Berlin. 380 Projektvorschläge wurden für die Pilotphase der Games-Förderung, die sogenannte De-Minimis-Förderung, beim Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur eingereicht. Weitere 295 Unternehmen warten bereits mit konkreten Projekten auf die EU-Notifizierung der finalen Förderrichtlinie. Diese Zahlen gab das Ministerium bekannt, berichtet der game – Verband der deutschen Games-Branche e.V. in einer aktuellen Mitteilung.

Für den game – Verband der deutschen Games-Branche zeigt diese starke Nachfrage den großen Bedarf nach einer Games-Förderung in Deutschland.

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Felix Falk, game-Geschäftsführer, sagt:

„380 Einreichungen alleine für die Pilotphase sind deutlich mehr als viele erwartet haben. Das zeigt, wie notwendig und chancenreich die Einführung einer Games-Förderung in Deutschland ist. Bereits jetzt können damit Projekte umgesetzt und sogar neue Entwicklerstudios gegründet werden, die es ohne diese Förderung nicht gegeben hätte. Der erfolgreiche Start darf jetzt nicht durch eine kurzsichtige Finanzpolitik direkt wieder abgewürgt werden. Auch angesichts der sich eintrübenden Konjunktur kann Deutschland diesen wichtigen kultur- und digitalwirtschaftlichen Wachstumsimpuls auf einem der weltweit am stärksten wachsenden Medienmärkte gut gebrauchen. Bundestag und Regierung müssen die 50 Millionen Euro für die Games-Förderung jetzt langfristig absichern und so Planbarkeit schaffen, damit die positive Entwicklung fortgesetzt werden kann und nicht schon im Keim erstickt wird. Nur so können wir international konkurrenzfähige Wettbewerbsbedingungen in Deutschland schaffen.“

Förderung für 2020 ungewiss

Für 2019 stehen erstmals 50 Millionen Euro für eine Games-Förderung im Bundeshaushalt. Im Regierungsentwurf für den Bundeshaushalt 2020 fehlen diese Mittel überraschend, obwohl die Förderprogramme unter anderem aufgrund der noch ausstehenden EU-Notifizierung bislang noch nicht einmal zur Anwendung kommen konnten. Für 2020 können die Fördermittel nur noch über das parlamentarische Verfahren eingebracht werden. Auf der gamescom Ende August gaben hierfür zahlreiche Spitzenpolitikerinnen und -politiker ihre Unterstützung bekannt. Unter anderem warben auch die Generalsekretäre von CDU und SPD, Paul Ziemiak und Lars Klingbeil, sowie der zuständige Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer und Digitalstaatsministerin Dorothee Bär für Fördermittel für die Games-Branche im Bundeshaushalt 2020 und darüber hinaus.

Wie notwendig die Games-Förderung für die Spiele-Entwicklung in Deutschland ist, zeigt die aktuelle Entwicklung: So fällt der Anteil deutscher Spiele-Produktionen auf dem Heimatmarkt seit Jahren, obwohl der Games-Markt stark wächst. Zuletzt blieben von 100 Euro, die für Computer- und Videospiele ausgegeben wurden, lediglich noch 4,30 Euro bei deutschen Entwicklern. Auch die Anzahl der Beschäftigten ist trotz des starken Marktwachstums weltweit und in Deutschland gesunken: Aktuell gibt es 11.014 Beschäftigte bei Entwicklern und Publishern, das sind 5,9 Prozent weniger als vor einem Jahr. Dabei könnte sich die Games-Förderung für den Finanzminister sogar lohnen: So zeigt das Beispiel Frankreich, welche positiven Effekte eine Förderung auslöst.

Eine Gesamtförderung von 50 Millionen Euro pro Jahr würde demnach in Deutschland zu zusätzlichen Steuer- und Sozialabgaben von rund 90 Millionen Euro führen. Hinzu kommen zusätzliche Investitionen seitens der Wirtschaft von rund 400 Millionen Euro. Wegen positiver Standort-Entwicklungen durch Ausbau und Ansiedlung von Entwicklungsstudios muss nach Einführung des Fonds mit einem höheren Bedarf an Fördermitteln gerechnet werden. So erwartet der game einen ansteigenden Bedarf von zusätzlich rund fünf bis zehn Millionen Euro pro Jahr für die kommenden fünf Jahre.

Über den game – Verband der deutschen Games-Branche

Der Verband der deutschen Games-Branche. Die Mitglieder sind Entwickler, Publisher und viele weitere Akteure der Games-Branche wie eSports-Veranstalter, Bildungseinrichtungen und Dienstleister. Als Träger der gamescom verantwortet der  das weltgrößte Event für Computer- und Videospiele. „Wir sind zentraler Ansprechpartner für Medien, Politik und Gesellschaft und beantworten Fragen etwa zur Marktentwicklung, Spielekultur und Medienkompetenz. Unsere Mission ist es,  zum besten Games-Standort zu machen“, erklärt der Verband.

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