In der vergangenen Woche berichteten wir euch über die neueste Entscheidung seitens Battlestate Games, den Handel in Escape from Tarkov stark einzuschränken, um den Kampf gegen RMT (Real Money Trading) und Boosting im Spiel in die gewünschte Richtung zu lenken. Doch die Maßnahme, dass ab sofort viele mit in den Raid gebrachte Gegenstände nicht mehr fallengelassen und dementsprechend auch nicht mehr weitergegeben werden können, stieß in der Community auf große Kritik.

Die Änderung betreffe normale Spieler mehr, als jene, die man damit bekämpfen wolle – so die starke Meinung, die in diversen Posts, Threads und Diskussionen vehement vertreten wird. Doch was ist eigentlich passiert?

Battlestate Games hat sich in der vergangenen Woche ohne große Vorankündigung dazu entschieden, diverse Gegenstände aus dem eigenen Lager entweder gar nicht mehr oder nur noch sehr begrenzt an andere Spielende im Raid weitergeben zu können. Darunter fallen insbesondere auch Schlüssel und Schlüsselkarten. Aber auch Handwerksmaterial, Geld, Behälter und viele weitere Dinge fallen unter die neuerliche Handelssperre im Raid. Falls ihr diese Gegenstände fallen lassen wollt – oder Behälter fallenlasst, in denen sich diese befinden – werden die Gegenstände mit sofortiger Wirkung und unwiederbringlich zerstört. Ein neues Hinweisfenster warnt euch vor den entsprechenden Konsequenzen.

Normale Spieler fühlen sich bestraft

Das nicht sonderlich positive Feedback ließ nicht lange auf sich warten. Denn die Einschränkung betrifft natürlich nicht ausschließlich diejenigen, für die sie gedacht ist. Auch normal Spielenden ist es nun nicht mehr so einfach möglich, Gegenstände an Freunde weiterzugeben. Diese fühlen sich, nicht ganz zu unrecht, betroffen und gestraft, obwohl sie eigentlich nichts mit den eigentlich als Ziel auserkorenen Echtgeld-Händlern und Boostern zu tun haben.

Dieser Kritik springt in Teilen auch der beliebte EFT Content-Creator Pestily bei, ruft aber auch RTM-User auf Twitter zur Vernunft.

Er schreibt:

„Leute, die RMT benutzen, denken wahrscheinlich, dass es kein Cheaten ist, aber jemanden zu bezahlen, der sie durch eine Lobby trägt und ihnen beim Cheaten zusieht, würde sich viel mehr wie eine aktive Teilnahme am Cheaten anfühlen.“

Indirekt könnte man dies auch als Vorwurf an jene betrachten, die die neue Maßnahme überhaupt erst erforderlich gemacht haben. Würde der RTM-Service nicht so viel genutzt werden, würde sich der Entwickler und Publisher hinter EFT auch nicht gezwungen fühlen, akut und umfangreich dagegen vorzugehen.

Nikita verteidigt die Einschränkungen

Trotz der vielen Diskussionen um die neuen Einschränkungen im eh schon als äußerst schwer wahrgenommenen Hardcore-Shooter Escape from Tarkov, in dem ihr Mitspielenden nun noch weniger helfen könnt als zuvor, verteidigt Battlestate Games in Person von Studio Head Nikita Buyanov die Entscheidung.

Er schrieb bereits am 13. Mai, ebenfalls auf Twitter:

„Wir erzielen gute Ergebnisse – Cheater-Aktivität merklich reduziert, RMT-Aktivität drastisch reduziert. Ich weiß, dass ihr eure Freunde mit Schlüsseln ausstatten wollt, aber das war ursprünglich auch nicht beabsichtigt. Sorry – das ist für alle ohne Ausnahme neue Realität.“

Hinter den Kulissen scheint man also tatsächlich Erfolge registrieren zu können. Dies wäre immerhin ein großer positiver Effekt, sollten diesbezüglich tatsächlich weniger Cheats in Tarkov zum Einsatz kommen als zuvor. Auch die Cheater sind seit längerer Zeit ein Dorn im Auge der Community, der häufig thematisiert wird.

Was denkt ihr? Lieber eingeschränkter Handel oder Cheater in Tarkov?
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Was denkt ihr? Lieber eingeschränkter Handel oder Cheater in Tarkov?x

Buyanov betont in seinem zugehörigen Twitter-Thread unter dem oberhalb zitierten Tweet:

„und das ist völlig normal. Wir passen uns immer in EFT an. Dies ist nur ein weiterer Fall. Die EFT-Community ist die stärkste und beste.“

Was haltet ihr davon? Ist die laute Kritik an der Maßnahme berechtigt? Oder ist es sogar das gesamte Mindset des Studios hinter Tarkov, welches überdacht werden sollte? Oder sprecht ihr gar gegen die Kritiker und findet die laufenden Anpassungen an Entwicklungen in und um das Spiel, so wie sie derzeit gehandhabt werden, sinnvoll und gut?

Wann kommt der Wipe?

Während dieses Thema die Ereignisse im Spiel in den vergangenen Tagen etwas überlagert und in den Hintergrund gedrängt hat, drängt sich die Frage nach dem nächsten Wipe im Spiel natürlich weiterhin auf. Nachdem das letzte, mittlerweile abgeschlossene, Ingame-Event, in dessen Rahmen die Händler entführt wurden und durch die Community wieder freigekauft werden mussten, doch noch kein Vorbote für den Reset gewesen zu sein scheint, ist nun eine neue Aktion gestartet.

So wurde, wie könnte es anders sein, abermals ein mysteriöses Dokument via Twitter geteilt, in dem die eben wieder befreiten Händler ihren Dank für die Rettung aussprechen und zeitgleich verkünden, dass die Preise in Folge der Geschäftsausfälle gesenkt werden müssen. So gibt es nun alle Güter wieder um 30 Prozent günstiger zu erstehen, als es der Normalpreis vorsieht.

Wenn ihr bereits einige Erfahrung in Tarkov gesammelt habt, wisst ihr, dass die Wirtschaft zum Ende eines Wipes zumeist ruiniert wird und alle Gegenstände dramatisch an Wert verlieren. So kann die Community noch einige Tage Spaß mit beliebiger Ausrüstung haben, bevor der Fortschritt dann wieder auf Null gesetzt wird und der Progress für alle von vorne beginnt.

tarkov trader guenstiger brief
Quelle: Battlestate Games

Lange dürfte es nun wirklich nicht mehr dauern, bis die Hinweise auf den nächsten Wipe und damit ersten Reset im Jahr 2022 eindeutig werden. Wir halten euch diesbezüglich natürlich auf dem Laufenden.