Auch wenn die Welt immer digitaler wird, Kinderspielzeug bleib größtenteils analog. So sind auch die beliebten LEGO-Bausteine weiterhin ein sehr gefragtes Gut in deutschen Kinderzimmern. Auch mag man nicht die leidenschaftlichen älteren Fans uns Sammler außer Acht lassen. Die Nachfrage nach den bunten Plastik-Steinen ist groß.

Zwar hat LEGO über die vergangenen Jahre hinweg das Potenzial erkannt und bietet mittlerweile auch etliche Crossover-Spielzeuge an – so zum Beispiel das Super Mario Lego, welches sowohl auf Bausteine, als auch digitale Technik setzt – trotzdem dreht sich noch alles um die eckigen Plastiksteine. Jetzt ist Plastik natürlich nicht gerade der Werkstoff mit der besten Reputation und auch wenn LEGO-Steine quasi nicht kaputtgehen und man diese eher weiter“vererbt“ als sie in den Müll überführt, möchte das dänische Unternehmen nun ein Zeichen setzen. Dem aktuellen Trend für mehr Nachhaltigkeit folgend, möchte Lego zukünftig auf Steine aus recyceltem Plastik setzen.

Es wurde ein Prototyp vorgestellt, der vollständig aus Polyethylenterephthalat (PET) besteht, welches unter anderem aus recycelten Flaschen besteht. Entwickelt wurde der neue PET-Stein von einem Team aus 150 Lego-Mitarbeitern, welches sich für mehr Nachhaltigkeit einsetzt. Dafür seien in den vergangenen drei Jahren von Materialwissenschaftlern und Ingenieuren über 250 verschiedene Varianten getestet worden, alle aus ganz unterschiedlichen PET-Materialien und Kunststoffrezepturen. Nun habe man sich auf eine Variante einigen können, die Qualitäts-, Sicherheits- und Spielanforderungen erfüllt. Besonderen Wert legten die Entwickler bei aller Nachhaltigkeit natürlich auf ein authentisches Lego-Feeling und perfekte Steckeigenschaften.

Tim Brooks, Vizepräsident für Umweltverantwortung bei der LEGO Gruppe, sagte:

„Wir sind super aufgeregt über diesen Durchbruch. Die größte Herausforderung auf unserem Weg zur Nachhaltigkeit besteht darin, neue Materialien zu entwickeln, die genauso haltbar, stark und hochwertig sind wie unsere bestehenden Steine – und die zu den LEGO Elementen passen, die in den letzten 60 Jahren hergestellt wurden. Mit diesem Prototyp können wir den Fortschritt zeigen, den wir machen.“

Es werde noch einige Zeit dauern, bis Steine aus einem recycelten Material in den LEGO Produktboxen erscheinen, so das Unternehmen. Das Team wird die PET-Rezeptur weiter testen und entwickeln und dann beurteilen, ob es in die Pilotproduktionsphase übergehen soll. Diese nächste Testphase wird voraussichtlich mindestens ein weiteres Jahr in Anspruch nehmen.

Brooks weiter:

„Wir wissen, dass Kinder sich um die Umwelt sorgen und wollen, dass wir unsere Produkte nachhaltiger gestalten. Auch wenn es noch eine Weile dauern wird, bis sie mit Bausteinen aus recyceltem Kunststoff spielen können, wollen wir die Kinder wissen lassen, dass wir daran arbeiten und sie mit auf die Reise nehmen. Experimentieren und Scheitern ist ein wichtiger Teil des Lernens und der Innovation. So wie Kinder zu Hause mit LEGO Steinen bauen, abbauen und wieder aufbauen, machen wir das auch in unserem Labor. Wir haben uns verpflichtet, unseren Teil dazu beizutragen, eine nachhaltige Zukunft für Generationen von Kindern zu schaffen. Wir wollen, dass unsere Produkte einen positiven Einfluss auf den Planeten haben, nicht nur durch das Spiel, das sie inspirieren, sondern auch durch die Materialien, die wir verwenden. Wir haben noch einen langen Weg vor uns, aber wir freuen uns über die Fortschritte, die wir machen.“

Der Prototyp wird aus recyceltem PET hergestellt, das von Lieferanten in den USA bezogen wird, die von der US Food & Drug Administration (FDA) und der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) zugelassene Prozesse anwenden, um die Qualität sicherzustellen. Im Durchschnitt liefert eine Ein-Liter-PET-Flasche genug Rohmaterial für zehn 2 x 4 LEGO Steine.