An diesem Wochenende, 12. bis 14. April, hatten alle Interessierten die Chance, den brandneuen Teil der Anno Serie kostenlos in der Open Beta anspielen zu können. Der Aufbau-/ Strategiespiel-Mix Anno 1800 wurde vom deutschen Entwicklerstudio Ubisoft Blue Byte Mainz entwickelt und von Ubisoft am kommenden Dienstag, 16. April, offiziell im Epic Store und über den hauseigenen Uplay Launcher veröffentlicht.

Doch die sprichwörtliche Katze im Sack musste selbst der eingefleischte Anno Fan dieses Mal nicht kaufen. Denn wie bereits erwähnt, bestand drei volle Tage lang die Gelegenheit, den im Industriezeitalter angesiedelten Titel ausführlich zu testen. Zwar war die Kampagne noch lange nicht vollständig integriert, doch im Endlosspiel konnte man sich schon eine ganze Weile lang austoben.

Auch Gaming-Grounds.de hat sich Anno 1800 in der Open Beta Fassung angeschaut und im Angespielt Bericht unsere ersten Eindrücke zusammengefasst.

Gameplay

Ein Faktor, der bei allen Anno Titeln durch die Bank konstant und gut bleibt, ist die Art die eigene Siedlung aufzubauen. Logische Menüführung, intuitive Bedienung und Strukturierung der Produktionsketten. Auch in Anno 1800 funktioniert das wieder wunderbar. Da das Setting in ein uns bekanntes Zeitalter zurückkehrt, wissen wir von Beginn an sofort, was zu tun ist. Wir brauchen Bretter? Alles klar, dann also schnell den Holzfäller und ein Sägewerk aufgestellt. Dann noch eben ein Lagerhaus in Reichweite platziert und das Ganze per Straße mit der Siedlung verbunden, damit auch alle Zugang zum neuen Material und Produkt haben.

So zieht sich der Verlauf immer weiter und setzt im späteren Verlauf natürlich auch wieder auf mehrteilige Produktionsabläufe. Es ist wichtig, dass wir unsere Bevölkerung nach und nach mit den gewünschten Ressourcen versorgen, damit sie glücklich sind und zum gegebenen Zeitpunkt in die nächst höhere Gesellschaftsschicht aufsteigen können. Denn für verschiedene Tätigkeiten brauchen wir Einwohner aus verschiedenen Schichten. Während Bauern regelmäßig vergleichsweise simple Tätigkeiten wie Holz fällen oder Feldarbeit übernehmen, braucht die Ziegelfabrik schon Arbeiter als Angestellte. Wir müssen also auch stets darauf achten, aus jeder Schicht genügend Arbeitskräfte für unsere Produktionsstätten zu Verfügung stellen zu können. Sinnvoll!

Anno 1800 setzt wie viele seiner Vorgänger auch auf das Prinzip der Fruchtbarkeiten. So wächst nicht jeder Rohstoff auf jeder besiedelbaren Insel. Wollen wir Bier brauen, so braucht es etwa Hopfen. Wächst dieser nicht bei uns, müssen wir ihn kaufen oder von einem anderen Teil der Welt importieren. Das geschieht über Handelswege. Um diese betreiben zu können, benötigt es aber Schiffe, die erst einmal gebaut werden wollen… Ihr merkt schon. Es ist immer noch Anno.

Grafik

Aber es ist ein wunderschönes Anno! Aus unserer betont subjektiven Ansicht ist es sogar das schönste Anno aller Zeiten. Die Grafik passt sich nahezu perfekt dem Setting an und versetzt uns beim Spielen regelmäßig ins Staunen. Der ansprechende und Detail verliebte Stil lässt unsere Verbundenheit zur eigenen Siedlung noch weiter wachsen. Es macht jede Menge Spaß dem Städtchen beim Wachsen zuzusehen.

Um sich einen Überblick zu verschaffen, wie das Gebaut mittlerweile aussieht und wie gelungen der eigene Baustil ist, lädt Anno regelmäßig dazu ein, den Postkartenmodus zu verwenden. Diesen haben wir zugegebener Weise während unserer Spielzeit in der Open Beta überproportional oft benutzt. Aber es sieht so schön aus! Dieser Modus, der standardmäßig auf der Taste F1 gebunden ist, lädt ebenso dazu ein, haufenweise Screenshots vom Spiel anzufertigen.

Diplomatie

Während unsere Kompanie wächst und gedeiht, treffen wir in der Spielwelt auf andere Charaktere und Länder. Diese werden von verschiedensten Anführern vertreten, die jeweils ihre ganz eigenen Interessen verfolgen. Auch die Piraten sind typischerweise wieder mit von der Partie. Je nach Charaktereigenschaften starten wir unsere diplomatischen Beziehungen zu KI-Mitspielern mit unterschiedlich vielen Sympathiepunkten. Über verschiedene Wege, wie Missionen oder Gespräche, können wir unseren Ruf mit den unterschiedlichen Fraktionen jedoch verbessern und verschlechtern. Im schlimmsten Fall geht es dann in den Krieg, im besten Fall wird aus dem Frieden irgendwann eine Handelsbeziehung oder sogar eine Allianz. Sogar die Piraten können wir mit genügend Aufwand davon überzeugen, uns nicht mehr ständig zu beschießen.

Musik und Sound

Die Musik ist überall im Spiel angenehm, dezent und passend integriert. Sie fällt beim längeren Spielen nicht mehr besonders stark auf, was jedoch unserer Meinung nach kein schlechtes Zeichen sein muss. Ein kleiner Makel, den sich Anno 1800 allerdings in der Vertonung ankreiden muss, sind sich sehr schnell wiederholende Voicelines. Wenn ein Bauernkind zum fünften Mal innerhalb von einer Minute fragt, ob es auf den Feldern spielen darf, hoffen wir fast, dass dort vielleicht gerade ein Trecker… okay, lassen wir das.

Die Erklärungen und Ansprachen der verschiedenen Charaktere des Spiels sind authentisch und nicht übertrieben lang. Sie fangen die Stimmung des Spiels gut auf und lassen uns zeitweise glauben, wirklich der Kopf einer am Weltgeschehen beteiligten Fraktion zu sein.

Kampagne und Multiplayer

Die Kampagne und der Multiplayermodus sind beides Dinge, die wir in der Beta aus Zeitgründen noch nicht getestet haben. Dementsprechend können wir dazu auch noch keine Meinung abgeben.

Angespielt: Anno 1800 (Open Beta)

Nachfolgend seht ihr unsere ersten Minuten Anno 1800 in der Open Beta Fassung vom Wochenende.

Mehr dazu:

Anno 1800: Die Open Beta ist voll im Gange

Anno 1800: Am Wochenende kostenlos testen

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Jonas Walter

Spielejournalist bei gaming-grounds.de
Jonas 'Syncerus' Walter ist seit 2010 im eSport-Journalismus aktiv. Nach Beteiligungen an diversen eSport Projekten im redaktionellen Bereich wie MaseTV, ESC Gaming oder Team Vertex ist Gaming-Grounds.de nun die erste eigene Konzeption.

Diese hat die Vision aktuell relevante Themen aus dem Gaming- und eSport-Bereich aufzugreifen und für Videospielbegeisterte an einem Ort zu konzentrieren.
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