Berlin. Der game – Verband der deutschen Games-Branche hat mit großem Unverständnis auf die Entscheidung der Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) reagiert, dem Jugendschutzprogramm von „JusProg“ die Anerkennung abzusprechen. Das geht aus einer aktuellen Pressemitteilung des game Verbandes hervor.

Die KJM hatte das Programm ab 2012 in einer Vorgängerversion selbst anerkannt. 2016 übertrug der Gesetzgeber diese Aufgabe dann den Freiwilligen Selbstkontrollen. Die KJM geht mit ihrer Entscheidung nun gegen die Anerkennung von „JusProg“ durch die FSM (Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter) vor. Mit „JusProg“ können Eltern durch Installation der Software ihre Kinder effektiv vor dem Zugang zu problematischen Inhalten aus aller Welt im Internet schützen. Dies gerate durch die aktuelle Entscheidung der KJM nun in Gefahr, so der game.

Statement von Geschäftsführer Felix Falk

„Mit diesem Schritt erweist die KJM dem Schutz von Kindern einen Bärendienst. Die Entscheidung senkt das Jugendschutzniveau in Deutschland, während die Rechtsunsicherheit bei Anbietern und die Verunsicherung bei Eltern steigen. Nur ein Jugendschutzprogramm bietet Schutz vor problematischen Inhalten aus dem Ausland“, kommentiert game-Geschäftsführer Felix Falk.

„Hier sehen wir einmal mehr, wie dringend notwendig die Novellierung des gesetzlichen Jugendmedienschutzes in Deutschland ist. Während insbesondere wir als Games-Branche seit vielen Jahren Vorreiter bei modernen, effizienten und international anschlussfähigen Jugendschutzsystemen sind, laufen die veralteten gesetzlichen Regelungen meilenweit hinterher. In diesem Rahmen führt uns auch die KJM-Entscheidung in Deutschland wieder zu einem Jugendschutz aus dem letzten Jahrhundert, der mit Maßnahmen wie Sendezeitbegrenzungen im Internet komplett an der Lebens- und Medienrealität vorbeiläuft. Besonders bedauerlich ist, dass diese völlig unverhältnismäßige Entscheidung leichtfertig die vielen positiven Fortschritte der vergangenen Jahre gefährdet, die engagierte Jugendschutzakteure in Deutschland gemeinsam auf den Weg gebracht haben.“

Über den game – Verband der deutschen Games-Branche

Der Verband der deutschen Games-Branche. Die Mitglieder sind Entwickler, Publisher und viele weitere Akteure der Games-Branche wie eSports-Veranstalter, Bildungseinrichtungen und Dienstleister. Als Träger der gamescom verantwortet der  das weltgrößte Event für Computer- und Videospiele. „Wir sind zentraler Ansprechpartner für Medien, Politik und Gesellschaft und beantworten Fragen etwa zur Marktentwicklung, Spielekultur und Medienkompetenz. Unsere Mission ist es,  zum besten Games-Standort zu machen“, erklärt der Verband.

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Jonas Walter

Spielejournalist bei gaming-grounds.de
Jonas 'Syncerus' Walter ist seit 2010 im eSport-Journalismus aktiv. Nach Beteiligungen an diversen eSport Projekten im redaktionellen Bereich wie MaseTV, ESC Gaming oder Team Vertex ist Gaming-Grounds.de nun die erste eigene Konzeption.

Diese hat die Vision aktuell relevante Themen aus dem Gaming- und eSport-Bereich aufzugreifen und für Videospielbegeisterte an einem Ort zu konzentrieren.
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