Abermals hat sich unser freier Autor Adam Pawlowski mit dem Thema Livestreaming auseinandergesetzt. Wie setzt sich eigentlich die Community auf dem eigenen Kanal zusammen? Wie kann man die Konstellation der eigenen Zuschauer beeinflussen und inwieweit ist man für diese eigentlich verantwortlich?


Wenn wir als Content-Creator Dinge erschaffen, sei es ein Video oder einen Livestream, dann wollen wir damit natürlich (eine große Menge an) Menschen erreichen und wollen auch, dass uns diese Menschen auf unserer Schaffensreise folgen. Wir freuen uns also über jeden neu gewonnen Follower, der Interesse an uns und dem was wir tun zeigt. Doch was bedeutet es, einen Follower zu haben? Denn wo ein Follower ist, muss schließlich auch ein Leader beziehungsweise „Anführer“ sein, dem die Menschen folgen können.

Anzeige

Als Content-Creator kann man sich demnach ein Stück weit als Anführer verstehen, dem es wert ist gefolgt zu werden. Es mag vielleicht etwas abgehoben klingen, aber es gibt nicht ohne Grund die Bezeichnung eines Influencers, welcher allein durch seine Aussagen hunderte Menschen dazu bringen kann, zum Beispiel ein Produkt zu kaufen oder ein Spiel zu spielen. Ein aktuelles Beispiel macht sich gerade bei DrDisrespect sichtbar, welcher massiv beim Marketing von Rogue Company unterstützt.

Ein Influencer beeinflusst also seine Community genauso wie ein Anführer seine Follower. Demnach müssen wir uns als Content-Creator doch auch mit der Frage auseinandersetzen, auf welche Führungskompetenzen wir achten können, um eine wertvolle Community um uns zu versammeln.

Wir kontrollieren den Stamm

Eine Community ist ein Zusammenschluss von Menschen, die zwanglos im Verbund ein gemeinsames Interesse verfolgen. Hierbei zeigt sich, dass eine Community sich weiterhin durch eigene Symbolik (z.B. Emojis bei Twitch), durch eigene Insider (z.B. „Champions Club“ bei DrDisrespect) oder aber auch der grundsätzlichen Welt- und Werteansicht (z.B. MontanaBlack) verbunden fühlt. Hierbei stellen wir als Content-Creator durch unsere Inhalte und unsere Persönlichkeit den Rahmen, in welchem sich die Community bewegen kann.

Wir können nicht beeinflussen, wer sich diesem Rahmen verbunden fühlt, wir können aber definieren wie dieser Rahmen aussieht. Menschen, die sich demnach damit identifizieren können, sich damit verbunden fühlen, werden sich wahrscheinlicher der Community anschließen, als Menschen, die eine andere Ideologie verfolgen. Entscheide dich, welchen Rahmen du abstecken möchtest und mache diesen deutlich.

Du bekommst was du tolerierst

Wir müssen im Zweifel auch in der Lage sein, Menschen, die im Gegensatz zu unseren Werten stehen, auch mal links liegen zu lassen. Auch wenn diese Person ein hohes Engagement an unseren Inhalten zeigt. Ein schwarzes Schaf kann die Stabilität der gesamten Gemeinschaft in Gefahr bringen. Wachstum darf nicht zu jedem Preis erkauft werden.

Verzichte lieber hier und da auf eine Abkürzung, wenn es nicht im Einklang mit dir ist. So unterscheidet sich zum Beispiel die Community von Gronkh massiv von der Community von MontanaBlack. Beide Richtungen sprechen einen gewissen Schlag von Menschen an. Entscheide dich also, was du tolerierst und dadurch beeinflusst du die Richtung deiner Community.

Vertrauen

Vertrauen ist so ziemlich das Einfachste was einem dazu einfallen kann, so ist es aber auch das Schwierigste zu erlangen. Vertrauen muss sich mühevoll erarbeitet werden. Kennt ihr diese Menschen, die jede Woche etwas Neues anfangen, es der ganzen Welt mitteilen und dann zwei Wochen später wieder mit etwas Neuem um die Ecke kommen? So kauft dir niemand ab, dass dir irgendetwas was du tust, wichtig ist. Niemand wird dir vertrauen. Niemand mag sprunghafte Menschen.

Menschen müssen sich auf dich und dein Wort verlassen können. Sei es, das du dir als Content-Creator inhaltlich treu bleibst oder aber auch über einen langen Zeitraum hinweg zeigen kannst, dass du regelmäßig ablieferst. Entscheide dich dafür, was dir wichtig ist. Entscheide dich für eine Strategie und verfolge diese geduldig und konstant, Anpassungen sind natürlich erlaubt. Nach und nach wirst du das Vertrauen der Menschen bekommen, die sich dafür interessieren, was du zu zeigen hast.

Zuhören

Vielleicht ist es gerade am Anfang etwas schwierig zuzuhören, wenn es kaum Impulse zum Zuhören gibt. Anfangs müssen wir also noch stark auf unser Bauchgefühl achten, aber sobald sich die ersten Menschen zeigen, die an deinen Inhalten interessiert sind, höre zu! Ich spreche nicht davon, dass wir jede Meinung und Idee annehmen sollten. Wir stecken den Rahmen unserer Inhalte ab, aber wir sollten dabei immer im Auge behalten, was unsere Community mag und was die Menschen mehr von uns sehen möchten.

Als guter Anführer versteht man sich auch als dienende Führungspersönlichkeit (zu engl. „servant leader“), die sich und seine Arbeit zum Wohle seiner Community versteht. Wichtig ist dabei, dass man es natürlich nicht allen recht machen kann und auch nicht machen sollte, denn dann müssten wir zu sehr zu Generalisten werden, die keine Nische mehr ansprechen können. Wir müssen unsere Kernwerte verstehen und auch danach handeln und gleichermaßen engagiert auf die Wünsche unserer Community achten.

Schlusswort

Ich habe hier versucht einige Aspekte zu benennen, die Einfluss auf die Gestaltung unserer Community haben. Mich interessiert brennend, was ihr davon denkt, also nutzt gerne die Kommentarfunktion und teilt eure Erfahrungen mit mir!

Download: Das Arbeitsblatt zum selbst Reflektieren

Im Video: Du bist für Deine Community verantwortlich

Anzeige