Apex Legends kam fast wie aus dem Nichts. Am vergangenen Montag, 4. Februar, sollte es abends auf dem Twitchkanal playapex eine Präsentation des neuen Titels im Titanfall Universum geben. Was folgte, war der urplötzliche und unangekündigte Launch des Spiels der Macher von Respawn Entertainment direkt zu Beginn des Enthüllungsstreams am Abend.

So plötzlich wie die Veröffentlichung von Apex Legends kam, so plötzlich stieg auch der Hype um das vollständig kostenlos spielbare Battle Royale, welches über den Origin Launcher auf dem PC läuft, aber auch auf Xbox One und PlayStation 4 spielbar ist. Klug von den Verantwortlichen: Sie bezogen bereits im Entwicklungsstadium Twitch- und Battle Royale-Größen wie Shroud und Dr. Disrespect mit in die Konzeption ein und ließen diese direkt am Montagabend den Titel auf ihren jeweiligen Kanälen streamen.

Das Ergebnis ist sichtbar. Aber fangen wir vorne an, denn auch wir haben uns Apex Legends in aller Ausführlichkeit angeschaut.

Der Start

Zu Spielbeginn stellen wir unser Team zusammen und wählen eine aus momentan acht Legenden.

Direkt beim Starten ins Spiel entdecken wir erste Ähnlichkeiten zu anderen Genre-Konkurrenten. Eine unserer ersten Aufgaben im Tutorial ist es, einen Hang herunter zu schlittern. Dieses Element der Bewegung erinnert stark an manche Call of Duty Teile oder auch Warframe und macht das Movement schnell und reich an Action. Auch das Inventar, mit dem wir im weiteren Verlauf des Tutorials bekannt gemacht werden, erinnert an den Battle Royale Modus des aktuellen Call of Duty Teils Blackout.

Anschließend starten wir in die erste richtige Partie. Etwas anderes bleibt uns auch gar nicht zur Wahl. Zu Rundenbeginn gilt es zu aller erst, sich mit seinen zwei Mitspielern eine Komposition aus drei der momentan acht verfügbaren Legenden zusammenzustellen. Dabei wählen wir nacheinander je einen Charakter, der mit unterschiedlichen Fähigkeiten und Gadgets daherkommt. Das ist neu und bietet jede Menge Möglichkeiten für taktische Spielereien.

Zusammenspiel leicht gemacht

Beim Sprung aus dem Flugzeug folgen wir automatisch unserem Jumpmaster.

Steht das Team erstmal, zeigt sich direkt eine weitere Neuerung, die das Zusammenspiel mit zufälligen Teammitgliedern deutlich erleichtert. Wenn wir beim Start aus dem obligatorischen Fluggerät abspringen, steuert ein zufällig ausgewählter Jumpmaster den ganzen Trupp. Falls wir uns also nicht entscheiden uns von diesem zu trennen, werden wir auf jeden Fall zusammen und zeitgleich landen. Das verhindert Desaster, die wir beispielsweise mit verkorksten Fallschirmsprüngen aus Playerunknown’s Battlegrounds kennen. Sinnvoll!

Nach der Landung geht es mit dem üblichen Sammeln von Gegenständen los. Sehen wir etwas, das wir nicht brauchen, können wir es per Tastendruck direkt für unsere Kollegen markieren. Das Ping-System kennen wir bereits aus Ring of Elysium. Dieses haben die Entwickler hier aufgegriffen und ausgebaut. Denn markieren können wir hier nicht nur grob Orte, sondern alles: Gegner, Rüstung, Munition, Waffen und so weiter. Auch das erleichtert die Kommunikation.

Die Ausrüstung

Wie gewohnt rüsten wir unsere Legende mit Waffen, Munitionstypen, Rüstungen und Waffenanpassungen aus. Helme verringern den Schaden, den wir durch Kopftreffer einstecken, Körperschilde verleihen uns einen Energieschild, ähnlich wie bei Fortnite, der Schaden abfangen und wieder aufgeladen werden kann, bevor der Schaden an unsere eigentlichen Lebenspunkte geht. Dieser Schild kann mit Energiezellen, die wir in der Spielwelt finden, wieder aufgeladen werden.

Das Inventar von Apex Legends in der Übersicht. Waffen, Rucksack und Ausrüstung auf einen Blick.

Der Rucksack gewährt uns zusätzliche Inventarfläche und lässt uns logischerweise mehr Zeug mitschleppen. Komplett neu ist der Knockdown-Schild. Dieser gibt uns eine zusätzliche Überlebenschance, sollten wir von gegnerischen Treffern zu Boden geschickt worden sein. Per Mausklick können wir eine Energiebarriere vor unsere geschwächte Legende aufbauen, die zumindest einige Kugeln davon abhält uns vollständig den Garaus zu machen. Das gibt den Kampfgenossen unter Umständen die nötige Zeit zum Verwundeten zu eilen.

All diese Gegenstände gibt es in verschiedenen Qualitätsstufen, die die Effektivität des Gegenstandes beeinflussen. Über gewöhnlich (weiß) über blau (selten) und so weiter, bis hin zu legendär (orange). Auf dieser Stufe bringen die besten Optionen auf ihrem jeweiligen Gebiet einen zusätzlichen passiven Effekt mit. Das kennen wir aus der Realm Royale Schmiede.

