Ein Ärgernis: Während der Weiterverkauf von physischen Medien viele Jahre zum festen Bestandteil der Gaming-Kultur gehörte, sorgte der Umstieg auf digitale Downloads für ein Aus der Second-Hand-Games. Immer weniger Spiele werden noch auf optischen Medien ausgeliefert, fast ausschließlich der Konsolenmarkt hält hier noch die Fahne hoch. Während die digitale Distribution für den Einzelhandel quasi tödlich ist, profitieren die Publisher von den günstigen Vertriebswegen.

Neben einigen Mitbewerbern ist es gerade Spielegigant Valve, welcher mit seiner großen Plattform Steam erfolgreich Anteil am digitalen Handel hat. Abgesehen von den Problemen für den Handel, gibt es aber auch auf Seiten der Käufer Einschnitte. Zwar können Games getestet werden, bei nicht gefallen können diese innerhalb von 14 Tagen zurückgegeben werden, einem Weiterverkauf öffnete sich Valve allerdings bislang nicht. Ein Verhalten, dass die französische Verbraucherorganisation UFC-Que Choisir (Union fédérale des consommateurs) nicht tolerieren will, da es gegen geltendes EU-Recht verstoße.

Deshalb wurde bereits 2015 ein Gerichtsverfahren in Frankreich gestartet, welches Valve zwingen soll, den Wiederverkauf von Spielen zu erlauben. Das Gericht hat nun sein Urteil gesprochen und stimmte der UFC-Que Choisir zu. Demnach hätte Valve entsprechende Funktionen innerhalb eines Monats einbauen müssen, andernfalls hätte es ein Strafe von täglich 3.000 Euro für je 6 Monate gegeben. Wie das Spielemagazin-Kotaku berichtete, wird Valve das Urteil nicht akzeptieren und in Berufung gehen, damit entgeht man vorerst auch den angedrohten Konsequenzen.

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Das Gerichtsverfahren ist damit noch nicht abgeschlossen, hier könnte an Steam ein europäisches Exemple statuiert werden, welches große Änderungen für den digitalen Handel mit sich bringen könnte. Im weiteren Verlauf betroffen wären dann auch andere Plattformen wie der Epic Store, Origin oder GOG, denn auch hier fehlt bislang die Möglichkeit, Spiele weiterzuverkaufen.

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