Hamburg. Am heutigen Dienstag, 9. April, hat der Traditionsverein FC St. Pauli seinen Einstieg in die Gaming- und eSport-Szene bekannt gegeben. Den Auftakt hierzu macht das „1. congstar Mobile Gaming Festival“, das die Braun-Weißen gemeinsam mit ihrem Hauptsponsor congstar am 13. und 14. Juli im Millerntor-Stadion ausrichten werden. Das geht aus einer offiziellen Pressemitteilung auf der Homepage des Vereins hervor.

Doch auch nach dem Festival hat man bereits feste Ziele im Blick. Eines davon sei die virtuelle Bundesliga, in der sich bereits jetzt ein Großteil der Vereine der ersten und zweiten Fußball Bundesliga auch auf dem virtuellen Rasen tummeln. Ab 2020 werde dort auch der FC St. Pauli zu finden sein.

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Der Weg als Inhalt

„Wir wollen als Einstieg in den Profi-Sport an der nächsten Virtual Bundesliga-Runde 2020 teilnehmen. Wobei unser Ansatz dort eher den Weg dahin zum Inhalt haben wird. Wir wollen nicht einfach Profispieler verpflichten, sondern wertebasiert scouten, um die zu uns passenden SpielerInnen zu finden, mit denen wir in der Virtual Bundesliga antreten. Salopp gesagt: Wir wollen zunächst keine Pokale gewinnen, sondern die Herzen der Community“, erklärt Martin Drust, Marketingleiter beim FC St. Pauli.

Der Spaß solle demnach klar im Vordergrund stehen, für Mädchen und Jungs gleichermaßen.

„Mädchen und junge Frauen sind im eSport kaum sichtbar. Das wollen wir bei uns thematisieren“, so Drust weiter.

Neben der virtuellen Bundesliga würden in Zukunft gemischte Rabauken-eCamps angeboten, bei denen die teilnehmenden Kinder sowohl realen als auch virtuellen Fußball spielen werden. Ein wichtiger Baustein dort wird sein, Eltern die Möglichkeit zu bieten, sich in diesem Rahmen generell über Fragen wie „Was machen meine Kinder da eigentlich?“ oder „Wie erkenne ich Sucht?“ zu informieren.

 Suchtprävention als wichtiger Bestandteil

Suchtgefahren erkennen und Suchtprävention seien nach Angaben des Vereins wichtige Bestandteile des Konzeptes. Bei der Spieleauswahl orientiere sich der FC St. Pauli an den Handlungsempfehlungen und dem Kriterienraster der Hamburger Sportjugend, die unter anderem die Nutzung von Ego-Shooter-Spielen ausschließen. Dennoch werde FIFA nicht das einzige Videospiel sein, welches sich beim FC St. Pauli wiederfinden werde.

„Uns interessiert aber auch der subkulturelle Aspekt, konkret planen wir etwas zur Millerntor Gallery mit dem Fokus auf Spieledesign. Auch kleineren Publishern eine Plattform zu geben, haben wir uns zum Ziel gesetzt“, erklärt Drust.

Der FC St. Pauli wählt beim Einstieg in das Thema eSports und Gaming einen sehr breiten Ansatz, der unter anderem vorsehe, dass im Breitensport an Projekten gearbeitet wird, die unter anderem Virtual-Reality-Technologien mit realem Sport kombinieren. Darüber hinaus sei die Teilnahme an der eFootball-Liga des Hamburger Fußball Verbandes geplant.

„Dazu passt super, dass congstar sein Separee Gaming-fähig umgebaut hat und wir dort einen Ort für Training und Austausch haben werden“, freut sich Drust über das Engagement des Partners. „Wir haben den grundsätzlichen Ansatz, jede Plattform zu prüfen und gegebenenfalls zu nutzen, um den Werten des FC St. Pauli Relevanz zu geben. Wir beschäftigen uns daher seit mehr als zwei Jahren mit diesem Thema, haben viele Gespräche mit allen möglichen Akteuren geführt, denn wir wollten erst einmal herausfinden, ob die Wertegemeinschaft FC St. Pauli und das Thema eSports überhaupt zusammenpassen“, erklärt Martin Drust. „Dabei haben wir festgestellt, dass es große Schnittmengen gibt und wir auch einen Mehrwert stiften können, der über den reinen Sport in eSports hinausgeht, weshalb wir auch immer mal von Gaming sprechen“, so Drust abschließend.

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