Bereits der Vorgänger Insurgency zeichnete sich durch sein taktisches Gameplay aus. Mit „Sandstorm“ steht nun der Nachfolger in den Startlöchern. Am 12. Dezember soll er nach der Early Access Phase nun offiziell zum Verkauf stehen.  Doch kann das nun auf der Unreal 4 Engine basierende Sandstorm an den Erfolg anknüpfen und wie spielt sich die moderne Kriegssimulation? Am vergangenen Wochenende lief die große Open Beta des Hardcore-Shooters. Wir nutzten die Zeit und sprangen selbst in unzählige Gefechte.

Gameplay

Quelle: Focus Home Interactive

In vielen Punkten ähnelt sich Sandstorm anderen Competitive Shootern. Es gibt in der Regel zwei Teams, die auf verschiedenen Maps gegeneinander antreten. Hier gilt es, die Gegner zu vernichten oder spezielle Ziele zu erfüllen. Dabei hängt Sieg und Niederlage von einer guten Waffenwahl, dem nötigen Skill und gutem Teamplay ab.

Aktuell gibt es zwei Arten zu Spielen: Coop oder Versus.

Coop

In diesem Modus kämpft ein Team aus 8 Spielern gemeinsam geben ein AI-Team. Das klingt recht harmlos, macht aber ungemein Spaß und sorgt für schnelle Gefechte und ein entspanntes Miteinander. Gegen Ende kommen ganze Gegnerfluten, hier wird das Gefecht dann auch ziemlich heiß und es zeigt sich, wie gut die Spieler zusammenarbeiten können. Wer abgeschossen wurde spawnt sobald das Team ein weiteres Ziel erreicht hat.

Versus

Bis zu 32 Spieler treten gegeneinander in verschiedenen Modi an.

Push: Hier müssen die Angreifer eine Reihe von Zielen erledigen, nach jedem Ziel gibt es Nachschub. Am Ende gilt es die Waffenkiste zu zerstören.

Firefight: Hier gibt es keine Waffenkiste, es müssen mehrere Ziele eingenommen oder alle Gegner vernichtet werden.

Skirmish: Wie Push, allerdings haben beide Teams hier die gleiche Aufgabe. Jeder versucht die Ziele von seiner Seite der Karte aus einzunehmen und letztlich die Waffenkiste des Gegners zu zerstören.

Competetive zum Launch (nicht in der Beta): Der etwas sportlichere Modus „Competetive“ soll zum Launch freigeschaltet werden. Hier treten zwei Teams 5 gegen 5 an. Hier soll es noch ein eigenes Regel- und Rankingsystem geben. Nach 10 Matches wird jeder Spieler einem Rank zugewiesen. Wer ein Match frühzeitig verlässt, wird in seiner Wertung bestraft. Das Capturen von Missionszielen soll hier schneller gehen, ebenso die Matchzeit kürzer sein. Waffen und Ausrüstung werden teurer.

Waffen

In Insurgency: Sandstorm könnt ihr zwischen 8 verschiedenen Klassen wählen. Diese definieren, wieviel und welche Waffen ihr mit ins Gefecht nehmen könnt. Grundsätzlich habt ihr sofort Zugriff auf alle Waffen, diese variieren nur abhängig von eurer Klasse. Die Waffen selbst könnt ihr nach Belieben modifizieren und euch noch entsprechende Ausrüstung, wie zum Beispiel Granaten, mitnehmen. Je mehr ihr tragt, desto träger werdet ihr aber draußen im Gefecht. So kann es sinnvoll sein, ohne Schutz und Balast, mit einer leichten Maschinenpistole loszuziehen, um so möglichst schnell durch die Level zu rushen.

Quelle: Focus Home Interactive

Das Waffenarsenal ist umfangreich und hier könnt ihr euch wirklich ausprobieren. Da Entwickler New World Interactive auch bei den Waffen viel Wert auf Realismus gelegt hat, fühlt sich jede Waffe auch sehr individuell an. Die Balistik wurde sehr genau simuliert, so gibt es zwei Berechnungssysteme, je nach dem, ob ihr close oder long-range Attacken durchführt. Projektile werden genau berechnet, durchschlagen Hindernisse, werden abgelenkt oder gebremst. Sobald ihr den Trigger drückt schießen Gewehr und Pistolen, also sollte man vorher darauf achten, dass der Charakter die Waffe auch gerade hält – sonst geht der Schuss am Ziel vorbei.