Besonders gefragt sind außerdem Ausrüstungs-Kapseln, die immer wieder vom Himmel fallen, sowie Versorgungsschiffe, die an zufälligen Punkten auf der Karte andocken. Diese bieten den Spielern besonders gute Beute und sind meist heiß umkämpft. Im Zusammenspiel mit der Tatsache, dass bereits zu Spielbeginn eine zufällige Zone auf der Karte bestimmt wird, in der es hochwertige Beute zu sammeln gibt, bieten diese Features eine hohe Abwechslung in Bezug auf relevante und hoch frequentierte Spielbereiche. Die Karte an sich bietet mit verschiedenen Klima- beziehungsweise Vegetationszonen auch optisch reichlich Diversität.

Das Leben nach dem Tod

Sollten wir dann im Kampf doch einmal unterlegen sein und den sprichwörtlichen Löffel abgeben, ist das Spiel dennoch nicht zwangsweise vorbei. Wie bereits in Battlerite Royale haben Teammitglieder die Möglichkeit, ihre gefallenen Mitspieler an bestimmten Punkten auf der Karte zurück ins Leben zu holen. In Apex Legends braucht es dafür jedoch eine Chipkarte, die zunächst von der Leiche des Verstorbenen geborgen werden muss. Ist das geschafft, bleibt ein Zeitfenster von drei Minuten, um zum nächsten Wiederseinstiegspunkt zu gelangen. Schafft man es dort zehn Sekunden zu verharren, wird der Mitspieler lebendig, aber ohne jegliche Ausrüstung, wieder per Flugzeug eingeflogen.

An diesen Punkten (auf der Karte grün markiert) können wir gefallene Mitspieler wieder zurück ins Spiel holen. Doch dabei ist Eile geboten.

Das bietet einen zusätzlichen taktischen Aspekt und sorgt für schweißtreibende Überlebens- beziehungsweise Wiederbelebungskämpfe. Gefühlt bewegen sich durch dieses Feature auch im späteren Spielverlauf noch mehr lebendige Spieler über die Karte als in anderen Battle Royale Titeln.

Grafik und Sound

Kommen wir zum Gesamteindruck, den Apex Legends durch seine Aufmachung vermittelt. Das Grafikdesign erinnert uns an eine bunte Mischung aus Borderlands, Overwatch, Call of Duty: Black Ops 4 und selbstverständlich Titanfall. Die Farben sind kräftig und die Umgebung abwechslungsreich. Im Gesamtpaket ist das Spiel hübsch anzusehen, wenn auch nicht das Nonplusulta der Grafikbomben. So dürften aber auch etwas schwächere Systeme gut mit Apex Legends zurechtkommen.

Der Sound macht ebenfalls einen soliden Eindruck, Geräusche lassen sich in Richtung und Entfernung gut zuordnen. Die lustigen Kommentare und Konversationen der Legenden sorgen auch im Spiel für den ein oder anderen Lacher. An Soundkulissen wie beispielsweise in Battlefield oder Insurgency: Sandstorm kommt Apex allerdings bei weitem nicht ran.

Menü und Oberfläche

Das Menü erinnert in einigen Punkten stark an Blizzards Overwatch.

Viele Elemente im Menü und im Userinterface erinnern uns stark an Blizzards Heldenshooter Overwatch. Die Übersicht der Legenden und deren Fähigkeiten wirken optisch fast eins zu eins identisch. Auch bei der zentralen Position der ultimativen Fähigkeit in der unteren Bildschirmmitte im Spiel sowie bei der Aufmachung der freischaltbaren Extras für die Charaktere über beim Level-Up freigeschaltete Lootboxen ist die Ähnlichkeit nicht zu verleugnen. Aber das stört nicht, denn die Umsetzung ist gut, sinnvoll und fair. Die regelmäßigen kostenlosen Belohnungen in Form von Waffen- und Legenden-Skins sowie Kleinigkeiten wie Banner-Rahmen oder Sprüchen für den Lieblingshelden bieten Motivation direkt den nächsten Stufenaufstieg in Angriff zu nehmen.

Fazit

Respawn Entertainment mach mit Apex Legends das, was ursprünglich mal Blizzards Geheimrezept war. Man guckt sich die Genre-Konkurrenten an, nimmt sich die schönsten und besten Elemente, guckt anschließend was noch fehlt und ergänzt genau das. Als letzte Zutat noch ein schlagendes Verkaufsargument oben drauf und fertig ist der Hit. So vereint Apex Legends viele Elemente aus der großen Vielfalt der Battle Royale Spiele und kombiniert diese zu einem Titel, der schon zum überraschend kurzfristigen Release kaum Wünsche offen lässt. Das Verkaufsargument Nummer eins: Respawn macht es wie Epic Games und lässt die Nutzer alle Spielinhalte vollständig kostenlos genießen. Einzig und allein für kosmetische Gegenstände kann Echtgeld investiert werden.

Die Devise lautet also: Anspielen, ausprobieren, Spaß haben. Wenn’s gefällt dabei bleiben, wenn nicht, dann nicht.

Unser Angespielt zu Apex Legends im Video:

Mehr dazu:

Apex Legends: Neues Battle Royale von Respawn veröffentlicht