Am heutigen Freitag startet Lost Ark nach dem dreitägigen Headstart, zu dem alle Käufer eines Pionierpakets Zugang haben, auch für alle Free to Play Spieler in Europa. Am Abend sollen die Server für alle Interessierten geöffnet werden. Doch es gibt, wie es fast schon zu erwarten war, ein großes Problem.

Wer die vergangenen Tage verfolgt hat, wird gesehen oder sogar aktiv miterlebt haben, dass zur Prime Time zwischen 16 und 23 Uhr extrem lange Warteschlangen vor vielen Servern entstanden sind unter der Prämisse, dass nur Käufer einer Version mit Vorabzugang überhaupt einloggen konnten. Da Amazon Games bis zum späten Donnerstagabend auf diesen Status Quo nicht reagierte, konnte man die Katastrophe schon fast vor dem eigenen Auge sehen.

In Anbetracht der Free to Play Freischaltung von Lost Ark am Freitagabend könnte sich aus der fünfstelligen Warteschlangenposition vieler Spieler eine sechsstellige ergeben was den Unmut der jetzt schon verärgerten Fans nicht verringern dürfte und Neueinsteiger abschrecken könnte. Diese Befürchtung hatten allerdings nicht nur wir. Brandaktuell veröffentlichten die Verantwortlichen hinter Lost Ark ein Update, welches genau diese extrem langen Warteschlangen ab der Free to Play Freischaltung verhindern soll.

Aus Fehlern lernt man… wohl doch nicht.

Die präsentierte Lösung erscheint auf den ersten Blick allerdings auch alles andere als optimal. So heißt es im offiziellen Blogpost, dass ab 22:45 Uhr am Donnerstagabend auf einigen, besonders bevölkerten Servern keine neuen Spieler mehr Charaktere erstellen können. Dies betrifft auch fünf der vorher elf verfügbaren Server in der Region Mitteleuropa darunter Asta, der von einige Gilden und der deutschen Lost Ark Community gewählt wurde, um möglichst viele deutsche Spieler an einem Ort zu versammeln.

Alle ab sofort blockierten EU-Server:

  • Asta
  • Kadan
  • Trixion
  • Thirain
  • Zinnervale

Als Ausgleich ist ab sofort der neue Server „Beatrice“ verfügbar, der entsprechend noch viel Platz bietet. Ein neuer Server allerdings könnte knapp werden, wenn man die Auslastung der restlichen Server in den vergangenen drei Tagen betrachtet. Deshalb kündigt Amazon Games weitere, hier noch nicht gelistete neue Server an, die vor dem vollständigen Launch am Abend freigeschaltet werden sollen.

Das noch größere Problem ist allerdings die Tatsache, dass wie schon bei New World erneut Freundeskreise, Gilden und Communitys getrennt werden und schon jetzt, wenige Minuten und Stunden nach der Mitteilung, Fans nach Charaktertransfers rufen, um zu einem späteren Zeitpunkt mit und in ihren normalen Gruppen Lost Ark spielen zu können.

Das gleiche Bild zeichnete sich zum New World Release, der erst wenige Monate zurückliegt. Im September 2021 erlebten wir eine ähnliche Situation, in der viel zu lange Warteschlangen frustrierte Spieler auf neu bereitgestellte, leere Server ausweichen ließ. Schon damals waren im Anschluss die Rufe nach Transfers laut und schnell das gleiche Schicksal droht nun auch Lost Ark.

Selbst wenn Amazon Games es vergleichsweise zügig schaffen sollte, zeitnah Transfers zu ermöglichen, bleibt zu hoffen, dass diese technisch besser funktionieren als bei der Integration in New World. Denn noch vor dem fehlenden Endgame Content zerstörte Amazon Games eine Menge des New World Potenzials durch diverse technische Mängel und Schwierigkeiten. Das sollte sich in Lost Ark keinesfalls wiederholen doch die Tendenz entwickelt sich derzeit in eine besorgniserregende Richtung.

Die Entscheidung, etwa die Hälfte der Server, auf denen viele Spielenden bereits etliche Stunden Spielzeit investiert haben und teilweise Charaktere auf Level 50 und höher besitzen, ohne Vorwarnung innerhalb weniger Minuten für neue Spieler unzugänglich zu machen, verwehrt sogar zahlungsbereiten Kunden die Chance, in einer angemessenen Karenzzeit noch ein kleines Pionierpaket zu erwerben, um doch noch auf den Server ihrer Mitspielenden zu kommen.

Amazon trennt Headstart-Spieler vom Rest

So oder so: Hier erfolgt eine Unterteilung der Käufer und Free to Play Spieler, die Amazon Games doch gerade vermeiden wollte. Der Echtgeld-Shop in der westlichen Lost Ark Version sah so vielversprechend entschärft aus, dass wir schon fast losjubeln wollten (unter der Prämisse, dass nicht ein zeitnaher Patch das System noch einmal extrem umkrempelt).

Es scheint fast so, als hätte man aus der eigenen Geschichte, die wie bereits erwähnt erst wenige Monate zurückliegt, einfach nicht gelernt. Amazon Games droht das gleiche Schicksal innerhalb eines halben Jahres zum zweiten Mal. Ein Spiel mit extrem guten Ansätzen und einer euphorisierten Community nimmt aufgrund technischer Unzulänglichkeiten extremen Schaden. Das muss doch nicht sein! [Hey, ähm, … hat gerade noch jemand Einsteins Definition von Wahnsinn im Ohr?]

Im Blogpost von Donnerstagabend heißt es seitens Amazon Games weiterhin, dass man die Limitierung der Charaktererstellung (die übrigens nicht für Spielende gilt, die bereits einen Charakter auf einem Server erstellt haben) auf absehbare Zeit beibehalten werde. Falls diese wieder entfernt werde und auch neue Spieler auf den oben genannten Servern anfangen können, werde man dies in einem Update bekannt werden.

Man sei sich darüber im Klaren, dass die Server- und Warteschlangensituation frustrierend für viele Spielenden sei. Der Fokus der Verantwortlichen liege deshalb darauf, diese vor dem Free-to-Play Start am Abend in den Griff zu bekommen. Die Limitierung der Charaktererstellung für neue Spieler sowie die neuen Server seien nur ein kleiner Teil der Maßnahmen, die in diesem Kontext getroffen werden.

Später am heutigen Tag sollen weitere Informationen über weitere Schritte bekannt gegeben werden. Wir halten euch selbstverständlich auf dem Laufenden.

Update: Weitere neue Server, umziehen als Option?

Amazon Games hat weitere Details über neue Server und neu verteilte Founder Packs zum Launch von Lost Ark am Abend geteilt. Die Server sind bis dahin nicht erreichbar:

Lost Ark Launch: Neue Server und zusätzliche Founder Packs