In diesem Beitrag möchte ich aufzeigen, wie es ist ein Imposter zu sein und was wir dagegen tun können. Achtung, den Imposter-Begriff gab es schon vor Among Us!

In Among Us dreht sich alles darum, den Imposter aufzudecken. Einer ist Fake, doch wer? Es wird heiß debattiert, Argumente werden ausgetauscht und Anschuldigungen werden getroffen. Doch was passiert mit uns, wenn wir als Imposter beschuldigt werden, ohne etwas Böses getan zu haben. Kennt ihr dieses Gefühl? Wir fühlen uns unfair behandelt und nicht selten kann es dann auch schon einmal persönlich zwischen den Spielern werden. In einem Spiel. Habe ich schon erlebt, ihr auch!

Was aber gerade spielerisch unsere Herzen erobert, kann in Wirklichkeit ein echtes Problem sein.

Inhaltsverzeichnis

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“Du bist Fake!”

Eine Phrase, mit der wir Menschen durchaus vertraut sind. Diese Anschuldigung hat durch das Internet noch mehr an Bedeutung gewonnen, als sie ohnehin schon hatte. Among Us hat dann den Rest erledigt. In der Anonymität des Internets ist es eben einfacher auszuteilen, als sich wirklich von Angesicht zu Angesicht die Meinung zu trällern. Häufig trifft es hierbei große Influencer, weil sie nun mal der Meinung vieler Follower oder auch Nicht-Follower ausgesetzt sind. Manche mögen behaupten, dass es nun mal zur Job-Beschreibung dazu gehört, mit solchen Äußerungen und Gedanken zurecht zu kommen, doch das kann einen schon ziemlich knicken.

Wesentlich für den Empfänger dieser Phrase ist jedoch, ob die Person selbst daran glaubt oder nicht. Der schlimmste Fall dabei ist jedoch, wenn wir uns selbst als Fake oder Hochstapler erachten, ohne dass es jemand jemals tatsächlich zu uns gesagt hätte. In diesem Fall könnte uns die Kenntnis über das psychologische Phänomen des Imposter-Syndroms helfen.

Das Imposter-Syndrom

Zunächst einmal: Wenn euch die folgenden Beispiele bekannt vorkommen und ihr genau diese auch bei euch wahrnehmt, dann solltet ihr keine Sorge haben. Das Imposter-Syndrom ist keine psychische Krankheit, es ist vielmehr eine psychologische Beobachtung von Empfindungen, die Schätzungsweise 70% der Menschen unter gewissen Umständen betrifft. Andere Quellen wollen Belegen, dass sich zwei von fünf Menschen als Imposter sehen.

Das Imposter-Syndrom (1978 in einem Artikel von Pauline R. Clance und Suzanne A. Imes) oder auch das Hochstapler-Syndrom beschreibt unsere wiederkehrenden Zweifel an unseren Leistungen, trotz offensichtlicher Beweise für das Gegenteil. Hierbei nehmen wir an, dass unsere Erfolge durch Zufall, Glück, Irrtum, Fehleinschätzung Anderer oder durch den Matthäus-Effekt begründet sind.

Weiterhin denken wir, dass es nicht mehr lange dauern kann, bis wir als Hochstapler enttarnt werden und unsere Leistungen dann vermeintlich zurecht aberkannt werden. Wir leben also in ständiger Gewissheit, dass wir ein Schwindler sind, welcher nur durch glückliche Umstände von anderen Menschen respektiert wird.

Der Selbst-Check

Ich möchte ein paar typische Situationen und Gedanken nennen, die darauf hinweisen könnten, dass du dich als Imposter siehst.

Lob

Du glaubst nicht an das Lob anderer, weil du das Gefühl hast, dass ihnen wichtige Informationen zur richtigen Einschätzung fehlen.

Glück

Du denkst, dass du nur durch glückliche Umstände Erfolg hattest und du schon bald auffliegen wirst.

Jeder kann es

Du glaubst nicht an deine eigenen Leistungen, weil es doch jeder andere Mensch genauso kann.

Nur durch Hilfe anderer

Du bist davon überzeugt, dass du es niemals aus eigenem Antrieb geschafft hast und das für deinen Erfolg die Anderen verantwortlich sind.

Andere sind nett zu mir

Andere loben dich und wertschätzen dich nur, weil sie nett zu dir sein wollen.

Was dagegen tun?

Es gibt natürlich kein Heilmittel für übermäßige Selbstkritik, aber einige Strategien könnten dabei helfen, seine eigenen Leistungen ein klein wenig mehr wertzuschätzen.

  • Die alleinige Kenntnis über das Imposter-Syndrom.
  • Gewissheit, dass es einer Vielzahl von Menschen auch so geht. Zur Erinnerung: Ungefähr 40-70% haben ähnliche Gedanken.
  • Ehrlicher Austausch über die eigene Leistung mit Anderen. Hole dir konstruktives Feedback.
  • Erfolge reflektieren und niederschreiben. Führe ein Leistungs-Tagebuch.
  • Reflexion über die Attributionstheorie (wird später behandelt).
  • Andere Dinge ausprobieren: Wenn du dich so gar nicht wohl mit deiner Tätigkeit fühlst, kann es auch daran liegen, dass du etwas anderes ausüben solltest.

Fazit

Um euch zu beruhigen, auch ich hatte schon so meine Imposter Phasen. Zerbreche dir also nicht den Kopf über alles. Wenn du Erfolge verzeichnen kannst, dann darfst du sie auch genießen können, ohne ständig eine Begründung dafür finden zu müssen. Alles ist gut.
Und wie gehen wir nun mit dem Among Us Imposter um? Tja, ich weiß auch nicht, wer Kenny getötet hat. Sorry! ?

Im Video: Imposter im Real Life