Um ein möglichst immersives Spielerlebnis zu bieten, wurde bewusst auf dauerhafte Zielhilfsmittel verzichtet. Es gibt also kein festes Fadenkreuz, hier müsst ihr nehmen, was euch eure Waffe und das entsprechende Visier zu bieten haben. Neben den Handwaffen und Sprengvorrichtungen, haben einzelne Klassen die Möglichkeit externe Unterstützung zu rufen (Nebelbänke, Gasangriff, Bombenteppich, Helikopter). In einzelnen Spielmodi könnt ihr Fahrzeuge fahren oder euch hinter ein festes Maschinengewehr klemmen.

Realismus

Neben den bereits erwähnten Eigenschaften der Waffen, soll Sandstorm dem Spieler vor allem freilassen, wie er spielt. In eurer Umwelt könnt ihr euch sehr dynamsich über oder unter Hindernisse bewegen, Türen eintreten, öffnen (auch nur einen Spalt). In Fahrzeugen könnt ihr euch ducken, um euch so dem Kugelhagel zu entziehen. Das ist wirklich gelungen und eine Fähigkeit, die man in anderen Shootern wie PUBG schmerzliche vermisst.

Die Soundkulisse ist nicht nur umwerfend gut gestaltet, jedes Geräusch, dass ihr hört, hilft euch auch eure Umwelt besser zu verstehen. Welche Waffe, welche Umgebung, Position, etc. Ihr könnt mit etwas Übung wirklich unglaublich detailliert hören, was genau passiert. Das macht Sandstorm auch unbedingt zu einem Headset-Spiel. Das solltet ihr allein deswegen schon benutzen, um euch mit euren Teammates abzustimmen. Der positionsgebundene Voicechat wirkt sich sehr spannend auf das Gameplay aus und unterstreicht das Mittendrin-Gefühl.

Das Reload-System ist ebenfalls sehr eigen. Ihr habt keine Anzeige, die euch jederzeit anzeigt, wieviel Munition sich noch in eurer Waffe befindet. Dies könnt ihr nur gezielt checken. Beim Nachladen füllt ihr nach und nach euer Magazin auf oder nehmt ein anderes. So kommt es nicht selten vor, dass ihr mal mit runtergelassener Hose vor dem Gegner steht, wenn ihr vorher nicht eure Füllstände im Blick behalten habt. Nachladen gehört definitiv zu einem wichtigen Spielelement in Insurgency Sandstorm.

Quelle: Focus Home Interactive

Maps

Die Karten sind detailliert gestaltet und wirklich groß. Obwohl es, abhängig von den Missionszielen, eine gewisse Kontinuität im Level gibt, könnt ihr euch freibewegen und euch eure eigenen Wege suchen – das sorgt für einen wirklich variantenreichen Häuserkampf. Aktuell habt ihr, abhängig vom Spielmodus, Zugriff auf 6 Karten. Entwickler New World Interactive verspricht aber nach der Veröffentlichung regelmäßige, kostenlose Updates mit neuen Inhalten, wie Karten und Waffen.

Welche Maps gibt es bereits in Sandstorm?

Insurgency Sandstorm Maps:

  • Crossing
  • Farmhouse
  • Summit
  • Raffinery
  • Precinct
  • Hideout

Fazit: Spielerfahrung in der Beta

Sandstorm schafft es von der ersten Minute an, den Spieler tief in das gefährliche Gefecht eintauchen zu lassen. Es fühlt sich beängstigend echt an und man überlegt sich zweimal, ob man ohne Deckung die Straße überquert oder lieber erstmal die Geräusche in der Umgebung analysiert. Die Waffenmechanik macht Spaß und auch die Maps und Spielmodi können überzeugen. Besonders entspannt sind die Coop-Matches.

Alles in Allem, handelt es sich bei Insurgency Sandstorm schon jetzt um einen soliden Shooter, der dank der neuen Engine dabei auch noch super aussieht. Ob der hohe Grad an Realismus allerdings etwas für die breite Masse ist, wird sich erst zeigen müssen, denn bisher war es eher eine sehr schmale Zielgruppe, die sich am Vorgänger Insurgency erfreute. Um diese kümmerte sich New World Interactive in der Vergangenheit allerdings hingebungsvoll. Etliche geplante und vor allem kostenlose Updates, eine gute Comunity-Arbeit und ein fairer Preis sollten allerdings weiterhin ein gutes Erfolgsrezept sein.

Aktuell sind die Ladezeiten noch recht hoch, Objekte laden kurz nach dem Einstieg ins Match nicht immer richtig und es fehlt auch noch komplett ein Votekick-System. Hier müsste der Entwickler noch ein wenig Arbeit investieren. Dann können wir schon gespannt auf den Release blicken.

 

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Alexander Panknin

Spielejournalist bei gaming-grounds.de
1985 geboren. Mit Doom, Quake und SNES aufgewachsen. War selbst in der Indiegames-Szene aktiv und schreibt nun auf gaming-grounds.de über seine große Leidenschaft: Videospiele.
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