Die Indizien, dass sich die neue Streaming-Plattform „Brime“ als entweder vollständig gestelltes Projekt oder zumindest viel kleiner und unorganisierter herausstellt, als bislang von einigen Interessenten vermutet sowie teils von den Verantwortlichen selbst dargestellt, werden immer erdrückender.

Denn in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch „enthüllte“ der Twitter-Account @WatchBrime, die bislang einzige offizielle Anlaufstelle des Projekts neben einem Discord-Server, seinen „echten Namen“ sowie eine Homepage. Bislang kommunizierte das Team, welches laut Brime selbst aus vier Mitarbeitern bestehen soll, dass „Brime“ ein Codename sei, den man zum Start der Plattform noch ändern wolle. Dies ist nun geschehen.

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Brime Live – Spaß oder Ernst?

Was sollen wir sagen? Der neue Name wirkt… anders als erwartet. Denn statt das Streaming-Projekt vollständig neu zu branden wurde einfach ein „Live“ an den „Codenamen“ angehängt. So soll der offizielle Name der mysteriösen neuen Plattform von Spielern für Spieler – so betitelten es die Mitarbeiter selbst – „Brime Live“ heißen.

Neben der Ähnlichkeit des Namens zu Amazons „Prime“-Service stimmen weitere Details die Community erneut sofort äußerst skeptisch. Denn zeitgleich mit der Ankündigung des Namens gab man eine Internetpräsenz unter der Adresse „brimelive.com“ bekannt. Doch die Anlaufstelle verlangt nicht nur bei manchen Besuchern – ohne irgendetwas anzuzeigen – Benutzername und Passwort, auch eine responsive Darstellung für Mobilgeräte fehlte bei anderen Nutzern.

Geteilter Server als Knackpunkt?

Zudem berichtet ein technisch affiner Twitter-User in seiner Antwort, dass er mit einem simplen technischen Verfahren herausgefunden habe, dass sich die Domain auf einem geteilten Server befinde – was für eine Streaming-Plattform tendenziell schnell ein extrem großes Problem ist. Auch der Aufbau der Seite über die weit verbreitete Homepage-Struktur WordPress lässt einige Kommentatoren unter dem offiziellen Tweet stutzig werden.

Insgesamt häufen sich bei „Brime“ die unglücklichen Formulierungen, inhaltslose Teaser und inhaltlichen Widersprüche in eigenen Aussagen und der Kommunikation mit der Öffentlichkeit. Klar sein dürfte mittlerweile jedem, dass „Brime“ kein groß angelegtes Millionenprojekt mit großzügigen Förderern ist.

Die Frage, die sich nun noch stellt, ist die nach der Intention der Verantwortlichen: Ambitioniert, ehrlich und unerfahren oder schlichtweg ein groß angelegter Witz mit jeder Menge Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit durch brillantes Timing?

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