Fortnite zählt zu einem der beliebtesten Spiele dieser Tage. Dabei ist es nicht nur die altgedienten Garde der Videospieler, die sich gerne in muntere Fortnite-Matches stürzt. Die quietschbunte Comicgrafik, die lustige Aufmachung und die doch recht harmlose Darstellung der kämpferischen Auseinandersetzung zieht vor allem jüngere Spieler an. Gepaart ist der spaßige Überlebenskampf mit abwechslungsreichen Baueinlagen und einer starken Community. Dies alles macht Fortnite zum Spiel der deutschen Teenager (besonders im Alter von 12 bis 15), dies belegen regelmäßige Statistiken – zum Beispiel die der „Jugend, Information und Medien (JIM) Studie.

Ballerspiele im Kinderzimmer?

Der Spielinhalt lässt besorgte Mitmenschen allerdings hellhörig werden, handelt es sich bei Fortnite doch um einen bewaffneten Überlebenskampf. Ab wann sollte man solche Spiele zocken dürfen? Laut Urteil der USK dürfen sich Kinder ab 12 unbedenklich ins virtuelle Feuergefecht stürzen können. Doch warum?

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Die USK erklärt die Einstufung

In einem Statement teilt die USK mit, dass den Prüfern zum Zeitpunkt der Sichtung im Mai 2017 noch nicht das ganze Spiel vorlag, wie man es heute kennt. Augenmerk lag auf dem Spielmodus „Rette die Welt“, Das USK-Gremium einigte sich damals zusammen mit den Ständigen Vertretern der Obersten Landesjugendbehörden auf eine Einstufung „ab 12“. Seitdem darf das Spiel im stationären Handel, digital und per Versand an Jugendliche ab 12 Jahren verkauft werden.

Erst einige Monate nach der USK-Prüfung wurde dann der heute so beliebte Spielmodus „Battle Royale“ veröffentlicht. „Dieser Zusatzinhalt wurde von der USK nicht geprüft und ist daher nicht Teil der Freigabe ab 12 Jahren“, so die USK.

Digitaler Vertrieb wird anders eingestuft

In vielen E-Shops ist das Spiel als „ab 16“ gekennzeichnet. Die USK erklärt:

„Im Jugendschutz gelten für die Veröffentlichung von Spielen auf Datenträgern einerseits und Online-Inhalten andererseits unterschiedliche Bestimmungen. Fortnite Battle Royale wurde zwar nicht für den stationären Handel geprüft, hat aber dennoch auf einigen Plattformen eine Alterskennzeichnung erhalten. Dies ist davon abhängig, ob sich die jeweilige Vertriebsplattform dem internationalen IARC-System angeschlossen hat oder nicht.

Das IARC-System ist ein automatisiertes Altersklassifizierungssystem. Stellt ein Anbieter sein Spiel auf einer dem IARC-System angeschlossenen Plattform zur Verfügung, muss er zuvor einen durch IARC bereitgestellten Fragenkatalog durchlaufen, aus dem das entsprechende Alterskennzeichen resultiert. Nähere Informationen zum IARC-System finden Sie hier.

Die deutschen Jugendschutzvorschriften sehen nun keine weitere Alterskennzeichnung zwischen „ab 12“ und „ab 16“ vor. Das betrifft sowohl Prüfungen für den stationären Handel, als auch Alterskennzeichnungen im Online-Bereich. Übersteigt daher die Jugendschutzrelevanz des Spiel-Modus Fortnite „Battle Royale“ (z.B. „ab 14“) auch nur geringfügig die des Modus „Rette die Welt“ so lässt sich dies nicht durch eine entsprechende Kennzeichnung abbilden. Stattdessen führt dies im Rahmen des IARC-Systems zur nächst höheren, gesetzlich vorgesehenen Kennzeichnung „ab 16“.“

Wie verhalten sich USK und Anbieter?

Epic Games Germany hat reagiert und sich freiwillig dem USK.online-Bereich angeschlossen. Es soll sichergestellt werden, dass die geltenden Jugenschutzvorgaben eingehalten werden, egal ob online oder offline. Somit hat sich Epic verpflichtet gemäß den USK-Statuten zu agieren und arbeitet seither eng mit der USK zusammen. Als offizieller Jugendschutzbeauftragter unterstützt die USK das Unternehmen zudem bei allen generellen Jugendschutzfragen.

USK Tipps für Eltern

Für alle verunsicherten Eltern hat die USK außerdem ein paar generelle Tipps für ungekennzeichnete Internet-Inhalte parat:

  • Achten Sie bei mobilen Spielen auf die Alterseinstufung nach dem IARC-Kennzeichen. Plattformanbieter wie der Google Play Store, der Nintendo eShop, der Microsoft Windows Store, der Xbox Store oder der Oculus Store sind Teil des IARC-Systems, über das USK-Kennzeichen im Rahmen eines automatisierten Verfahrens vergeben werden. Mehr Informationen zu IARC erhalten Sie unter http://www.usk.de/iarc/.
  • Wenn Sie unsicher sind, ob die Reife Ihres Kindes dem Erlebnisangebot des Spiels angemessen ist, können Sie über die Titelsuche der USK-Datenbank geeignete Alternativen finden. Auch der Elternratgeber der USK kann eine grundsätzlich Orientierung zum Thema Online-Spiele bieten
  • Grundsätzlich kann auch der Einsatz von Jugendschutzsoftware sinnvoll sein. Software wie JusProg kann während Kinder selbstständig surfen auf dem PC oder Smartphone ungewünschte Internetinhalte altersdifferenziert ausblenden.
  • Hilfreich ist es ebenfalls, wenn Sie sich als Erziehungsbeauftragter gemeinsam mit Ihrem Kind über Medieninhalte und –konsum auseinandersetzen. Wirksamer Jugendschutz gelingt immer dann, wenn Minderjährige eigene Medienkompetenz aufbauen können.
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