Erinnert ihr euch an unseren Beitrag zu den Verbindungsabbrüchen und Lags in Escape from Tarkov? Dort beschrieben wir euch einen Lösungsansatz, der einigen Spielern und Spielerinnen helfen kann, die unter technischen Schwierigkeiten in EFT leiden. Entwickler und Publisher Battlestate Games hat mit Escape from Tarkov in den vergangenen Jahren zwar bereits jetzt ein äußerst eindrucksvolles Spiel geschaffen, welches für das Genre Taktik-, Survival- sowie First-Person-Shooter im Allgemeinen teils sehr prägend sein könnte, an der Technik muss aber durchaus noch gearbeitet werden.

So beklagen sich etliche Spielende in diversen Online-Foren fast täglich darüber, dass sie unter Disconnects, Lags, nicht synchronen Abläufen und anderen Fehlern leiden. Während uns das Deaktivieren der „IPv6“-Einstellung der aktiven Internetverbindung nur temporär helfen konnte, tat sich nun nach ausgiebiger Recherche ein weiterer Lösungsansatz auf, der tatsächlich langfristig Abhilfe zu schaffen scheint.

Bevor wir euch die vielleicht auch für euch entscheidende Lösung präsentieren, müssen wir zum Verständnis des Problems etwas ausholen.

Die Geschichte der IPv4 Adressen

Wie ihr vielleicht mitbekommen habt, wurde die Anzahl der verfügbaren IPv4 Internetadressen bereits vor einigen Jahren knapp. Es gab schlichtweg mehr Bedarf an den Adressen als es Kombinationsmöglichkeiten in der Zusammensetzung. Als Reaktion auf diese Knappheit wurde das IPv6 Format ins Leben gerufen.

Dieses setzt auf eine weitaus kompliziertere Struktur und nahezu unendlich vielen Kombinationsmöglichkeiten und folglich auch Adressen. Deshalb haben viele Internetanbieter bereits angefangen, ihren Kunden in neuen Verträgen nur noch eine IPv6 Internetadresse zuzuweisen und mit dem sogenannten Dual Stack Verfahren (Parallelbetrieb beider Internet-Protokolle IPv4 und IPv6) zu arbeiten.

Solltet ihr in eurem Router das sogenannte „Dual Stack Lite (DS Lite)“-Verfahren finden, seid ihr höchstwahrscheinlich auch in Escape from Tarkov sowie vielleicht sogar auch in anderen Spielen von Problemen betroffen.

Inkompatibilität: Nur Umstellung hilft

Das liegt wiederum daran, dass die auf IPv4 basierenden Spiele und die von eurem Internetanschluss verwendete IPv6 Adresse nicht miteinander kompatibel sind. Während Internetanbieter zukunftsorientiert denken und vermehrt auf IPv6 setzen, arbeiten viele Spielehersteller, Publisher und deren Server noch immer mit IPv4.

Durch die Inkompatibilität der Adressen kommt es logischerweise zu Fehlern in der Kommunikation zwischen eurem Spiel und dem Server – die Lags, Desynchs und Disconnects, von denen etliche EFT Spieler geplagt werden. Doch wie ist dieses Problem nun zu lösen?

Ganz einfach – oder eben auch nicht. Denn was ihr in diesem Fall tun müsst ist nicht mehr und nicht weniger, als bei eurem Internetprovider anzurufen und dieses Problem zu beschreiben. Ihr benötigt für die reibungslose Verwendung gewisser Programme und Dateiübertragungen eine IPv4 Adresse oder eben „echtes“ Dual Stack. Die Lite-Version reicht in einigen Fällen eben nicht aus.

[Ergänzung: Für technisch äußerst versierte Menschen gibt es weitere Möglichkeiten, das Dual Stack Lite Problem zu umgehen. Für den normalen Anwender jedoch sollte die Umstellung des Anschlusses die sinnvollste Option sein.]

Der Umgang mit dem Problem

An dieser Stelle kommen wir zum kritischsten Punkt dieser Lösung: der Reaktion des Anbieters. Hier schwankt die Antwort der Provider nämlich tatsächlich sehr. Während einige Nutzende davon berichten, dass ihr Provider ohne große Nachfrage in wenigen Minuten reagierte und die Einstellungen änderte, schreiben andere von Aufpreisen und Widerstand.

So würden einige Internetanbieter die gewünschte Anschlussoption nur für Businesskunden ändern oder ausschließlich gegen einen monatlichen Aufpreis eine IPv4 Adresse an Privatkunden vergeben. An dieser Stelle müsst ihr selbst entscheiden, ob ihr die Mehrkosten auf euch nehmen wollt. Je nach Wohnort lässt sich zu guter Letzt auch ein Wechsel des Anbieters in Betracht ziehen, doch solltet ihr euch auch hier vorher gut informieren, welche Konditionen und technischen Voraussetzungen dort auf euch warten.