Wie viele Jahre wünschen sich WoW Fans bereits, dass Horde und Allianz endlich mehr gemeinsam im PvE unternehmen können? Ich weiß es ehrlich gesagt nicht mehr. Seit ich denken kann und seit meiner eigenen frühen Erfahrungen in World of Warcraft, die noch im originalen Burning Crusade Content zu verorten sind, höre ich bereits die Stoßgebete vieler Spielender, dass sie gemeinsam mit Freunden, die sich lediglich im Spiel für die „falsche“ Seite entschieden haben, Abenteuer erleben möchten.

Bisher war dafür tatsächlich ein Wechsel der Fraktion von Horde zu Allianz oder eben von Allianz zu Horde nötig. Bis ins Jahr 2022 hat es gedauert, bis Blizzard ein Einsehen mit der Community hat und die Barrieren zwischen den Fraktionen lockert. Wer schon damals Warcraft 3 gespielt hat, wird zudem wissen, dass die Lore jene Gemeinsamkeiten auch tatsächlich hergibt und die Verbundenheit nicht völlig an den Haaren herbeigezogen werden muss.

Nach Jahrzehnten: Die Barriere bröckelt

Doch was ist eigentlich passiert? Blizzard hat, in Person von Game Director Ion Hazzikostas, angekündigt, dass es bereits in der nahen Zukunft fraktionsübergreifende Instanzen für gemischte Gruppen aus Völkern der Allianz und Horde geben soll. Doch da hören die Lockerungen nicht auf. Neben gemischten Gruppen für Dungeons soll es auch möglich werden, sich mit Spielenden der anderen Fraktion zu organisieren, um gemeinsam Schlachtzüge und gewertetes PvP zu spielen.

Wer nun allerdings hofft, dass diese Neuerungen bereits im kommenden Update Ende der Ewigkeit integriert wird, muss an dieser Stelle noch enttäuscht werden. Der Umfang der benötigten Anpassungen sei schlichtweg zu groß, um sie bis zum Release des Patches fertigstellen zu können, so Hazzikostas.

Die Tests und auch die Veröffentlichung der Cross-Faction Features in World of Warcraft sollen stattdessen im darauffolgenden Update 9.2.5 erfolgen. Als Erstes werden die Neuerungen selbstverständlich auf dem öffentlichen Testrealm verfügbar. Dort solltet ihr nach der Veröffentlichung von Ende der Ewigkeit öfter vorbeischauen.

Neue Ziele: Gameplay und Freiwilligkeit

Wie Hazzikostas weiter ausführt, habe man sich bei der Entwicklung der neuen Regeln insbesondere von zwei Zielen leiten lassen, die er wie folgt definiert:

  • Fokus auf organisiertes, instanziertes Gameplay. Dungeons, Schlachtzüge und gewertetes PvP waren immer die stärksten Argumente für eine Abschwächung der Trennung zwischen den Fraktionen. Dabei handelt es sich um Inhalte, für die definitionsgemäß eine organisierte Gruppe nötig ist. Somit hindern die genannten Einschränkungen Spieler hier am ehesten daran, auf diese Erfahrungen ihren Wünschen entsprechend zuzugreifen.

  • Freiwilligkeit ist eine wesentliche Voraussetzung. Was die Geschichte von Warcraft und die Spielerpräferenzen angeht, sind die Fronten seit Jahrzehnten verhärtet. Wir freuen uns, Spielern die Möglichkeit zu geben, die Kluft zwischen den Fraktionen zu überwinden und im Kampf gegen gemeinsame Feinde zusammenzuarbeiten. Trotzdem ist uns auch bewusst, dass einige dieser Änderung auch misstrauisch gegenüberstehen werden. Auch diese Einstellung akzeptieren wir. Es geht uns darum, unseren Spielern mehr Optionen zu eröffnen.

Aus diesen beiden Zielen sei im Rahmen der Entwicklung ein System entstanden, welches uns ebenfalls schon jetzt offenbart wird. Dieses umfasst drei große Punkte, denen wir künftig im Spiel begegnen werden, sobald Update 9.2.5 die Server erreicht.

  1. Ihr könnt Mitglieder der anderen Fraktion via BattleTag oder Real-ID direkt in eure Gruppe einladen (sofern diese Mitglieder einer fraktionsübergreifenden WoW-Community sind → Freiwilligkeit)
  2. Im Rahmen des Dungeonbrowsers könnt ihr bei den organisierten Gruppen Teilnehmende beider Fraktionen für Mythische Dungeons, Schlachtzüge oder gewertete Arenen und Schlachtfelder einladen. Alternativ kann der Leiter der Gruppe aber nach wie vor auch nur auf Spielende der eigenen Fraktion Rücksicht nehmen.
  3. Aktivitäten mit zufälliger Zuweisung von Mitspielenden als auch Gilden bleiben indes fraktionsintern. Zu den Aktivitäten gehören an dieser Stelle heroische Dungeons, Geplänkel in der Arena oder auch zufällige Schlachtfelder. Niemand soll gezwungen werden, mit Völkern der anderen Fraktion gemeinsam spielen zu müssen.

Wie funktioniert das „neue Bündnis“?

Sobald ihr mit Mitgliedern der anderen Fraktion in einer Gruppe seid, soll das Zusammenspiel genauso funktionieren, als würde beispielsweise der Nachtelf an der Seite eures untoten Schurken ein Taure oder Blutelf sein. Ihr könnt euch gegenseitig heilen und stärken, Beute teilen und tauschen und alles Weitere tun, was auch innerhalb der eigenen Fraktion möglich ist.

Diese neue Verbindung zwischen Allianz und Horde soll auch für fast alle älteren Dungeons für niedrigere Stufen verfügbar sein. Doch einige Ausnahmen, insbesondere in Instanzen und Raids, die fraktionsspezifische Events beinhalten, bleiben bestehen. Dort müssten erst weitere Überarbeitungen vorgenommen werden, um sie ebenfalls fraktionsübergreifend zugänglich zu machen. Dazu zählen zunächst beispielsweise die Eiskronenzitadelle, die Prüfung des Kreuzfahrers oder auch die Schlacht von Dazar’alor.

It's happening. 👀

Cross-faction dungeons, raids, and rated PvP will begin testing soon.

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— World of Warcraft (@Warcraft) January 31, 2022