzlich besondere Klassenaufträge für ihre speziellen Reittiere erledigen.

Berufe in Classic

In WoW Classic gibt es neben den drei sekundären Berufen „Erste Hilfe“, „Kochen“ und „Angeln“ insgesamt neun Hauptberufe zur Auswahl, von denen eurer Charakter zwei gleichzeitig ausüben darf. Während sich „Bergbau“, „Kräuterkunde“ und „Kürschnerei“ auf das Sammeln von Material konzentrieren, widmen sich „Alchemie“, „Schmiedekunst“, „Verzauberungskunst“, „Ingenieurskunst“, „Lederverarbeitung“ und „Schneiderei“ dem Herstellen und Verbessern von Gegenständen und Ausrüstung.

Dabei gibt es für drei der Berufe zusätzliche Spezialisierungsmöglichkeiten:

  • Schmiede können sich als Rüstungsschmiede und Waffenschmiede spezialisieren.
  • Ingenieure können sich in Goblin- oder Gnomeningenieurskunst spezialisieren.
  • Lederverarbeiter können sich als Elementarlederverarbeiter, Stammeslederverarbeiter oder Drachenlederverarbeiter spezialisieren.

Spieler gegen Spieler

Das beliebte Spieler gegen Spieler (PvP) System wird in Classic – wie alle anderen Inhalte auch – in Phasen freigeschaltet. So beschränkt sich Phase 1 (Release) auf Open-World Raufereien zwischen den beiden Fraktionen sowie Duelle zwischen Einzelspielern. Das Ehre-System, mit dem die PvP-Währung Einzug hält sowie Schlachtfelder folgen zu einem späteren Zeitpunkt.

Auf den Schlachtfeldern werden die Spieler auch auf Gegner von anderen Servern treffen können. „Cross-realm battlegrounds“ waren ein wichtiges Feature des bespielten Patches 1.12.

Über WoW Classic

Nach langem Begehren der WoW-Gemeinde, zahlreichen Fan-Projekten, Private-Servern und vielem mehr hatte Blizzard 2019 endlich ein Einsehen. Mit  belebt der Entwickler eines der größten Online-Rollenspiele aller Zeiten die Anfänge einer magischen Welt wieder, die Millionen von Spielern über 15 Jahre lang in ihren Bann gezogen hat und es bei einer großen Community weiterhin tut.

Einmal die Uhr zurückdrehen: Wie oft wünscht man sich in allen möglichen Situationen und Lebenslagen diese Option? Mit World of Warcraft Classic wird dieser Traum zumindest zu einem Teil wahr. Am 27. August 2019 ist es plötzlich wieder fast 2004. Keine Blutelfen, Draenai, Worgen, Goblins, Todesritter, Dämonenjäger, Klassenhallen, World Quests und 120 Level. All das vergessen wir in Classic und konzentrieren uns auf das, was mal wichtig war. Der Weg zu Level 60, eine Gemeinschaft, die sich kennen lernt und gemeinsam Azeroth Stück für Stück erschließt. Viele Fans erhoffen sich zumindest genau das.

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